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Mietfreiheit allein zieht nicht: Nur ein Interessent nimmt teil / Bewertung auf Ausschuss verschoben

Wettbewerb scheitert trotz Lockangebot

Hessisch Oldendorf (doro). Einen einzigen Bewerber gibt es für den Wettbewerb „Wachstum findet innen.stadt“, der am vergangenen Freitag endete und zur Belebung der Hessisch Oldendorfer Innenstadt beitragen soll. Und das, obwohl die Bedingungen verlockend scheinen: Ein Jahr Mietfreiheit wird den Interessenten in einem von drei leerstehenden Objekten geboten. Ausgeschrieben waren Läden in der zentralen Langen Straße: Der ehemalige „Ihr Platz“, das frühere Obst- und Gemüsegeschäft Hisar sowie das ehemalige Porzellan-Geschäft Kaiser, dem viele kurzlebige Geschäfte folgten. Im ersten Jahr hätten die Mieter nur die Nebenkosten zu tragen, Existenzgründern wird Hilfe durch das Netzwerk des Stadtmarketings zugesagt. Warum also ist die Resonanz derart gering?

veröffentlicht am 04.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:21 Uhr

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Eine Bewertung will im Moment niemand in der Hessisch Oldendorfer Verwaltung abgeben. Man wolle die Entscheidungsfindung der sechsköpfigen Jury nicht beeinflussen, heißt es. Diese müsse sich zunächst beraten. „Ich werde zuerst die Vertreter des politischen Raumes informieren, im Anschluss daran wird eine Information der Medien erfolgen“, erklärt der Bürgermeister. „Das Konzept, das vorliegt, müssen wir jetzt erst einmal prüfen“, ergänzt Pressesprecher Hermann Faust. Am Freitag soll mit Jury, Stadtmanager und Politik über den Wettbewerb diskutiert werden. „Das ist nicht wie bei einem Fußballspiel, bei dem nach dem Schlusspfiff gleich das Ergebnis feststeht“, meint Faust.

Was aber muss bei nur einem Wettbewerber eigentlich geprüft werden? „Ob dieser die Wettbewerbsbedingungen erfüllt und damit für eine Prämierung in Frage kommt“, heißt es kurz und knapp in der Pressemitteilung. Eine ganze Woche ist für die Prüfung angesetzt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs und die Schlüsse, die das Stadtmarketing Hessisch Oldendorf daraus zieht, sollen dann in der Sitzung des Fachausschusses für Wirtschaft, Kultur und Tourismus am Dienstag nächster Woche vorgestellt werden.

Ob er mehr erwartet hätte, beziehungsweise wie er das Ergebnis bewertet, will Stadtmanager Stefan Schlichte nicht sagen – er sei ebenfalls an die Abmachung mit der Stadt gebunden.

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Beantwortet werden kann damit auch die Frage noch nicht, ob sich der einzige Bewerber – wenn er denn die Rahmenbedingungen erfüllt – das Miet-Objekt aussuchen kann. Ebenso wenig, ob es sich um eine Neuansiedlung handelt oder von wo der Bewerber kommt.

Inwiefern die Entscheidung der Jury, wie von der Stadt befürchtet, durch Presseartikel beeinflusst wird, ist eine Frage, die nach der Entscheidungsfindung immer noch interessant ist, denn: Sollte sich diese nicht allein an Richtlinien orientieren, die erfüllt werden müssen? Oder wird womöglich darüber diskutiert, ob sich ein einzelner Wettbewerber überhaupt lohnt? Zumindest in der Broschüre ist nichts über eine Mindestteilnehmerzahl zu lesen. Dem Papier ist lediglich zu entnehmen, dass es sich um eine Neuansiedlung handeln muss.

Zumindest einer aus den Reihen der Politik wagt sich schon mal aus der Deckung und nimmt Stellung zu dem ernüchternden Ergebnis. Ratsherr Otto Deppmeyer (CDU) meint: „Es ist richtig, sich Gedanken zu machen und Neues auszuprobieren. Doch man muss akzeptieren, dass es Veränderungen gibt, die nicht zu beeinflussen sind.“ Dafür, die Innenstadt so zu beleben wie früher, sieht er kaum Chancen. Hessisch Oldendorf habe nicht die Größe wie Rinteln oder Hameln und müsse sich „neu orientieren“.

Diese beiden Objekte in der Langen Straße sind ebenfalls Teil des Wettbewerbs.



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