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Grundschüler schreiben beim ZiG-Projekt einen Zeitungsartikel

Wie fühlt es sich an, taubblind zu sein?

FISCHBECK. Wie fühlt es sich an taubblind zu sein, wie empfinden Taubblinde – und können sie auch reiten? Diesen Fragen gehen die Drittklässler der Grundschule Hemeringen nach – mit dem Ziel, ihre Beobachtungen und Erlebnisse in einem Zeitungsartikel zu verarbeiten.

veröffentlicht am 05.04.2019 um 13:26 Uhr

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Autor

Annette Hensel Reporterin
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Da sie am Projekt Zeitung in der Grundschule (ZiG) teilnehmen, soll er in der Dewezet veröffentlicht werden.

Zur Einstimmung auf das Thema bekommt die Klasse Besuch von Viola Ebeling und Catrin Kunze, die im Deutschen Taubblindenwerk in Fischbeck (DTW) für Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren zuständig sind. Sie bringen Lärmschutzkopfhörer mit. Nichts hörend und mit verbundenen Augen lassen sich die Kinder führen, laufen mit Blindenstock und frühstücken – eine echte Herausforderung.

Mit Schreibblock und Stift betreten die Schüler zwei Tage später den Reitstall auf dem Landhof in Fischbeck, lernen die Therapiepferde Kobalt und Leon, die Therapiehunde Toby und Kasper, die Bewohner Daniel Aust und „Nele“ Sabine Brandt kennen. Unterstützt von Mitarbeitern der Einrichtung, beginnen die Hörsehbehinderten eine Stallbox auszumisten. Den Mist befördern sie in der Schubkarre zum Misthaufen. Viola Ebeling erklärt die Arbeitsvorgänge, hebt die Bedeutung des Führens mithilfe des Klammergriffs hervor, dann sind die Drittklässler dran: Ein Kind führt, das andere arbeitet mit Kopfhörer und Augenbinde, danach wird getauscht. „Das ist gar nicht so einfach, ich war richtig verwirrt“, gesteht Celine, als sie wieder sehen und hören kann. Vorab eingeteilt für Beobachtungsaufgaben, machen sich einzelne Schüler Notizen.

So arbeiten Nachwuchsreporter wie Paula und Jonas… Foto: ah

Anschließend geht es ans Putzen der Pferde, danach werden sie gesattelt. In der Reithalle bauen die Drittklässler paarweise einen Parcours auf: Manche der Führenden erklären jeden einzelnen Schritt, geben ihrem Partner damit Sicherheit.

Als „Nele“ Brandt ihren Reithelm aufgesetzt bekommt, wiegt sie ihren Körper hin und her – so drückt sie ihre Freude aufs Reiten aus, erfahren die Kinder. Über eine Aufstiegsrampe nehmen sie und Daniel Aust auf den Pferden Platz. Die Schüler staunen, dass beide mitunter freihändig, auf dem Pferderücken liegend oder im Damensitz reiten. Dass Daniel Aust laute, Rufen ähnliche Geräusche von sich gibt, scheint sie nicht zu stören. „Es ist schön, dass die Bewohner mit dabei sind“, so Hilda und Lina. „Das sind ganz normale Menschen, sie können viel machen, sich auch freuen – nur eben nicht gut sehen und hören“, betont Luna.

Celine ist die erste, die auf Leons Rücken klettert und durch die Halle reitet. Sie lässt schließlich sogar eine Hand los. „Anfangs hatte ich Angst, aber dann wuchs mein Vertrauen zu dem Pferd – es war toll blind auf Leon zu reiten, ich bin stolz darauf“, erklärt sie. Paula und Lena reiten sogar freihändig. „Das hat Spaß gemacht, für mich war der Vormittag ein Erlebnis“, verrät Lena. Um das Thema zu vertiefen, plant Klassenlehrerin Annette Himler im Juni einen Besuch des Dunkelcafés.



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