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Skateranlage sorgt als neuer Freizeittreff in Hessisch Oldendorf für große Freude

Wenn Jugendliche Luftsprünge machen

Hessisch Oldendorf. Wenn Jugendliche Luftsprünge machen, öffentlich zeigen, dass sie sich so richtig wohlfühlen, kommt das meist in Fußballstadien, bei Rockkonzerten oder privaten Feiern vor. Doch seit es in Hessisch Oldendorf die neue Skateranlage gibt, gehen dort regelmäßig Jugendliche und Kinder in die Luft – mit Scooter, BMX-Rad oder Inlinern. Nun ist die Anlage, die aus Quarterpipe, Funbox und Bank besteht, offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden.

veröffentlicht am 15.04.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:21 Uhr

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VON ANNETTE HENSEL
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„Hier geht alles“, schwärmen Aaron (16), Fabian (14), Tobias (19) und Lukas (18), bevor sie einige Kostproben ihres Könnens zeigen: Handstand (gesprochen: Händständ) auf der Quarter, Air über’m Coping, 180 oder auch Fakie Desaster. Klingt alles ein wenig freaky (verrückt) – und das sind die dazugehörigen Bewegungen auch. Da fährt ein Inlineskater auf die Quarterpipe, macht einen Handstand oben an der Metallkante (Coping), an der der BMX-Fahrer in die Luft geht und ein Scooterfahrer eine halbe Drehung vollzieht, bevor er wieder hinuntersaust. Bei dem Tempo sieht das nicht ganz ungefährlich aus. „Benutzung auf eigene Gefahr“, steht auf dem Schild vor der Anlage.

Aaron, der Werkzeug mitbringt, falls mal eine Schraube locker sitzt, erzählt, dass es bereits die eine oder andere blutige Lippe, zahlreiche Schürfwunden und blaue Flecken gegeben habe. Doch das hindert die Jugendlichen nicht daran, wiederzukehren und ihre Skaterkünste weiter zu perfektionieren.

Das Thema Skateranlage hat schon so etwas von einer unendlichen Geschichte, die endlich ein Happy End erlebt. „Im Verein für Kinder- und Jugendarbeit haben wir bereits im Jahr 2002 darüber diskutiert“, erklärt Vorstandsmitglied Anke Franke. Bürgermeister Harald Krüger erinnert an die erste, aus Holz und Stahl gebaute Anlage in der Nähe des Feuerwehrhauses. Da sie sehr unterhaltungsintensiv gewesen sei, habe sie bis auf eine Minirampe am neuen Standort in der Weserstraße abgerüstet werden müssen. Jugendliche aus der „sehr aktiven Skaterszene“ hätten sich daraufhin eine eigene Rampe gebaut – „aber die ging aus Sicherheitsgründen nicht“, betont Krüger.

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  • Bürgermeister Harald Krüger eröffnet die neue Skateranlage.

Unter ihrer Mitwirkung habe die Stadt dann vor etwa fünf Jahren erste Ideen für eine Attraktivitätssteigerung der Anlage gesammelt. Da ein witterungsbeständiges Modell aus Beton wie in Stadthagen mit einer enormen Investition verbunden gewesen sei, habe man ein Leaderprojekt daraus gemacht, fügt er hinzu und ergänzt: „Bis mit dem Bau begonnen werden konnte, mussten rechtliche Voraussetzungen geklärt werden wie die Änderung des Flächennutzungsplanes.“

Nach Baumittelbeantragung (2010), deren Genehmigung (2011) und der Baugenehmigung (2012) wurde die Anlage in der Nähe des Bahnübergangs im Frühjahr 2013 fertiggestellt. Gekostet hat sie 43 500 Euro – 18 000 Euro stammen aus EU-Mitteln, 12 500 Euro vom Landkreis Hameln-Pyrmont, der Rest wurde eigenfinanziert.

„Damit ist ein eigenes Stück Stadtraum für Kinder und Jugendliche entstanden“, so der Bürgermeister, der den Wunsch äußert, „dass ihr viel Freude an der Anlage habt und unverletzt bleibt“. Ortsbürgermeister Claus Clavey bezeichnet die Anlage als „ein echtes Highlight“, das nach der Einweihung des Bolzplatzes 2013 das Angebot für junge Familien in der Kernstadt aufwerte. „Endlich haben wir einen Treffpunkt für Jugendliche“, sagt auch Tarik Oenelcin.

Für den Kinder- und Jugendrat unter Leitung des Stadtjugendpflegers, der in Sachen Skateranlage nie lockerließ, sagt Christina Kindermann: „Danke, toll, dass die Anlage jetzt steht.“ „Der Standort ist optimal, sonst haben Jugendliche hier ja keine Fläche“, erklären Anwohner und erzählen, dass auf der Anlage immer viel los sei.

„Nur nachts kommen leider manchmal andere junge Leute hierher – da wünschen wir uns, dass alle mehr Verantwortung für die Ordnung auf dem Platz übernehmen.“ Im Rahmen ihrer Aufgabe als Streetworkerin wird zukünftig Sozialarbeiterin Christina Traurig regelmäßig vor Ort sein.

„Jetzt fehlt uns hier nur noch ein Treppenset mit einem Rail, das wäre einfach top“, meint ein Jugendlicher. Tony (12) aus Hameln, der zur Einweihungsfeier zwei Freunde mitgebracht hat und beim Skaten so richtig in Fahrt kommt, erklärt: „Die Anlage hier ist gut, besser als die in Hameln, wir kommen bestimmt häufiger hierher.“



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