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Stellvertretender Bürgermeister tritt nach 18 Jahren ab / Im Interview erzählt er witzige Anekdoten

Wie Beißner mit Marilyn Monroe flirtete

Hessisch Oldendorf. Heinz Beißner (SPD) ist nicht mehr stellvertretender Bürgermeister der Stadt Hessisch Oldendorf. In der Ratssitzung am Donnerstagabend wurde Marco Guss (SPD) zu seinem Nachfolger gewählt. Beißner wird sein Amt bis zum Jahresende ausüben. Der Pötzener blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurück und die Fußstapfen, die er hinterlässt, sind groß. Im Interview spricht er über seine Amtszeit, warum Hessisch Oldendorf nicht in Hessen liegt – und weshalb ihm Frauen am Herzen liegen.

veröffentlicht am 28.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Herr Beißner, Sie sind ja durchaus für Ihren Wortwitz und einen besonderen Humor bekannt. Ist das immer gut angekommen?

Meistens ja, dass ich ein Fettnäpfchen getroffen habe, ist eher die Ausnahme. Dazu zählt eine Begegnung mit der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Hessisch Oldendorf. Die Dame stellte sich im Ortsrat vor und nach diesem Kennenlernen wies ich sie darauf hin, dass wir keine Frauenbeauftragte benötigen, da uns die Frauen ja sowieso am Herzen lägen. Ich dokumentierte dies mit meiner Krawatte, auf der Marilyn Monroe zu sehen war. Ihre Reaktion war verhalten, Freundschaft haben wir nie schließen können.

Erinnern Sie sich an den Einstieg in Ihre Bürgermeister-Laufbahn?

3 Bilder

1973 fand die erste Wahl nach der Gebietsreform statt. Ich habe damals für die KVP (Kommunalpolitische Vereinigung Pötzen) kandidiert. Ich wurde nicht nur in den Ortsrat gewählt, sondern auch gleich zum Bürgermeister der Ortschaft Süntel. Mit einer Unterbrechung von 1981 bis 1986 habe ich dieses Amt bis 2011 innegehabt. Auf Stadtebene übe ich das Amt als Bürgermeister oder als dessen Stellvertreter seit 1996 aus.

Herr Beißner, wie viele Jahre haben Sie das Amt des Bürgermeisters ausgeübt?

Das kommt darauf an, welches Bürgermeisteramt Sie meinen, denn als Bürgermeister der Ortschaft Süntel bringe ich es immerhin auf stattliche 33,5 Jahre, als Bürgermeister oder stellvertretender Bürgermeister von Hessisch Oldendorf sind es 18 Jahre.

Es gibt sicher eine Fülle von Erinnerungen, welche nimmt einen besonderen Platz ein?

Da fällt mir ein Besuch anlässlich eines Neujahrsempfangs in unserer Partnerstadt Gransee ein. Der dortige Landrat begrüßte uns als Gäste aus Hessen. Glücklicherweise war ich mit meiner Rede nach ihm an der Reihe und konnte den Brandenburgern aus dem Stegreif eine kleine Lehrstunde in Geschichte und Geografie erteilen. An die aufmerksame Zuhörerschaft und die Resonanz in der dortigen lokalen Presse erinnere ich mich sehr gern.

Als Bürgermeister gilt es, eine Reihe von Verpflichtungen wahrzunehmen. Welche davon haben Sie stets besonders gerne übernommen?

Zu meiner eigenen Verwunderung waren es nach einigen Jahren die Besuche anlässlich besonderer Geburtstage. Als ich als Bürgermeister anfing, war ich 25 Jahre alt und es fiel mir schwer, für mich damals fremde Menschen, die mindestens 80 Jahre alt waren, zu besuchen. Ich habe dann die überraschende Entdeckung gemacht, dass die älteren Menschen glücklich waren, wenn ihnen jemand zuhörte und dass ich durch die Erzählungen der Jubilare viel lernen konnte.

Die Bereitschaft, sich auf kommunalpolitischer Ebene zu engagieren, sinkt. Die Parteien haben Probleme, Kandidaten zu finden. Haben Sie eine Erklärung dafür oder gar einen Ratschlag für die amtierenden Kommunalpolitiker, diesen Trend zu brechen?

Ich denke, dass handelnde Personen, die über das Ziel hinausschießen, dazu beitragen, dem Unbeteiligten das Metier Politik als nicht erstrebenswert erscheinen zu lassen. Wir sollten nicht im Gegenüber, auch wenn er politisch anderer Meinung ist, einen Bösewicht vermuten. Denn immerhin engagiert auch er sich auf seine Art für das Gemeinwohl. Wir sind auf kommunaler Ebene so dicht an den Menschen, dass wir eine ganz besondere Verantwortung haben und ein tolerantes Beispiel geben und uns nicht gegenseitig madig machen müssen.

Interview:

Barbara

Jahn- Deterding

„Wir sollten nicht im Gegenüber, auch wenn er politisch anderer Meinung ist, einen Bösewicht vermuten“: Heinz Beißner bei der Ratssitzung am Donnerstag. Sein Mandat im Rat sowie dessen Vorsitz behält er. Als Abschiedsgeschenk erhielt er übrigens insgesamt acht Flaschen Wein.rom



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