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Immer wieder kommt es im Stadtgebiet zum Ausfall von Straßenlaternen / Fehlersuche läuft

Wenn Schnecken das Licht ausmachen

Hessisch Oldendorf (pj/ch) Unbeschwert ist man in der hell erleuchteten Stadt oder in einem Dorf unterwegs, der eine pfeift ein Liedchen, der andere träumt vor sich hin – bis plötzlich das Licht ausgeht. Auch wenn dann nicht die ganze Stadt auf einmal im Dunkeln liegt, ist es doch ein seltsames Gefühl, wenn die Straßenlaterne, die eben noch Licht gespendet hat, plötzlich erlischt. Immer wieder gibt es im Rathaus der Stadt Hessisch Oldendorf Meldungen über eine defekte Straßenbeleuchtung. Kurios ist vor allem eine Ursache dafür: So dringt in Bensen eine Nacktschneckenart immer wieder in die Masten und Laternen ein. Wenn die Tiere über die elektrischen Kontakte kriechen, kommt es regelmäßig zu Kurzschlüssen, die Beleuchtung schaltet sich ab, und von der Schnecke bleibt nur noch eine Schleimspur übrig.

veröffentlicht am 03.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:21 Uhr

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Häufiger sei jedoch einfach das Alter der Laternen am Lichtausfall schuld, erklärt Christian Mork, der für die Unterhaltung dieses Teiles der städtischen Infrastruktur verantwortlich ist: „Das Netz der Beleuchtungsanlagen im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Die ältesten Teile sind schon rund 50 Jahre alt, sodass Ausfälle der Beleuchtung ganz normal sind.“

Im Herbst und Winter kommen Regen, Schnee oder Frost hinzu, die den Schaden noch beschleunigen. Denn wenn Feuchtigkeit in die alten Anlagen eindringt, werden die Sicherungen ausgelöst. Häufig befinden sich Schadstellen etwa bei alten, undichten Muffen in der Erdverkabelung der Beleuchtungsanlagen oder an Stellen, wo unbemerkt Beleuchtungskabel durch Bauarbeiten im Straßenraum beschädigt wurden. Hier kann dann die Feuchtigkeit eindringen und bewirken, dass die Beleuchtung im gesamten Netz ausfällt.

Die Fehlersuche, bei der auch tagsüber die Straßenbeleuchtung oft mehrere Tage lang in Betrieb bleiben muss, kann mehrere Wochen dauern. Denn die Monteure, zumeist Mitarbeiter des Abwasserbetriebes, aber auch privater Unternehmen, müssen sich mit ihren Messgeräten von Laterne zu Laterne durcharbeiten, und schlimmstenfalls wird der Schaden erst bei der letzten Laterne gefunden. Durch Routine und Kenntnis der Schwachstellen eines Netzes ist das zum Glück zwar nur selten der Fall, aber auch nach der Lokalisierung der Schäden kann sich die Reparatur noch hinziehen, denn oftmals ist ein gesamter Erdkabelstrang auszutauschen, wie zuletzt im Bereich des Horstweges in der Hessisch Oldendorfer Kernstadt geschehen.

Seit Jahren gibt es Probleme in der Welseder Straße in der Kernstadt. Vor allem, wenn es stärker geregnet hat, gehen buchstäblich die Lichter aus. „Wir haben schon viel erreichen können, doch das Problem ist noch nicht vollständig gelöst. Wir arbeiten weiter dran“, sagt Christian Mork.

Auf Fehlersuche sind die Fachleute auch schon seit längerer Zeit im Hessisch Oldendorfer Ortsteil Weibeck. „Immer, wenn es regnet und starker Wind dabei ist, gibt es Schwierigkeiten“, erklärt der zuständige Mitarbeiter der Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung. Der Fehler könne verschiedene Ursachen haben. Der Wind drücke das Wasser an einer Stelle rein oder durch den Wind bewege sich eine Lampe und scheuere an einem Kabel, sodass es zum Kurzschluss komme – „wir suchen weiter“, sagt Christian Mork.

„Auch das Material der eingesetzten Leuchtmittel hält nicht ewig und ist somit ein weiterer Grund für Ausfälle“, sagt Christian Mork. Die Lampen haben eine Lebensdauer von etwa zweieinhalb bis vier Jahren. Das Ende kündigt sich durch Flackern bis hin zu zeitweisem Ausfall der Laterne an. „Wenn es so weit ist, werden diese Leuchtmittel ausgetauscht, wobei dies dann meistens bei allen Laternen eines Straßenzuges geschieht und die Glaskörper der Laternen gereinigt werden, um eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung der Straße zu gewährleisten“, erklärt Christian Mork die Vorgehensweise bei der Instandhaltung.

Im vergangenen Jahr sind für die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung 35 000 Euro aufgelaufen. Dabei geht es nicht nur um Reparaturen und den Ersatz von Leuchtkörpern. „Ein größerer Betrag kommt schnell zusammen, wenn etwa über eine Strecke von 50 Metern Kabel ausgewechselt werden müssen“, führt Mork aus. Die schweren Schäden am Beleuchtungsnetz würden durch die kontinuierliche Instandhaltung von Jahr zu Jahr weniger werden, erklärt Christian Mork. Um bei Problemen möglichst schnell reagieren zu können, bittet die Stadt darum, Störungen zu melden.

Im Zusammenhang mit den Kosten weist er in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dabei immer energiesparende Leuchtmittel eingesetzt werden, soweit dies technisch möglich ist. Inwieweit eine Umstellung auf ökologische Straßenbeleuchtung ins Auge gefasst wird, wollte der Ratsherr Wilfried Schnase am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement wissen. „Darüber machen wir uns ebenso Gedanken wie über weitere Einsparmaßnahmen“, antwortet Christian Mork. Muss ein Leuchtmittel erneuert werden, wird es durch ein neues mit einer Leistung von 33 Watt ersetzt. „Die meisten Lampen haben 55 Watt, 80-Watt-Lampen haben wir im Stadtgebiet nur sehr wenige“, führt Christian Mork aus. Im Durchschnitt komme man auf 60 Watt, „das ist ein niedriger Wert, da kann man nicht mehr viel sparen“, erklärt der für diesen Bereich zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung den Ausschussmitgliedern. Insgesamt 2650 Straßenlaternen erleuchten nachts die Kernstadt und die Hessisch Oldendorfer Dörfer. An Stromkosten wurden im Vorjahr 66 000 Euro abgerechnet. Vom Umstieg auf LED-Leuchten verspricht sich Christian Mork derzeit noch nicht wirklich viel: „Hohe Investition und eine Technik, die noch nicht zu Ende entwickelt ist.“



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