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Lena Franz vom Möbelhaus zu dem neuen Handelsprojekt „Lieber lokal“

Wie sehr leidet der lokale Handel?

Frau Franz, Sie nehmen mit Ihrem Möbelhaus an dem Projekt „Lieber lokal“ teil. Was versprechen Sie sich davon?

veröffentlicht am 01.07.2016 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 15.02.2017 um 12:33 Uhr

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Lena Franz: Ich sehe das Projekt „Lieber lokal“ als Chance für uns und für andere lokale Händler, gemeinsam die Wertschätzung des stationären Handels in den Köpfen der Verbraucher wieder zu stärken.

Wie sehr spüren Sie als lokaler Händler vor Ort den Konkurrenzdruck aus dem Internet?

Beim Möbelkauf spielen viele Sinne eine Rolle. Wenn ich mir zum Beispiel einen neuen Sessel kaufen möchte, sollte dieser mir zunächst optisch gefallen und ich muss gut darin sitzen können. Dazu kommt dann noch die Frage nach dem Bezugsmaterial. Kuscheliger Stoffbezug oder doch das weiche, anschmiegsame Leder? All diese Faktoren kann das Internet nur oberflächlich abbilden und auch die Beratungsleistung fehlt dort. Im mittleren bis höheren Preissegment ist daher der Konkurrenzdruck aus dem Internet noch relativ schwach. Bei günstigen Mitnahmeartikeln sind die Internetvermarkter dagegen schwer im Kommen. Beobachten Sie ein verändertes Kundenverhalten gegenüber früheren Zeiten?

Wir haben einen hohen Anteil an Stammkunden, bei denen sich das Verhalten nicht geändert hat. Diese setzen auf Beratung, Qualität und Service und wissen, dass Sie dies bei uns finden. Noch dazu altbekannte Gesichter in den Reihen des Möbelhaus Franz-Teams, die unseren Kunden Vertrauen geben. Dennoch gibt es natürlich auch Veränderungen im Kundenverhalten, wie zum Beispiel Preisanfragen per E-Mail oder Kunden, die mit dem Objekt der Begierde als Handyfoto ins Haus kommen und anfragen, ob wir dies auch besorgen können. In den meisten Fällen können wir auch dabei behilflich sein, da wir einem großen Einkaufsverband angehören und dadurch mit vielen Herstellern zusammenarbeiten.

Wie sehr leidet der lokale Handel unter dem Phänomen, dass Kunden sich im Fachgeschäft beraten lassen und dann im Internet bestellen?

In unserer Branche ist dieses Phänomen zum Glück bisher noch nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Bereichen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass zum Beispiel eine Küchenplanung eine sehr komplexe Angelegenheit ist. Hier kommt es nicht nur auf die Beratung im Möbelhaus an, sondern es spielen auch Serviceleistungen wie das Aufmaß beim Kunden und die passgenaue Montage durch Fachpersonal mit, damit hinterher der Küchentraum auch in Erfüllung geht. Trotzdem kommt es natürlich vor, dass sich Kunden bei uns ausführlich beraten lassen, um dann doch online zu bestellen. Davor kann man sich schlecht schützen, hier bleibt uns nur, auf die Loyalität der Kunden und auf die gute Beratung unseres Verkaufsteams zu vertrauen.

Kennen Sie auch das umgekehrte Verhalten, dass Kunden sich im Internet informieren und dann vor Ort beim Händler ihres Vertrauens kaufen?

Ja, auch das kommt vor. Viele Kunden sind mittlerweile vorinformiert, wenn sie zu uns ins Haus kommen. Sie wissen, was sie sich gerne in natura ansehen möchten und es ist dann an unserem Verkaufsteam, mit dem Kunden die für ihn beste Lösung zu erarbeiten. Wie muss sich der lokale Handel aufstellen, damit er dem wachsenden Druck standhalten kann?

Ich denke, der lokale Handel muss stets daran arbeiten, seine Vorteile gegenüber dem Onlinehandel weiter auszubauen. Zum Beispiel über besseren Service, die Qualität der Beratung, die Nähe zum Kunden und ein ausgewähltes Sortiment.

Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang Projekte wie „Lieber lokal“?

Wie eingangs schon erwähnt, denke ich, dass dieses Projekt eine Chance zum Anstoß des Umdenkens sein kann. Wir lokal ansässigen Händler leben alle in und von der Region Hameln-Pyrmont und mit der Unterstützung beziehungsweise dem Kauf im lokalen Handel werden die Arbeitsplätze vor Ort gesichert. Leben in der Region sollte daher auch kaufen in der Region bedeuten oder zumindest eine Option darstellen.



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