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Für Ingenieur Wolfgang Donatus gibt es immer etwas zu verbessern oder zu vereinfachen

Wenn Technik die Fantasie beflügelt

Hessisch Oldendorf (roh). Er ist ein klassischer Technikfreak und mit handelsüblichen Lösungen nur selten zufrieden. Für Wolfgang Donatus gibt es an technischen Geräten und Fahrzeugen immer etwas zu verändern. Bereits als Kind hat er sich für die unterschiedlichen Fahrzeuge interessiert, hat ganz jungentypisch Modellflugzeuge gebastelt und schon als Jugendlicher sehnsüchtig gen Himmel geschaut, wenn das Dröhnen der Flugzeugmotoren seine Fantasien beflügelte.

veröffentlicht am 15.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:21 Uhr

Wolfgang Donatus hat sich nachträglich einen Ruderplatz oberhalb
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Zunächst aber war es das Auto, das für den Diplom-Ingenieur wichtigstes Fortbewegungsmittel wurde. Rund zwei Millionen Kilometer ist er in seinen 75 Lebensjahren gefahren. „Die meisten Kilometer davon waren beruflich bedingt“, betont er. Zwar hat er zunächst Apparate- und Kesselbauer gelernt, wurde aber wegen seiner offenkundigen Technikbegabung sehr schnell zu höheren Aufgaben berufen. „Mein damaliger Chef hat mich direkt nach der Lehre ins Studium geschickt, und deswegen hatte ich bereits mit 22 Jahren das Diplom in der Tasche. Es folgten 32 Jahre als Bezirksingenieur eines großen deutschen Industrieanlagenunternehmens. Donatus reiste beruflich nach England, Spanien, aber auch nach Kuwait, Saudi-Arabien und in den Irak. Und schaffte sich schon damals auf eigene Kosten ein Autotelefon an. „Von Mobiltelefonen waren wir damals noch weit entfernt“, erinnert er sich. 4500 Mark habe das Telefon gekostet, „aber das Gerät hat Arbeitsabläufe optimiert“.

Wenn im Leben von Wolfgang Donatus, ganz gleich, ob im Beruf oder in der Freizeit, ein technisches Problem auftaucht, dann sucht der Ingenieur nach pragmatischen Lösungen. So wie damals, während der Pilotenausbildung. „Als ich 1972 die Privatpilotenlizenz in Hannover erwarb, fiel den Ausbildern meine Begeisterung auf. Ich musste nicht mehr am Gruppenunterricht teilnehmen, sondern erhielt von einem Fluglehrer Einzelstunden.“ Gestört hat ihn allerdings, dass es die Schriften, die es damals zum Lizenzerwerb zu studieren galt, nicht in zusammenhängender Form gab. Also erarbeitete Donatus kurzerhand eine Lektüre für die Privatpilotenausbildung, sein Fluglehrer fungierte als Lektor. Zum Druck kam es dann aber wegen der hohen Investitionskosten jedoch nicht.

Mit dem Flugschein war es Donatus endlich möglich, die Erde fliegend zu bereisen. Das tat er vorwiegend in seiner Freizeit, aber auch beruflich nutzte er das Flugzeug, um rasch an einen Einsatzort zu gelangen. Für seinen Arbeitgeber ein Novum, aber: „Weil es effektiv war, wurde die Anreise per Flugzeug toleriert.“ Als Privatpilot durfte er zwar keine Passagiere gewerbsmäßig transportieren, aber Freunde und Bekannte konnten selbstverständlich mitgenommen werden.

Anfang der 1990er Jahre entdeckte Donatus seine Liebe zum Golf und schnell war ihm klar: Fliegen oder Golfen – eines geht nur. „Wenn ich damals auf dem Golfplatz gestanden habe und ein Flugzeug flog über den Platz, dann wurde mir richtig warm ums Herz und ich wäre am liebsten gleich selbst in ein Flugzeug gestiegen“, erzählt er. Wenn er hingegen selbst in einem Flugzeug über den Golfplatz geflogen sei, dann hätte es ihn gereizt, sofort zur Landung anzusetzen. Eine Entscheidung musste her und sie fiel zugunsten des Golfs. Zurück bleiben wunderschöne Erinnerungen an die Fliegerei, an eine Sicherheitslandung auf einem französischen Militärflughafen, auf dem bombenbestückte Kampfflugzeuge auf ihren Einsatz warteten, aber auch die Erinnerung an eine Instrumentenlandung in Bremen.

War die Idee, für ein Buch zu schreiben, im Bereich Flugausbildung noch an den Investitionskosten gescheitert, hat sich Donatus diesen Traum schließlich im Golfsport erfüllt, denn auch dort gab es jede Menge zu verbessern. „Als ich mir die Regeln des Sports angesehen habe, musste ich feststellen, dass die Art und Weise der Dokumentation nicht sehr lesefreundlich gestaltet war.“ Ganz pragmatisch schrieb der Ingenieur ein Buch, das es ihm erleichterte, die Regeln nachzuschlagen. Donatus‘ leicht verständliches Regelwerk „Golfregeln Praktisch“ hat es mittlerweile in die 10. Auflage geschafft und sich über 35 000-mal verkauft, es ist sogar auf Schwedisch erschienen. Von den Einnahmen hat sich der mobile (Un)ruheständler ein Motorboot gekauft. „Ich hatte zuvor schon häufiger ein Motorboot in Mecklenburg-Vorpommern gechartert, aber ein eigenes ist doch noch ein bisschen besser.“ Aber so einfach kaufen und nutzen, das ist nicht die Sache des technikbegeisterten Ingenieurs. Aufgerüstet habe er sein Boot, Bug- und Heckstrahlruder einbauen lassen, ein zweiter Ruderstand über dem Salon sei hinzugekommen und selbst eine Fernsteuerung hat Donatus nicht ausgelassen. Gerne erinnert er sich an eine Begebenheit in einem aus allen Nähten platzenden Motorboothafen. „Zwischen zwei riesigen Yachten war noch ein wenig Platz. Leute auf Luxusschiffen saßen an Deck und blickten zu mir herab, beobachteten mich förmlich.“ Donatus grinst. Er meinte, eine gewisse Überheblichkeit in den Blicken der Zuschauer ausgemacht zu haben. „Die freuten sich scheinbar diebisch darauf, mein ,Einparkmanöver‘ beobachten zu dürfen.“ Dank der besonderen technischen Ausstattung seines Bootes war das Anlegen für Donatus nur ein Kinderspiel. „Ich werde nie die verdutzten Gesichter und offenen Münder vergessen.“

Wolfgang Donatus im Alter von 41 Jahren neben einer Cessna 172. Mit dem Flugzeug bereiste er die Welt – beruflich und privat.

Foto: pr



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