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Gründung einer Frauen Union im CDU-Stadtverband bleibt vorerst Absichtserklärung

Weil die weibliche Sichtweise zählt

Hessisch Oldendorf. „Ich will nicht nur nörgeln, sondern selber etwas machen“, sagt Sabine Riecke.

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Die 55-Jährige aus Hameln ist ledig, kinderlos, und arbeitet als examinierte Altenpflegerin in Wülfingen bei Elze. Seit vielen Jahren engagiert sie sich in der örtlichen CDU. Jetzt ist sie in die Ratsstuben nach Hessisch Oldendorf gekommen, um die Ausführungen der Landesvorsitzenden der CDU-Frauen-Union, Ute Krüger-Pöppelwiehe, aus der Landeshauptstadt Hannover zu hören.

20 Frauen und vier Männer sitzen um den langen Tisch und wollen an diesem Abend vielleicht eine eigene Hessisch Oldendorfer Frauen Union aus der Taufe heben. Die habe es in Hessisch Oldendorf noch nie gegeben, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Horst Jeske. Seit anderthalb Jahren trägt sich der pensionierte Gymnasiallehrer mit seinen Vorstandkollegen mit dem Plan, die Frauen vor Ort stärker in die Arbeit von Fraktion und Partei einzubinden. „Derzeit haben zwar 50 Prozent der Frauen die Union gewählt, aber von den zwölf Mandaten der Konservativen ist mit Gudrun Spies nur eine Frau im Rat vertreten“, erklärt der Politiker.

Die Kreisvorsitzende Martina Keese hatte daher zu einer Info-Veranstaltung in Sachen Frauen Union geladen. Auch die 54-jährige Verwaltungsangestellte will die „Stimmen der Frauen vor Ort“ stärker in die politische Arbeit einbinden. Zwar gäbe es zahlreiche Organisationen, in denen Frauen aktiv seien, doch komme es darauf an, deren Meinung „direkt an die politischen Entscheider heranzubringen“. „Es geht darum, die in vielen Dingen andere weibliche Sichtweise darzustellen, und sich bei Wahlen auch mal aufstellen zu lassen.“

Seit zehn Jahren liegt das Thema in Hessisch Oldendorf brach. Im Landkreis gibt es nur in Bad Münder und in Bakede Frauen Unionen. Dass es den Frauen an Themen und Aufregern nicht mangelt, machte die sich an die Ausführungen von Ute Krüger-Pöppelwiehe anschließende Diskussion deutlich. Die gewann rasch an Fahrt: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, tradierte Rollenbilder, die Pille danach, Mütterrente, mehr Kompetenz für Ehrenamtliche und natürlich die Frauenquote, kurz: ein frauenpolitischer Rundumschlag. Der zeigte, dass auch im ländlichen Bereich Frauen sich noch immer in überholte Rollenbilder fügen.

Dass Mandatsträgerinnen aber durchaus erfolgreich sein können, darüber berichtete die Coppenbrügger Ortsbürgermeisterin Karin Dröge. Die ist 51 Jahre alt und seit sieben Jahren im Amt. Zusammen mit ihrer Ratskollegin Christine Fieber will sie den Hessisch Oldendorfer Frauen Hilfestellung geben.

Leider war keine politisch unbelastete Frau zur Info-Veranstaltung erschienen. So bleiben die CDU-Frauen unter sich. Kurz vor 21 Uhr dann die entscheidende Frage: Sollen wir heute schon eine Frauen Union gründen? Diesen formalen Schritt gingen die Frauen an diesem Abend dann jedoch noch nicht. Es blieb bei einer Absichtserklärung.

Immerhin wird Birgit Stein für Frauen von der Nordweserseite, Andrea Figge für solche von der Südweserseite als Ansprechpartnerin fungieren. Die beiden CDU-Frauen werden zudem vom Stadtverband kooptiert.

Auch wenn der entscheidende Schritt auf dem Weg zur Gründung ausblieb, haben die Hessisch Oldendorfer CDU-Frauen doch immerhin ihren Willen bekundet, die weibliche Komponente in der Politik stärken zu wollen.

Unterstützen die Idee einer Frauen Union in Hessisch Oldendorf: die Landesvorsitzenden Ute Krüger-Pöppelwiehe (zweite von links) und die Kreisvorsitzende Martina Keese (rechts). Andrea Figge (links) und Birgit Stein werden als Ansprechpartnerinnen vor Ort fungieren. eaw



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