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Dietlind Rank pflegt altromanischen Kräutergarten im Stift Fischbeck – und zwar mit Erfolg

„Wie früher eben“

Fischbeck. Für ihre wunderschönen rot-, gelb- oder orangefarbenen Blüten, die an die Kapuzen von Mönchskutten erinnern, ist die Kapuzinerkresse bekannt. Blüten wie Blätter werden für Salat verwendet, Knospen und unreife Samen als Gewürz. Auch Dietlind Rank, die im Stift Fischbeck den altromanischen Kräutergarten hegt und pflegt, liebt die ursprünglich aus Südamerika stammende Schönheit.

veröffentlicht am 09.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

VON ANNETTE HENSEL
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Mehrere vorgezogene Exemplare hat sie an einem Streifen am Zaun im Garten der Seniorin des Stiftes, Ruth Wendorff, eingepflanzt in der Hoffnung, dass sie emporklettern. Eigens dafür hat sie sogar eine Rankhilfe aus Stängeln von Glyzinien in den Zaun eingeflochten. Aber die Kapuzinerkresse bleibt bodenständig, mag ihre Schönheit in der sonst so ertragreichen Stiftserde nicht wie an anderen Standorten entfalten.

Seit 1684 ist die Kultivierung der „Großen Kapuzinerkresse“ (Tropaeolum majus) in Europa dokumentiert, die schon das Volk der Inka als Schmerz- und Wundheilmittel nutzte. Nicht nur wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur „Arzneipflanze des Jahres 2013“ gewählt. Für die medizinische Wirkung der Kapuzinerkresse sind ihre Glucosinolate verantwortlich. „Glucosinolate werden im Körper durch Enzyme in Senföle umgewandelt. Diese Öle können die Vermehrung von verschiedenen Bakterien, Viren und Pilzen hemmen und weisen zudem einen durchblutungsfördernden Effekt auf“, heißt es in der Begründung des Würzburger „Studienkreises Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“. Bereits seit Jahrzehnten wird die Kapuzinerkresse bei der Therapie und zur Vorbeugung von Infekten der Atemwege und der Harnwege eingesetzt.

Dietlind Rank wird in Sachen Kapuzinerkresse nicht aufgeben und hofft auf das nächste Jahr: Sie wird die Blüten zum Trocknen zu Hause auf einem Laken auslegen und darauf herumlaufen, um neuen Samen zu erhalten. „Wie früher eben“, merkt sie dazu an. Dass die Gästeführerin im Stift Fischbeck dennoch eine gute Hobbygärtnerin ist, beweist ein Blick in den altromanischen Kräutergarten, in dem sie die 66 Heilpflanzen hegt und pflegt, zum Beispiel den Alant. „Alant zieht die schönsten Schmetterlinge aller Zeiten an und ein Umschlag mit frischen Blättern fördert die Wundheilung, während Tee aus den getrockneten Blättern und Wurzeln schleim- und krampflösend wirkt“, erzählt sie den Besuchern des Stifts.

Seit 1684 ist die Kultivierung der „Großen Kapuzinerkresse“ (Tropaeolum majus) in Europa dokumentiert.ah



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