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Laut Kriterienkatalog fehlen den Orten am Hohenstein positive Merkmale für die Dorferneuerung

Weiße Flecken auf der touristischen Landkarte

Lebendige Dorfgemeinschaft in Barksen: Werner Buchmeier organisierte eine Helferparty an der Schutz- und Wanderhütte.

veröffentlicht am 09.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 10:21 Uhr

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Zersen (doro). Malerisch schmiegen sich die Dörfer Zersen, Krückeberg, Wickbolsen und Barksen in die wellig-liebliche Landschaft des Süntels, darüber thront majestätisch die wilde Felslandschaft des Hohensteins. Über Krückeberg, Zersen und die Pappmühle erreicht man den schönsten Eingang in den Süntel, das Blutbachtal. Dort eröffnet sich ein Wald, so reich und vollkommen, wie man ihn in deutschen Mittelgebirgen suchen muss. In den Wiesen befindet sich zunächst die alte Mühle, dann kommt der klare dahineilende Bach inmitten raumgreifender Wälder und über allem schließlich die in der Gegend einmaligen Felsformationen. An dem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen gibt es außerdem ein Kneipp-Wassertretbecken und ein Stück weiter des Wanderers beliebte Raststätte, die Baxmannbaude.

Doch trotz des überwältigenden Charmes der Hohensteindörfer: Touristische Schwergewichte sind sie laut Kriterienkatalog von Stadtplanerin Martina Kexel nicht – oder noch nicht. Um jenen zur Dorferneuerung ab 2013 mit positiven Merkmalen zu füllen, fehle noch einiges, wie Stadtplanerin Martina Kexel während der Sitzung des Ortsrats Hohenstein in der Pappmühle detailliert erläuterte.

Zum Beispiel im Bereich Unterkünfte. Außer dem 29-Betten-Hotel an der Pappmühle sind die Hohensteindörfer diesbezüglich weiße Flecken auf der touristischen Karte. Ein Thema, an dem ebenfalls noch gearbeitet werden könne, ist beispielsweise die Historie Krückebergs. Ist das Dorf doch eine der ältesten Ansiedlungen im westlichen Weserbergland und hat den ältesten Burgmannshof im Schaumburger Land. Zu seiner besonderen Topographie gehören auch Bäche, die gegenwärtig jedoch keine Ortsbild prägende Bedeutung haben. Ebenfalls ausbaufähig sei die Anbindung an touristische Wege und Routen.

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Fritz Knoch testet das Kneipp-Wassertretbecken im Blutbachtal aus.

Herausragende Stellung für Langenfeld

Ein Dorf gibt es allerdings, das beim Kriterium Tourismus eine herausragende Stellung einnimmt: das kleine Langenfeld. Gesegnet mit der nördlichsten Tropfsteinhöhle Deutschlands, dem daran angeschlossenen Landcafé, den höchsten natürlichen Wasserfällen Niedersachsens und diversen herrlichen Wanderrouten, unter anderem der touristisch bedeutsame Weserberglandweg, gibt es wohl kaum einen Ort, der diesbezüglich mehr punkten könnte.

Allein: Langenfeld ist ein kleines Flächendorf, das kaum vernetzt ist. Es hat einen Bach, der leider kaum ortsbildprägend ist, hat kaum Unterkünfte, keinen Ortskern, keine Schule, keinen Kindergarten, keinen Nahversorger und keine Kirche. Mit den letzten vier Aspekten können auch die anderen Hohensteindörfer kaum punkten. Die Nähe zur Stadt Hessisch Oldendorf hat der Zerstörung der Dorfstruktur in der Vergangenheit in einigen Bereichen Vorschub geleistet. Nun ist es eben diese Struktur, die die demographische Entwicklung beschleunigt.

Doch obwohl die Orte von dieser Entwicklung mehr oder weniger alle gezeichnet sind (vielleicht auch gerade deshalb), gibt es da noch etwas, womit sie punkten können, und das ist die dörfliche Gemeinschaft. Das kleine Barksen zeichnet sich beispielsweise durch eine besonders lebendige Dorfgemeinschaft aus. Vier weitere Vereine gibt es dort und nicht zu vergessen das viel genutzte Dorfgemeinschaftshaus und die allseits beliebte und gerade fertiggestellte Schutz- und Wanderhütte. Ebenso stark frequentiert wird der Saal Eickmeyer in Zersen. Die Entscheidung, den Saal für dörfliche Aktivitäten zu nutzen, sei für Zersen richtig gewesen, sagt Werner Buchmeier.

„Kompetenzrangeleien vermeiden“

Für den Fall, dass die Hohensteindörfer auf der Rankingliste der Stadt (Kexel: „Wir erstellen diese Liste im Vorfeld, um Kompetenzrangeleien zu vermeiden“) nicht vorn mit dabei sind und es mit den Mitteln für die Dorferneuerung ab 2013 nicht klappen sollte, „dann hat der Ort zumindest eine Projektliste, die für die Verteilung der Dorfstrukturmittel oder die des bürgerschaftlichen Engagements hilfreich sein können“, so Kexel.



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