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Planungsbüro stellt sich den Fragen der Bürger zur Gestaltungssatzung für die Altstadt / Entwürfe sind bis 2. Mai im Rathaus einsehbar

„Weniger regeln, aber viel erreichen“

HESSISCH OLDENDORF. Auf einer Versammlung beantwortete Peter Flaspöhler vom Planungsbüro die Fragen von Bürgern zur neuen Gestaltungs- und Werbeanlagensatzung für die Altstadt. „Wir möchten weniger regeln, aber viel erreichen“, erklärt er. Noch haben Bürger die Gelegenheit, auf die Satzungen Einfluss zu nehmen.

veröffentlicht am 02.04.2017 um 18:40 Uhr

Handlungsbedarf gibt es zum Beispiel in der Schulstraße. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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Als ein Ergebnis des städtebaulichen Planungskonzeptes „HO baut um!“ müssen die Gestaltungs- und Werbeanlagensatzung aus dem Jahre 1998 laut eines Beschlusses des Verwaltungsausschusses inhaltlich überarbeitet werden. Die neuen Vorentwürfe zielen darauf ab, Regeln zur Verbesserung des Stadtbildes zu definieren (wir berichteten).

Dabei geht es primär um den Bereich der Altstadt zwischen den drei Kreiseln und der Paulstraße, unterteilt in drei Handlungsräume mit unterschiedlichen Anforderungen an die Gebäudegestaltung: Erhaltung (Sanierung), Umbau (Abriss/ Neubau bei wenig erhaltenswerten Gebäuden) sowie Nachverdichtung (in wenig strukturierten, lückenhaften Bereichen). Baudenkmäler sind nicht einbezogen, da sie Denkmalschutzvorschriften unterstehen.

Die bisherige Satzung sei sehr eng gefasst gewesen, habe den Eigentümern nur wenig Gestaltungsspielraum geboten. „Wir möchten weniger regeln, aber viel erreichen“, so Peter Flaspöhler vom beauftragten Planungsbüro. Um den Altstadtcharakter zu bewahren, sollen straßenseitige Fachwerkfassaden erhalten bleiben, sofern die Gebäudesubstanz dies zulässt. Veränderungen des Häuser-Ensembles sind nur im Hintergrund möglich. Der Entwurf geht auch auf Zäune und Natursteinmauern ein, die nicht höher als 1,20 Metern sein dürfen. Allerdings: „Alles, was da ist, hat Bestandsschutz“, betont Flaspöhler.

In der Langen Straße gibt es auch gelungene Beispiele. Foto: ah
  • In der Langen Straße gibt es auch gelungene Beispiele. Foto: ah

Auf einer öffentlichen Versammlung regt ein Bürger für die neuen örtlichen Bauvorschriften über die Gebäudegestaltung an, von außen an Häusern sichtbare Kabel mit aufzugreifen, da Satelliten-Schüsseln auch nicht frontseitig installiert werden dürften. Ein anderer fragt an, welche Möglichkeit es für Bauherren gebe, moderne Architektur anzusiedeln. „Im Altstadtbereich I, Lange Straße ist das auszuschließen, im hinteren Bereich der Grundstücke wäre das machbar“, antwortet Flaspöhler.

Bezüglich der Werbeanlagensatzung berichtet er, dass an den Geschäften in der Altstadt Flachwerbung, die ein Viertel der Fassadenbreite einnehmen darf sowie Schaufenstersterbeklebung (bis zu 20 Prozent) erlaubt sei. Außerdem dürfen Ausleger an der Fassade angebracht und Aufsteller positioniert werden. Verboten sind weiße Lichtwerbekästen.

„Und was ist mit Riesenwerbeanlagen?“, fragt ein Bürger. „Fremdwerbung ist in der Altstadt ausgeschlossen“, beruhigt Flaspöhler und weist darauf hin: „Werbeanlagen in der Altstadt müssen sich in das Straßenbild einfügen, dürfen die gestalterische Einheit der Fassade nicht durchbrechen und sind auf eine Höhe von 4,50 Metern begrenzt.“ „Entscheidend ist ein stimmiges, ansprechendes Gesamtbild“, ergänzt Martina Kexel vom Fachbereich Bauen und Planen.

Ab sofort sind die Entwürfe bis einschließlich 2. Mai im Rathaus im Flur der vierten Etage öffentlich einsehbar. Noch haben Bürger die Gelegenheit, auf die Satzungen Einfluss zu nehmen.

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