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Rumpelstrecken: Der Frost lässt grüßen

Weniger Geld, mehr Schäden – eine bittere Bilanz

Hessisch Oldendorf (doro). Der ungewöhnlich kalte und harte Winter hat auch den Straßen im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet zugesetzt. Rumpelige Oberflächen und tiefe Schlaglöcher, Abplatzungen, Längs- und Querrisse, Kantenabbrüche und Schlaglöcher nerven manchen Autofahrer und treiben der Stadt die Tränen in die Augen: Auf 106 000 Euro summieren sich die Kosten für den Winterdienst 2009/2010. Darin enthalten sind 21 000 Euro für 260 Tonnen Salz, 1000 Euro für 113 Tonnen Brechsand, 83 000 Euro für die Arbeitsstunden und 1000 Euro für den Kehrwagen.

veröffentlicht am 18.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

Mit Reparaturasphalt stopft Peter Tönsgöke vom Bauhof die zahlre
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Aber das ist noch nicht alles. Hinzu kommen 9000 Euro für den Salzvorratskauf im Sommer und 14 000 Euro für den Winter 2010. Auch das Salz, das das Land in den Jahren 2007 bis 2010 auf den Straßen verteilt hat, muss bezahlt werden. Macht zusammen: 175 000 Euro. Eingestellt ist die Summe in dem im März nachgebesserten Haushalt bereits.

Eine ähnlich hohe Summe, nämlich 178 000 Euro, bräuchte die Stadt, wenn sie alle Straßen gemäß den Wünschen der Ortsräte splitten würde. Zur Verfügung stehen aber nur 60 000 Euro, verwaltungsseitig wird nach einer Bereisung empfohlen, den Ansatz auf 70 000 Euro zu erhöhen. Mehr ist nicht drin angesichts der im Sinkflug befindlichen kommunalen Finanzen.

Die ärgsten Löcher wurden zunächst provisorisch mit rund sechs Tonnen bituminöser Reparaturmasse geflickt, „damit die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleistet ist“, wie Christian Mork, Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Räumliche Planung, Gewässer und Straßenwesen, erklärt. Die Rechnung der Splittaktion 2009 hat ergeben, dass für einen Quadratmeter Vorbehandeln und Absplitten im Mittel 3,65 Euro aufgewendet wurden. Für 2010 wird eine zehnprozentige Steigerung angenommen.

Im Sommer sollen zusätzlich die schlimmsten Straßen – insgesamt 13 – gesplittet werden. Die Summe dafür sei sogar höher als in den Vorjahren, betonte Bürgermeister Harald Krüger. Allerdings gab es da auch nicht so harte Winter. Über den Sommer sei mit weiteren Schäden zu rechnen, so Krüger. „Die Straßen im Stadtgebiet sind zwar vergleichsweise wenig belastet, aber sie sind weicher geworden und weisen Netzrisse auf.“

Um Folgekosten zu vermeiden, müsse eigentlich jetzt investiert werden, bestätigt Krüger – „doch wie sollen die entstehenden Schulden zurückgezahlt werden?“ Die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer angekündigte 100-Millionen-Euro-Hilfe, die hauptsächlich für Bundesstraßen und Autobahnen gedacht ist, bezeichnet der Bürgermeister als Witz. Das sei nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch der Vorschlag von Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode, Mittel aus dem Konjunkturpaket II zu verwenden, komme für Hessisch Oldendorf nicht in Frage. Diese Art der Verwendung, die bei den Beschlüssen im Bundestag 2008 noch ausdrücklich verboten war, soll es in Hessisch Oldendorf nicht geben. „Wir haben die Priorität auf die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude gelegt, und dazu stehe ich“, sagt Harald Krüger.

Davor, dass die Kommune durch solche Kosten handlungsunfähig wird, hat er keine Angst. Sie werde nur weiter eingeschränkt. Betrübt habe ihn, dass seine Sparvorschläge im Rat nicht auf Zustimmung gestoßen sind. Welche das gewesen sind, wollte er nicht verraten.

Kein Geheimnis jedenfalls ist, dass für eine grundlegende Sanierung der Straßen kein Geld da ist. „Ich weiß nicht, wie wir das in Zukunft schultern sollen“, sagt Harald Krüger. Lediglich die Straße zwischen Bensen und Höfingen soll in diesem Jahr ausgebaut werden, was ursprünglich im letzten Jahr schon geschehen sollte. Für die Maßnahme kommen zu zwei Dritteln die Betreiber der Biogasanlage und zu einem Drittel die Stadt auf.

Auf der Prioritätenliste der zu splittenden Straßen stehen die Rüschstraße in Hessisch Oldendorf, die Straßen Zum Heister, Steineiche und Diestelkamp in Rohdental und der Reuterkamp sowie der Hasselberg in Hemeringen. Im Sonnental wird die Straße Zur Fierwand gesplittet, in Hohenstein kommt Zur Eulenburg, der Osterkamp und Aufdem Berge an die Reihe.

In Fischbeck steht im Sommer der Sommerweg und Am Schmäling auf der Liste und in Süntel die Straße Im Wiesenthal.

Den Ortsräten bleibt es vorbehalten, weitere Straßen aus Dorfstrukturmitteln und Jagdpachtmitteln in die Maßnahme mit einzubringen.

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