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Stadt spart durch Stellenabbau jährlich 40 000 Euro – die Folge sind Klagen über Schmuddelecken

Wie viel ist den Politikern die Grünpflege wert?

Hessisch Oldendorf (pj). Es war die Entscheidung der Politiker, die Grünpflege im Stadtgebiet herunterzufahren, um Geld zu sparen und den Haushalt zu entlasten. Seit in den Anlagen und an den Straßenrändern das Kraut sprießt, nur einmal oder zweimal im Jahr gemäht wird, mehren sich die Klagen. „Die Grünpflege gibt immer wieder Anlass zur Kritik“, sagt Bürgermeister Harald Krüger. Da kürzlich Ratsherr Cord Möller in diese Kritik einstimmte, macht der Bürgermeister die Rechnung auf: 40 000 Euro konnten jährlich eingespart werden, seit die Grünkolonnen verringert wurden. Krüger verdeutlicht, dass es die Politiker in der Hand haben, die Grünpflege wieder zu intensivieren, doch er „sehe es kritisch, sich bei der Grünpflege zu verschulden“.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:41 Uhr

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„Würden allein in den sensiblen Bereichen der Kernstadt, im Münchhausenpark, auf Süd- und Stadtwall am Kreisel und im Bereich des Parkplatzes Mühlenbachstraße zusätzliche Pflegemaßnahmen durchgeführt, entstehen Kosten in Höhe von 25 000 Euro“, führt Harald Krüger aus.

Für eine Übergangszeit glaubt Harald Krüger allerdings eine Lösung gefunden zu haben, wenn es gelingt, ins Programm „Öffentliche Grünpflege und Projekte“ hineinzurutschen. „Für ein Jahr begrenzt könnten Mitarbeiter der Beschäftigungsgesellschaft Impuls im Grünflächenbereich eingesetzt werden“, erklärt der Bürgermeister. Im Rahmen des Beschäftigungsprojektes Hameln-Pyrmont werden bereits Maßnahmen am Emmerthaler Ohrbergpark und am Coppenbrügger Freizeitzentrum Ithkopf gefördert. Harald Krüger betonte in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt, Feuerschutz und Energiemanagement nachdrücklich gegenüber den Politikern: „Damit sind wir aber nur ein Jahr weiter, wenn Sie mehr wollen, müssen Sie dies im Haushalt berücksichtigen.“

Zur momentanen Situation sagt Andreas Hunte, im Rathaus für die Grünpflege zuständig: „Im Haushalt sind derzeit beispielsweise 138 000 Euro für die Friedhöfe, 62 500 Euro für die Spielplätze, 67 000 für die Grünanlagen ohne Straßenränder und 48 000 Euro für die Sportplätze eingesetzt, die allein 12 Hektar Fläche haben.“ Es wird mit dem Großflächenmäher gearbeitet, was liegen bleibt, sind die Ecken. Die zu pflegen, bedeute Handarbeit und dafür seien nach dem Abbau der Kolonnen keine Kräfte mehr vorhanden. Andreas Hunte bemerkte in Hinblick auf die Kritik aus der Kernstadt, dass auch die Ortsteile und der Radwanderweg an der Weser gepflegt werden müssen. Es sei nicht zu übersehen, betont Harald Krüger und verweist auf die Kunstwerke an der Weser, um die herum dringend Maßnahmen durchgeführt werden müssten.

Friedrich Meier, der Vorsitzende des Fachausschusses, verweist darauf, dass Hessisch Oldendorf eine Flächengemeinde mit 24 Ortsteilen und 120 Quadratkilometern sei, da könne es nicht aussehen wie in einer Parkanlage mit Rasen, der auf zwei Zentimeter Höhe getrimmt ist. Lob zollt Bürgermeister Harald Krüger den Gemeinschaften in der Stadt, „die selbst etwas tun“. Er hofft, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, dass dies noch lange so bleibe. Harald Krüger bedauert, dass das Engagement der Bewohner der Kernstadt mit wenigen Ausnahmen nicht so groß ist, wie in vielen Dörfern. In der Stadt gebe es durchaus Menschen, denen man Material zur Verfügung stelle und die dann die Pflege einzelner Bereiche übernehmen. Dass es in den Dörfern durchweg besser funktioniert und in der Stadt nicht, will Ratsherr Kai-Uwe Eggers nicht so stehen lassen. Er sieht durchaus die Möglichkeit, dass auch in der Kernstadt noch mehr getan werden könnte.

Was die Kritik von Ratsherr Cord Möller an der Grünflächenpflege betrifft, erinnert ein Ausschussmitglied daran, dass „nur eine Woche zuvor in der Zeitung berichtet wurde, dass die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes an der Schule in Heßlingen arbeiten, damit die Mädchen und Jungen des Kindergartens rechtzeitig in ihre neuen Räume einziehen können, und dass deshalb Grünpflegemaßnahmen erst später erfolgen könnten“. Der Sozialdemokrat Kai-Uwe Eggers war „verwundert über den rüden Ton“ mit dem das Problem vorgetragen worden sei. Und er fügt an: „Ich möchte daran erinnern, dass man als Mandatsträger auch Verantwortung hat.“



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