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Zunächst nur im Schuleinzugsbereich Großenwieden / Tagesordnungspunkt im Rat gestrichen

Weg zu einer Elternbefragung freigemacht

Großenwieden (pj). Bevor eine abschließende Entscheidung über den Grundschulstandort in Großenwieden getroffen wird, soll eine anonyme Befragung aller Eltern mit Kindern bis zum dritten Schuljahr im Schuleinzugsbereich Großenwieden und Hessisch Oldendorf durchgeführt werden. Es gehe auch darum, gemeinsam ein Zukunftsentwicklungsprogramm mit der Heimatgemeinschaft, den Vereinen und Organisationen zu erarbeiten, so gingen die Mitglieder des Ortsrates auseinander.

veröffentlicht am 19.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

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Der Schulausschuss schloss sich nach eingehender Diskussion diesem Votum an. Allerdings bei den Enthaltungen der Lehrer- und Elternvertreter. Inzwischen hat sich auch der Verwaltungsausschuss mit dem Thema Grundschule Großenwieden befasst und einen Beschluss gefasst. Dieser lautet: „Vor einer endgültigen Entscheidung durch den Rat der Stadt soll zunächst eine Befragung aller Eltern mit Kindern bis zum 3. Schuljahr im Schuleinzugsbereich Großenwieden und erforderlichenfalls im Einzugsbereich Hessisch Oldendorf durchgeführt werden.“ Wie Bürgermeister Harald Krüger mitteilt, wird „der Punkt ,Schulsituation Großenwieden‘ daher nicht mehr auf der Tagesordnung der Ratssitzung am 22. März stehen“.

Das Stadtoberhaupt erklärt: „Landesweit wird derzeit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels diskutiert, ob kommunale Infrastruktureinrichtungen in ihrem Bestand erhalten werden können. Von dieser Entwicklung ist auch der Landkreis Hameln-Pyrmont mit seinen Kommunen betroffen.“ So sei auch in Hessisch Oldendorf zu spüren, dass der vielfach diskutierte demografische Wandel nicht nur ein theoretisches Problem ist. Vor diesem Hintergrund wurde auch über die Art und Weise der Weiterführung der Grundschulen im Stadtgebiet gesprochen. Im Zuge dieser Erörterung hatten der Ausschuss für Schule, Familie und Sport und der Verwaltungsausschuss im Oktober beschlossen, einen Schulentwicklungsplan aufzustellen.

Der „Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung“ beschäftigte sich in sechs Sitzungen mit der Thematik, wobei die Diskussion fast ausschließlich die Schulsituation in den Grundschulen Großenwieden und am Hessisch Oldendorfer Rosenbusch zum Gegenstand hatte, wie der Bürgermeister ausführt. „Dabei standen Fragen zu dem Qualitätsanspruch an Schulen und was eine gute Schule ausmacht, die Analyse der Schülerzahlen oder die Optionen einer Zusammenlegung von Schulen im Fokus“, erklärt Harald Krüger.

Bei der Analyse der Schülerzahlen wurde für Großenwieden von 15 Kindern ausgegangen, die im neuen Schuljahr die erste Klasse besuchen. Diese Zahl musste inzwischen stark nach unten korrigiert werden, wie Amtsleiter Klaus-Dieter Leupold in der vergangenen Woche in der Sitzung des Schulausschusses ausführte. Von den 15 Mädchen und Jungen des Geburtsjahrgangs besuchen bereits vier die Grundschule, zwei werden den Schulkindergarten, zwei Sprachheilklassen besuchen. Für drei Kinder gibt es eine Ausnahmeregelung, sie besuchen andere Schulen und ein Kann-Kind kommt nicht.

Als im Fachausschuss Lutz Söffker, einer der Vertreter der Eltern, die für den Erhalt der Schule in Großenwieden kämpfen, auf die Qualität der Schule zu sprechen kommt, muss er sich von Schulleiterin Heidi Finger sagen lassen, dass die Kombiklasse im nächsten Jahr nicht mehr die Qualität haben werde. „Bisher hatten wir zehn Bonusstunden, die gibt es nicht mehr. Damit ist eine Teilung der Klasse in Fächern wie Mathematik und Deutsch nicht mehr möglich“, führt Heidi Finger aus, die mit dem Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand geht.

Schuldezernent Reiner Langeheine, der an der Sitzung des Fachausschusses nicht teilnahm, lässt die Großenwiedener Eltern wissen, dass er seine beratende Tätigkeit einstelle, dass eine stabile Personalpolitik nicht mehr möglich sei und dass die kommissarische Leitung der Schule eine der beiden verbleibenden Lehrerinnen übernehmen müsse. Das von ihm gemachte Wechselangebot an die Schüler der Grundschule Großenwieden gelte nur für dieses Schuljahr, ließ er die Stadtverwaltung und damit auch die Eltern erneut wissen. Der Schuldezernent hatte angeboten, dass die Schüler im Klassenverband bleiben können.

In der Sitzung des Fachausschusses führt der Vertreter der Lehrer, Dr. Michael Nimsch-Faron, aus, was den Kindern an einer solch kleinen Schule wie in Großenwieden alles entgehe. Er zählte unter anderem die Punkte auf: Hochbegabtenförderung, Unterricht in Fachräumen, Nachmittagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Schülerbücherei, Unterricht bei mehreren Lehrern, Arbeit mit dem PC, das Angebot von Arbeitsgemeinschaften, Teilnahme an Mathe-Olympiade und Buchwoche.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Andreas Hage, betont, dass die Politiker die Eltern mitnehmen und nichts über ihre Köpfe hinweg entscheiden wollen. So liest sich denn auch der Beschluss des Verwaltungsausschusses. „Wir versprechen uns von der ausführlichen schriftlichen Information in Verbindung mit der Befragung aller Eltern, dass eine so weitreichende Entscheidung, wie sie jetzt in Großenwieden über die Fortführung der Grundschule ansteht, auf eine breite Basis gestellt wird. Mit den Ergebnissen können dann auch die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in den Abwägungsprozess zum Schulstandort einfließen“, erklärt Bürgermeister Harald Krüger.



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