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Wahlleiter will mehr Briefwahllokale

Wahlhelfer am Limit

veröffentlicht am 16.09.2016 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Michael Zimmermann

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HESSISCH OLDENDORF. Es hat ein wenig länger gedauert am Wahlsonntag: Erst 1.45 Uhr waren die letzten Briefwahlstimmen in Hessisch Oldendorf ausgezählt, wie Wahlleiter Wolfgang Linde berichtet. „Unsere Wahlhelfer sind irgendwann auf dem Zahnfleisch gegangen“, sagt er.

Gut 2200 Wahlbriefe seien in diesem Jahr bearbeitet worden, vor fünf Jahren waren es noch 1400. Jedes der vier Briefwahllokale hatte sich also um gut 600 Briefe zu kümmern. Dazu gehöre nicht nur, die Stimmen auszuzählen, sondern auch zu prüfen, ob sie überhaupt gültig sind. Sind die richtigen Zettel in den richtigen Umschlägen? Wurde der Wahlschein unterschrieben? Wenn an dieser Stelle schon ein Fehler passierte, dann dürfe die Stimmabgabe nicht gezählt werden – der Brief zähle dann nicht einmal als ungültig. Diese Prüfung erfordere viel Konzentration, die allerdings an so einem langen Abend irgendwann nachlasse, führt Linde aus. Die Auszählung dauere dann noch länger.

Die Aufteilung der vier Briefwahllokale richtet sich derzeit nach der Anzahl der Wahlberechtigten in den 34 Bezirken. Um künftige Helfer zu entlasten, will Linde bei zukünftigen Wahlen die Anzahl der Wahllokale auf acht verdoppeln: „Wir müssen darauf reagieren, dass immer mehr Leute ihre Stimme nicht mehr am Sonntag im Wahllokal abgeben.“ Viele Briefwähler kämen aus dem Kernstadtbereich. Auf den Dörfern schauten die Leute eher persönlich vorbei, um ihre Stimmen abzugeben. Gerade in den Kernstadtbezirken werde es dann einfach zu viel, sagt Linde.

Seit keine besonderen Gründe mehr genannt werden müssen, kann jeder die Briefwahl beantragen. Kurz nach den Ferien nutzten das eine Menge Leute, die in den Urlaub fahren wollten, aber auch ältere Menschen, denen der Weg zu beschwerlich ist, vermutet Linde. Größere Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung konnte er bisher noch nicht feststellen. „Es ist dann in den Wahllokalen entsprechend weniger los.“

Dabei habe das Wählen vor Ort einige Vorteile: Riesige Stimmzettel mit jeweils drei Stimmen – das könne schon einige überfordern. Die Helfer in den Wahllokalen seien schließlich auch dazu da, bei Fragen zur Seite zu stehen. Das gehe bei der Abstimmung zuhause nicht, die Wahrscheinlichkeit für Fehler steige. Wenn bei den Kommunalwahlen 2021 noch die Direktwahlen dazukommen, erhöht sich die Zahl der Stimmzettel noch einmal auf fünf – mehr Arbeit also für die Helfer, befürchtet Linde. Und noch ein Grund, sich für die Zukunft etwas einfallen zu lassen.

Der Wahlleiter hofft, dass sich bis dahin vielleicht auch neue technische Lösungen finden, und man dann sogar mit dem elektronischen Personalausweis auch online wählen kann.



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