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Jugendzeltplatz in der Ferienzeit begehrt und schnell ausgebucht / Belegung sonst aber eher mager

Wer Urlaub am Süntelbad machen will, braucht Glück

Haddessen (bj). „Die wollen alle nicht mit, weil man sich angeblich schmutzig macht“, sagt Michelle und Sabrina ergänzt: „Die finden es doof, dass man kein Handy mitbringen darf.“ Die beiden Mädchen gehören zu einer Gruppe der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) und äußern ihr Unverständnis darüber, dass aus ihrem Freundeskreis und ihren Schulklassen niemand mit in die Ferienfreizeit kommt. Die verbringt die Jugendgruppe aus Schiefbahn im Städtedreieck Mönchengladbach/Düsseldorf/Krefeld in diesen Tagen auf dem Jugendzeltplatz am Süntelbad Haddessen.

veröffentlicht am 24.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

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Auch Betreuer Sven Lindemann bedauert, dass „es immer schwieriger wird, Kinder zu kriegen, die mitfahren möchten. Wir sind neun Betreuer, da wäre es schön, wenn mehr Teilnehmer dabei wären“, sagt er. Für die 28 Kinder und jungen Leute zwischen acht und 17 Jahren ist das neunköpfige Team somit ein Luxus, denn „es ist immer einer da, der sich um uns kümmert und mit dem man Quatsch machen kann“, freut sich einer den kleineren Jungen. „Ja, die malen uns sogar nachts einfach an“, verrät der neunjährige Elias. Das ruft prompt den Widerspruch von Peter Callens hervor. Der Betreuer stellt klar, „wir malen euch nicht einfach an. Ihr bekommt alle einen Buchstaben auf die Stirn geschrieben und müsst am nächsten Morgen herausfinden, welches Wort oder welcher Satz sich aus allen Buchstaben daraus ergibt.“

Die vier weiblichen und fünf männlichen Betreuer haben für die zwei Wochen auf dem Zeltplatz ein großes Repertoire an Aktionen und Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Das reicht von Nachtwanderungen, Ausflügen in die Umgebung, Wettspielen bis zum Thementag. Die sechzehnjährige Sabrina, die seit ihrem achten Lebensjahr mit der KJG unterwegs ist, erklärt: „Dann bekommt jede Gruppe ein Thema, muss dazu Kostüme basteln und sich Aktionen überlegen, die dazu passen.“ Und das sei gar nicht so einfach, gelte es doch, aus dem eigenen Kleiderfundus passend zum Thema Bergbau, Land- oder Forstwirtschaft aufzutreten, erzählt Ihre Königliche Hoheit Steffi. „So werde ich hier von allen Teilnehmern genannt“, lacht die Betreuerin und fährt fort: „Hier hat jeder seinen Spitznamen, das gehört dazu. Es ergibt sich meistens, weil man mal eine entsprechende Schote gerissen hat.“

In den letzten Tagen mussten die Betreuer nicht so tief in die Trickkiste greifen, weil das Sommerwetter Badespaß pur ermöglichte. Und dann ist die unmittelbare Nähe des Zeltplatzes zum Süntelbad optimal. Eine solche Lage ist ein wesentliches Kriterium, wenn es an die Auswahl des Zeltplatzes für eine Freizeit der KJG geht. „Ich filtere aus dem Internet jedes Jahr rund 100 Plätze heraus. Ich schaue dabei auf die sanitären Einrichtungen, die Lage, den Preis und die Stromversorgung. Dann setzt sich das Team zusammen und wählt fünf bis sechs Plätze aus, die wir uns angucken“, erklärt Peter Callens. Der Ortstermin mit dem Vorsitzenden der DLRG-Ortsgruppe Haddessen, Herm Henkel, habe die Erwartungen erfüllt und „nun sind wir hier“. Um den Platz während der Sommerferien mieten zu können, braucht es nach den Erfahrungen von Heinz Beißner schon ein Quäntchen Glück. „In den großen Ferien drängt es sich, dann müssen wir leider auch Absagen erteilen“, bedauert der Vorsitzende des Fördervereins Süntelbad. Die Belegung außerhalb der Schulferien sei dagegen eher mager. „Dann kommen zwar Schulklassen mal für ein bis zwei Tage, aber für die geschäftlichen Belange unseres Bades sind größere Gruppen natürlich einträglicher“, fügt er an. Kaum ist die Entscheidung für den Zeltplatz am Süntelbad in Haddessen gefallen, beginnt die logistische Vorbereitung. „Als die Kinder am Sonntag kamen, war hier alles vorbereitet. Die Gruppenzelte standen, das Küchenzelt war eingerichtet. Wir bringen ja vom Bräter bis zu den Lebensmitteln alles mit“, erklärt Steffi. Die Betreuerin ist bereits das sechste Mal dabei: „Weil es einfach Spaß macht.“ Und das offenbar nicht nur den ehrenamtlichen Betreuern, denn auch Annemarie Callens ist als „Küchenmutti“ schon mehr als zehn Jahre mit Gruppen unterwegs. Wenn aber selbst das Essen, das sie nach den Wünschen der Kinder gemeinsam mit Lydia Mertens kocht, nicht so richtig schmeckt, weil das Heimweh den einen oder anderen übermannt, dann hilft nur eins: „Dann gibt es unsere Heimwehtropfen. Und auf das Rezept haben wir ein Patent“, lächelt Betreuer Sven Lindemann, macht es sich auf seinem Handtuch gemütlich, während die Mädchen und Jungen mit anderen Betreuern zum Schwimmbecken flitzen.

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  • Elias (v. li.), David und Mattia zeigen, wie man es sich auf den Liegen gemütlich machen kann.


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