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Renovierung der Fassaden nach monatelanger Arbeit abgeschlossen

Wieder freier Blick auf von Clüver Haus

FISCHBECK. Das rund 200 Jahre alte Clüver-Fachwerkhaus ist in den vergangen Monaten aufwendig saniert worden und die Spannung auf das Ergebnis entsprechend groß. Jetzt sind die „Planen“ gefallen.

veröffentlicht am 05.12.2017 um 18:12 Uhr

Die Bauarbeiten legen die großen Planen zusammen, die monatelang die Fassade des von Clüver Hauses verhüllt haben. Foto: BJ

Autor:

Barbara Jahn
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„Die Hüllen sind gefallen, nun können wir sehen, was monatelang hinter den Planen geschehen ist“, sagt Katrin Woitack. Die Äbtissin des Damenstifts steht gemeinsam mit Wilhelm Kuhlmann, dem Vorsitzenden des Fördervereins Stift Fischbeck, am von Clüver Haus. Das rund 200 Jahre alte Fachwerkhaus ist in den vergangen Monaten aufwendig saniert worden und die Spannung auf das Ergebnis entsprechend groß. „Ich hatte keine Ruhe und musste dabei sein, um zu schauen“, sagt Reiner Dittmann.

Der Architekt der Klosterkammer Hannover ist ins Stiftsdorf gekommen, um sich zu überzeugen, dass alle Maßnahmen zu einem positiven Ende geführt haben. „Es geht uns immer darum Altes zu erhalten und nur dort, wo es unbedingt nötig ist, durch Neues zu ersetzen“, erklärt er und deutet auf die Holzbalken im Fachwerk, die ausgebessert wurden und auf die neu eingepassten Balken. Die Arbeiten seien hervorragend gelungen und für den Laien kaum sichtbar, lobt er die Handwerker. Ursprünglich sollte nur die Fassade des Gebäudes saniert werden. „Aber dann erlebten wir einige unliebsame Überraschungen. Insektenbefall und der Weißfäulepilz haben den Eichenbalken in den Jahren zugesetzt und die gesamte Statik des Gebäudes musste daraufhin geprüft und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden“, führt Katrin Woitack aus.

„Nachdem das Gebäude konstruktiv ertüchtigt, also vor dem Zusammenbruch gerettet wurde, kam der optische Anspruch ins Spiel. Die Fassadengestaltung soll sich in das Gesamtbild der Stiftsanlage harmonisch einfügen“, sagt Reiner Dittmann und fährt fort: „Auf der steinsichtigen Südseite des Gebäudes sind Fugen mit Muschelkalk ausgebessert, aber auch ganze Gefache des Mauerwerks ersetzt worden. Der Sockel ist komplett neu aus Sandsteinen gemauert und all dies wurde so perfekt gearbeitet, dass es alt aussieht“, freut sich Dittmann. „Auf der Westseite des Gebäudes galt es die verputzten Gefache farblich so gestalten, dass sich ein harmonischer Anblick im Zusammenspiel mit der Abtei ergibt. Die zartgraue Farbe der Fensterrahmen haben wir ebenso sorgfältig ausgewählt und ausprobiert wie die Farbe der Fachwerkbalken. Diese sind mit einer leichtgrauen Lasur gestrichen“, erklärt Äbtissin Woitack. „Es ist dezent, aber eindrucksvoll und passt hervorragend ins Ensemble der vorhandenen Gebäude“, lobt Wilhelm Kuhlmann.

Architekt Reiner Dittmann vor der Südfront, an der gemauerte Gefache und Balken ausgebessert und ersetzt sowie der Sandsteinsockel erneuert wurden. Foto: bj
  • Architekt Reiner Dittmann vor der Südfront, an der gemauerte Gefache und Balken ausgebessert und ersetzt sowie der Sandsteinsockel erneuert wurden. Foto: bj

„Trotz aller Widrigkeiten sind wir sowohl finanziell als auch zeitlich im Plan geblieben. Wir wollten noch in diesem Jahr fertig werden und unser Bauunterhaltungsbudget, das uns die Klosterkammer zur Verfügung stellt, nicht überziehen. Beides ist gelungen“, erklärt Katrin Woitack. Die Klosterkammer Hannover, eine Sonderbehörde im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, die ehemals kirchlichen Besitz verwaltet und Kirchen und Klöster unterhält, hat rund 116000 Euro investiert. „Die entsprechender Summe weist auch der Zuwendungsbescheid aus Leader-Mitteln aus“, sagt Ellen Pukall, Regionalmanagerin für die Leader-Region Westliches Weserbergland.

„Die abschließenden Arbeiten, wie die Gestaltung des Eingangs an der Ostseite des von Clüver Hauses werden wir planen und in Angriff nehmen, wenn auch das Gerüst komplett abgebaut wurde“, erklärt Katrin Woitack. Die Äbtissin ist gespannt, wer das neue Schmuckstück bewohnen wird, „denn selbstverständlich wird unsere langjährige Mieterin zurück in das von Clüver Haus ziehen, aber da ist ja noch die große Wohnung frei. Und diese darf dann die nächste Stiftsdame beziehen, die in unser Kapitel aufgenommen wird.“

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