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Rückkehr zum Flächentarifvertrag vereinbart / Im wirtschaftlichen Aufschwung die Gunst der Stunde genutzt

Warnstreik bringt Durchbruch für Besmer-Mitarbeiter

Hessisch Oldendorf (pj). Die IG-Metall-Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat mit der Geschäftsführung der Dura Besmer-Teppichwerke an der Welseder Straße in Hessisch Oldendorf die Rückkehr zum Flächentarifvertrag per Tarifabschluss vereinbart. Wichtigstes Element ist die Anpassung des Lohns für die 125 Mitarbeiter. Die tarifliche Entwicklung der Löhne soll bis 2015 das Niveau des Flächentarifvertrages der Textil- und Bekleidungsindustrie erreichen.

veröffentlicht am 10.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:41 Uhr

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Seit 2007, das heißt mit der Übernahme des insolventen Betriebes von der belgischen Domo-Group durch Dura, gab es keine tarifgebundenen Arbeitsverträge mehr. Es war von der Geschäftsleitung versprochen worden, dass es keine Kündigungen gibt und es wurden neue Arbeitsverträge geschlossen. Statt der 37-Stunden-Woche sei vor vier Jahren in diesen Verträgen eine 40-Stunden-Woche festgelegt worden. „Eine Lohnkürzung hintenherum“, kritisierte die Gewerkschaftssekretärin Sabine Glawe. Entgegen dem Versprechen sei im Zuge der Krise in der Automobilindustrie, für die der Teppichhersteller Besmer liefert, auch rund 20 Mitarbeitern gekündigt worden, sagt die Gewerkschafterin. Als es wirtschaftlich wieder aufwärts ging, nutzen Gewerkschaft und Dura Besmer-Mitarbeiter die Gunst der Stunde. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, lautete die Parole. Mit einem Warnstreik wurde am 25. Mai die Forderung nach Rückkehr zum Tarifvertrag unterstrichen.

Die Tarifparteien einigten sich, die Themen Arbeitszeit sowie Urlaubsgeld und Jahressonderzahlung zunächst auszuklammern, mit der Absicht, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu verhandeln. „Mit dem Tarifabschluss ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Flächentarifvertrag genommen“, sagt Conny Schönhardt, Verhandlungsführerin der IG Metall. „Damit haben die Beschäftigten eine gute Portion Sicherheit gewonnen“, betont sie. „Die Differenz zwischen dem Tarifentgelt der Flächentarifverträge der Textil- und Bekleidungsindustrie und des derzeit angewendeten Tarifentgeltes beim Teppichwerk in Hessisch Oldendorf wird für die Mitarbeiter, die der Tarifnachwirkung unterliegen, in einem Zeitraum von fünf Jahren ausgeglichen. Mitarbeiter, die nicht der Tarifnachwirkung unterliegen, erhalten die Erhöhung analog auf Basis der für sie zutreffenden tariflichen Monatsgrundentgelte“, sagt Sabine Glawe. In diesem und im kommenden Jahr beträgt die Höhe des sogenannten Nachholbetrages, der zum 1. Oktober fällig ist, 3,6 Prozent. Zusätzlich werden die Entgelterhöhungen des diesjährigen Tarifabschlusses des Flächentarifvertrages zum vereinbarten Zeitpunkt gezahlt. „Allerdings darf die Summe aus dem Nachholbetrag und der Tariferhöhung nicht über fünf Prozent liegen“, so die Gewerkschaftssekretärin Sabine Glawe. Sie misst dem Tarifabschluss große Bedeutung bei: „Endlich konnte auch durch das Engagement der Beschäftigten der tariflose Zustand bei Dura beendet werden.“



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