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Workshop zu dreidimensionaler Fotografie im Naturnahzentrum Schillat-Höhle

Wenn Bilder ins Gesicht springen

Hessisch Oldendorf. In der Fotografie ist die dreidimensional wirkende Wiedergabe von Bildern, 3D genannt, eine Nische, in der nur wenige Spezialisten experimentieren. Ebenfalls eher eine Nische war der kleine Seminarraum im Naturnahzentrum Schillat-Höhle, in dem Dr. Kurt Gilde am Samstag in seinem 3D-Fotoworkshop „Frühlingserwachen“ überraschende Einblicke in dieses faszinierende Experimentierfeld bot. Und klein war das Teilnehmerfeld mit vier gesetzten Herren, die allerdings, wie etwa Wolfgang Brandes und Rudolf Fladung aus Göttingen weite Anreisen in Kauf genommen hatten.

veröffentlicht am 25.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:56 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Nun ist Dr. Kurt Gilde auf dem Gebiet der 3D-Fotografie ein überregional ausgewiesener Experte, der seinen Teilnehmern diese spannende Materie auch locker und mit viel Empathie nahezubringen versteht. Der theoretische Teil seines Workshops ist kurz und prägnant, denn ein paar Grundlagen über das stereoskopische, dreidimensionale Sehen, das Menschen, Primaten und einigen Raubtieren beispielsweise die Abschätzung von Entfernungen ermöglicht, sowie die folgende Umsetzung in die Fotografie müssen schon sein. Dann geht es vor die Tür, denn die Umgebung der Schillat-Höhle bietet genügend Motive, um das Gehörte gleich in der Praxis zu evaluieren. Die Teilnehmer sind mit Kameras verschiedener Güteklassen ausgerüstet, die Hochwertigkeit des Equipments spielt nicht die herausragende Rolle. Jeder hat auch einen Laptop im Gepäck, an dem die geschossenen Bilder weiter bearbeitet und in einem speziellen 3D-Programm aufbereitet werden.

Das Prinzip der 3D-Fotografie ist eigentlich ganz einfach. Man benötigt immer zwei Bilder eines Motivs, die aus dem Blickwinkel eines jeden Auges aufgenommen werden müssen, und zu Betrachten eine 3D-Brille mit einem roten linken Glas und einem grünen oder cyanfarbenen rechten Glas. Ohne Brille haben 3D-Fotos rote und cyanfarbene überlappende schmale Partien, die den Bildern eine gewisse Unschärfe verleihen, mit Brille springt dem Betrachter das Fotoobjekt geradezu ins Gesicht. So plastisch, als würde es vor einem stehen.

Dr. Kurt Gilde hat sich lange mit der 3D-Fotografie befasst und kennt sich aus wie sonst kaum jemand. „Da habe ich sogar ein neues Wort kreiert, das es eigentlich gar nicht gibt,“ verrät er. „Altraktiv ist ein Wort, das sich zusammensetzt aus alt, attraktiv und aktiv, und es steht für die Gesichter einer Bilderreihe, in der ich Porträtfotos von alten Menschen in 3D für eine Ausstellung gemacht habe.“ Ein Beispiel hat er mitgebracht, und das schwarz-weiße großformatige Foto einer 92-jährigen Dame ist gut und beeindruckend. Doch setzt man die 3D-Brille auf, bleibt ob dieser Brillanz und Plastizität glatt die Luft weg.

Dr. Kurt Gilde mit seiner selbstgebauten 3D-Kamera

Neben dem Unterhaltungseffekt hat die 3D-Fotografie ihren Platz in der Strukturbiologie, der Proteinkristallographie und der NMR-Spektroskopie, wo stereoskopische Bilder zur dreidimensionalen Darstellung bestimmter Phänomene verwendet werden. Doch als ein Randgebiet der Fotografie hat sie keine große Lobby, und es ist schwer, die passende Ausrüstung zu erwerben. Dr. Gilde baut daher in höchst filigraner Feinmechanikermanier fast alles selbst. Zwei Kameras auf einer Basis, miteinander verbundene synchron geschaltete Auslöser, mechanische Blenden- und Zeiteinstellung. Ein Modell hat er dabei, das es weltweit nur drei Mal gibt und das er gerne für Makro-Aufnahmen von kleinen Gegenständen aus nächster Nähe nutzt. Auch diese Spezialität vermittelt er seinen Teilnehmer, die voller Überzeugung sind, enorm viel über die 3D-Fotografie gelernt zu haben.



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