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Bekanntes Literatur- und Musikfest

„Wege durch das Land“ voll Poesie und Zartheit

Fischbeck (doro). Nein, nein, die Fischbecker sind keine heimlichen Ostwestfalen – wollen sie auch gar nicht. Vielmehr ist die Anziehungskraft des Stiftes von solcher Art, dass die Ostwestfalen sogar die Weserseite wechseln, um diesen Ort bei ihrem beliebten Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land“ zum zweiten Mal dabei zu haben. Der Titel ist bei diesem Fest wörtlich zu nehmen: Woche für Woche zieht von Mai bis August die Karawane mit einem Tross aus Büchern, Manuskripten, Musikinstrumenten und begeistertem Publikum im Gefolge durch eine Landschaft voller Schätze, um sich Kulturmomente von feiner und behutsamer Art zu schenken.

veröffentlicht am 16.04.2010 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:41 Uhr

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Zu einem dieser poetischen Orte wird am Samstag, 19. Juni, ab 18 Uhr das Damenstift, in dem sich früher Töchter des Landadels ohne Gelübde der geistigen Bildung und karitativen Tätigkeiten widmen konnten, wenn Marion Poschmann aus ihrem Buch „Hortus conclusus“ liest. Ihre Gärten, die nach Hierarchie verteilt wurden, konnten sie individuell gestalten. Für Marion Poschmann, die im letzten Jahr vier Wochen im Stift verbracht hat und mit den Stiftsdamen den Alltag teilte, pendeln die Gärten zwischen geistlichem Paradies und weltlicher Sinnenlust. Das junge Flötenquartett Purcelli Ab-ubu, bestehend aus Georg Fritz, Julia Fritz, Lydia Graber und Philipp Wagner, spielt in seinem Programm „A la dolc‘ ombra“ Flötenmusik aus Renaissance und Gegenwart.

„Einstens lebte ich süßes Leben“, ist der Titel einer weiteren Lesung, in der Angela Winkler und Stefan Kurt Gedichte, Briefe und Lieder von Karoline von Günderode und ihrem Freundeskreis rezitieren werden. Günderode, die selbst in einem Damenstift lebte, war eine ungewöhnliche Erscheinung, deren Poesie viele Leser in ihrer Bedingungslosigkeit abschreckte. Karolines Dichtung erschien kühn, man zweifelte an ihrer Weiblichkeit. Denn sie widersprach den Vorstellungen der damaligen Zeit, wie eine Frau sich zu verhalten und wie sie zu dichten habe. Karoline von Günderode, die in ihrem Leben drei große Lieben hatte und der stets „das Wilde, Große, Glänzende“ gefiel, erdolchte sich mit 26 Jahren. Ihre Gedichte und Briefe sowie die ihrer Freunde Clemens Brentano und Bettina von Arnim enthalten einen Lebensentwurf, der über ihre Zeit hinausreicht. Der Pianist und Professor an der Universität der Künste, Adam Benzwi, wird die Lesung musikalisch begleiten.

Angela Winkler war in den vergangenen Jahren vor allem am Wiener Burgtheater, am Deutschen Theater Berlin und am Berliner Ensemble in Inszenierungen von Peter Zadek, Peter Stein, Klaus Michael Grüber und Robert Wilson zu sehen. Der Schauspieler Stefan Kurt war lange Zeit festes Mitglied des Thalia Theater Hamburg und arbeitet jetzt als freier Schauspieler für Film und Theater. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen unter anderem zweimal den Adolf-Grimme-Preis.

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Etwas Besonderes haben sich die Veranstalter für die Pause gegen 19.30 Uhr ausgedacht: Wenn das Wetter mitspielt, können die Gäste im Stiftsgarten lustwandeln und picknicken. Wer Lust hat, kann sich eine Decke und einen Korb mit Leckereien mitbringen und es sich im Grünen bequem machen. Von Landfrauen wird außerdem ein klösterlicher Imbiss gereicht. Das Ende ist gegen 22 Uhr geplant.

Veranstalter sind Dr. Brigitte Labs-Ehlert, Künstlerische Leiterin des Literatur- und Musikfestes „Wege durch das Land“, Uda von der Nahmer, Äbtissin des Stifts und Ute Fehn, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Hameln-Pyrmont, als Sponsor der Veranstaltung. „Überraschte Freude“ darüber, dass alles so gut geklappt hat, ist der Tenor der drei Frauen.

„Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt die Äbtissin.

Wer Karten für die Veranstaltung haben möchte, sollte sich beeilen, denn die Nachfrage ist sehr groß. Karten gibt es im Literaturbüro Detmold Tel. 05231/982545, Fax 05231/ 390653 oder unter www.wege-durch-das-land.de.

Der Stiftsgarten in Fischbeck: Dieser poetische Ort wird nicht nur Gegenstand der Autorin Marion Poschmann sein, in der Pause des Literatur- und Musikfestes wird der Garten zur Picknickwiese.

Das junge Flötenquartett Purcelli Abubu spielt Flötenmusik aus Renaissance und Gegenwart.



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