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Anlieger der Haddesser Straße nicht einig / Nun soll Ortsrat Süntel über Maßnahmen entscheiden

Wie können Autofahrer ausgebremst werden?

Pötzen (pj). Der Gemeindeverbindungsweg zwischen den beiden Sünteldörfern Pötzen und Haddessen ist nicht sonderlich stark befahren. Seit Jahren klagen Anlieger der Haddesser Straße in Pötzen aber darüber, dass vor ihren Hoftoren zu schnell gefahren wird. Messungen, die in der dortigen Tempo-30-Zone durchgeführt wurden, zeigen, dass die Geschwindigkeiten deutlich über den Durchschnittswerten in der Stadt Hessisch Oldendorf liegen.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:21 Uhr

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Außerhalb der Dörfer Pötzen und Haddessen ist zwar Tempo 50 vorgeschrieben, doch wer aus Richtung Haddessen nach einem recht schmalen Stück das Ortsschild von Pötzen passiert, kommt auf eine Straße, die optisch sehr breit wirkt. Dabei ist die Fahrbahn der Haddesser Straße nicht breiter als 4,50 Meter, doch der Seitenbereich neben der Gosse, der befestigt ist, vermittelt den Eindruck einer breiten Fahrbahn. Erfahrungen zeigen, dass der optische Eindruck, eine breite Straße zu befahren, stets dazu verleite, den Fuß nicht vom Gaspedal zu nehmen, sagen Fachleute. Deshalb versuchen Planer meist, an Ortseingängen mit einer sogenannten Torsituation die Verkehrsteilnehmer zum Abbremsen zu bringen. Diese Torsituation gibt es in Pötzen nicht, und vermutlich wird bereits außerhalb des Dorfes auf dem Gemeindeverbindungsweg, auf dem nur 50 Stundenkilometer erlaubt sind, zu schnell gefahren.

Geschwindigkeitsüberwachungen, wie sie vielfach, so auch von den Mitgliedern des Ortsrates Süntel, gefordert wurden, können von der Stadt nicht durchgeführt werden. „Dafür sind die Polizei und der Landkreis zuständig“, heißt es im Rathaus. Kreis und Polizei messen aber bekanntlich überwiegend an Stellen mit Unfallschwerpunkten und mit starkem Verkehrsaufkommen. Tempo-30-Zonen werden zwar auch manchmal, aber unregelmäßig, kontrolliert. Wie also ist das Problem in der Haddesser Straße in den Griff zu bekommen? Es bleiben nur bauliche Maßnahmen.

Bereits im vergangenen Jahr wurden Leitbaken aufgestellt und damit die Fahrbahn eingeengt. Gleichzeitig wurde die Geschwindigkeit gemessen. Das Ergebnis war aber nicht verwertbar, da die Einengung immer wieder von Unbekannten entfernt worden war. Weitere Messungen im Mai und im Juni 2012 folgten. Fazit: Es wird zu schnell gefahren. Nicht schneller als 40 Stundenkilometer sind in der Haddesser Straße lediglich rund 45 Prozent der motorisierten Straßenbenutzer unterwegs.

Eine Alternative baulicher Maßnahmen wurde den Anliegern vorgestellt. Einmütig sprachen diese sich dagegen aus, Einengungen mit Betonringen zu schaffen. Überhaupt ist nur ein Teil der Anlieger für Fahrbahneinengungen, die anderen sind dagegen. Ihre Ablehnung begründen sie damit, dass es zu wenig Gegenverkehr gebe und damit Fahrbahneinengungen keine Wirkung erzielen. Einigkeit besteht aber bei den Anliegern darüber, dass Markierungen auf der Fahrbahn aufgebracht werden sollten.

Nun sind die Mitglieder des Ortsrates Süntel gefragt. Am kommenden Montag, 3. September, treffen sich diese im Dorfgemeinschaftshaus in Bensen zu einer öffentlichen Sitzung. Die betroffenen Anlieger des Haddesser Straße haben in der Sitzung, die um 19.30 Uhr beginnt, die Möglichkeit, sich vor der Entscheidungsfindung durch die Politiker nochmals zur Angelegenheit zu äußern.

Die Stadtverwaltung in Hessisch Oldendorf hat die Problematik aufgearbeitet und schlägt den Kommunalpolitikern aus den Sünteldörfern vor, dass in der Haddesser Straße an sechs Stellen Fahrbahneinengungen durch Aufpflasterungen geschaffen werden. Die Maßnahme soll aus Dorfstrukturmitteln, die dem Ortsrat zur Verfügung stehen, finanziert werden. Das bedeutet für die Anlieger, dass sie mit keinerlei Zuzahlungen belastet werden.

Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich nach Schätzung der Verwaltung auf 8000 bis 10 000 Euro. Das Geld steht noch nicht bereit, es müsste entweder im städtischen Haushalt 2013 berücksichtigt werden oder der Ortsrat bezahlt die Umgestaltung im kommenden Jahr aus Dorfstrukturmitteln. 2012 stehen dem Ortsrat Süntel übrigens 9380 Euro zur Verfügung.

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