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Britta Samsen-Huch gibt Anregungen / Kinderkunstschule ist in Gemeindearbeit eingebunden

Wie die „Kunst Kids“ ihre Welt entdecken

Hessisch Oldendorf (bj). „Der Ton war matschig und hat an den Fingern geklebt“, erinnert sich die sechsjährige Angelina, als sie mit acht anderen Kindern am großen Tisch des Ateliers der Künstlerin Britta Samsen-Huch sitzt. Vor den Kindern stehen von ihnen geschaffene Kunstwerke aus Ton, die nun glasiert werden sollen. „Habt ihr alle einen Pinsel?“, fragt Britta Samsen-Huch, ehe sie sich von den Kindern noch einmal erklären lässt, welche Farben wie gemischt werden können. Aufmerksam und konzentriert sind alle bei der Sache, fragen gezielt nach, um dann mit dem eigenen Werkstück anzufangen. Die „Kunst Kids“, wie sich die kleinen Künstler nennen, treffen sich alle vierzehn Tage am Mittwochnachmittag in Huchs Atelier in der Schulstraße.

veröffentlicht am 12.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:21 Uhr

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Die Hessisch Oldendorfer Künstlerin Britta Samsen-Huch hatte vor knapp zehn Jahren den Wunsch, eine eigene Kinderkunstschule zu gründen. „Dazu fehlte mir die damals nötige pädagogische Ausbildung“, sagt sie und ist froh, dass ihr Pastor Michael Hensel die Möglichkeit eröffnete, die Kinderkunstschule in das Angebot der Gemeindearbeit der St. Mariengemeinde einzubinden. Seit 2003 arbeitet Britta Samsen-Huch mit fünf- bis zehnjährigen Kindern. Sie schätzt, dass es seitdem ungefähr 150 Kinder sind, die mit ihr den Einstieg in die Kunst im weitesten Sinn des Wortes gewagt haben. Die Jungen und Mädchen sind mit Spaß dabei und kommen, wie der achtjährige Bjarne, „weil wir hier echt arbeiten und es Süßigkeiten gibt“. Es ist ein offenes Angebot, das die bekannte Künstlerin macht, in das interessierte Kinder jederzeit einsteigen können. Sie arbeitet mit den Mädchen und Jungen zu verschiedenen Themen und Projekten, sie gestaltete unter anderem einige Bushaltestellen mit den kleinen Künstlern. Die „Kunst Kids“ hatten schon eigene Ausstellungen im Werkhaus und sie besuchen Museen.

Seit einigen Wochen steht die Arbeit mit Ton im Mittelpunkt der Treffen. „Mir ist es wichtig, dass die Kinder die Materialien in ihrer Haptik, Form, Farbe und Beschaffenheit kennenlernen“, erklärt Britta Samsen-Huch, während die jungen Kunstschaffenden ihre Masken glasieren. „Ich habe den Kindern eine Maske gezeigt, auf die sie sich beziehen sollten. Wenn die Kinder dann aber eigene Ideen entwickeln, ist mir das sehr lieb, denn wir stehen unter keinem Druck“, erklärt sie.

Ihr ist es wichtig, dass sich die Kinder „die Welt erspielen, während sie mit den Werkstoffen arbeiten“. Sie können und sollen auf Entdeckungsreise gehen und kein perfektes Kunstwerk oder eine Kopie davon abliefern. Als Britta Samsen-Huch den Kindern Elektroschrott hinlegte, bauten die Mädchen und Jungen die Teile wie alte Toaster, Faxgeräte oder Bügeleisen auseinander, um sie dann nach eigenen Ideen zu Schrottskulpturen zusammenzusetzen. „Mein Anspruch ist: Die Kinder sollen die Welt entdecken, mit Dingen, die man in den perfekt durchgestylten Kinderzimmern nicht mehr findet“, erklärt die Künstlerin.

Die Maske von Aaron ist fertig.
  • Die Maske von Aaron ist fertig.
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Die Gipsmasken sind bereits getrocknet. Nun können Aaron (li.) und Biane mit dem Glasieren beginnen.



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