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Eine kulinarisch-musikalische Reise mit Musical Moments in Großenwieden / 120 Gäste im Gasthaus Beißner

Von scharfen Pepperoni im Nachtclub zu Semmelknödeln mit Sissi

Großenwieden (ch). Züchtige Nonnen rocken im Gasthaus Beißner zum ersten Mal die Bühne und machen Lust auf mehr, lasziv räkelt sich eine leicht bekleidete Nachtclub-Chansonnière als Appetitanreger im Scheinwerferlicht, bevor zwei kichernde Mädchen in „Mamma Mia“ von mehr als nur kulinarischen Verlockungen künden: Zwischen scharfen gefüllten Pepperoni, gut bürgerlichen Semmelknödeln und zuckrigem Dessert gab es beim Musical-Dinner im Gasthaus Beißner in Großenwieden eine musikalische Reise durch die Welt.

veröffentlicht am 19.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Catherine Holdefehr
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„Sie können aber beruhigt auf ihren Plätzen sitzenbleiben“, verkündete Karsten Kellner, das einzige männliche und nicht-singende Mitglied des Mindener Musical-Ensembles „Musical Moments“. Für räumliche sowie zeitliche Abwechslung sorgte das Bühnenprogramm mit rasanten Sprüngen vom Dschungel nach Ascot, vom königlichen Hof mit Sissi des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn auf die Straße in den USA der 50er Jahre bis in die Welt der Vampire. Mit 23 Stücken aus zwölf verschiedenen Musicals von „Les Miserables“ und „My Fair Lady“ bis „Mamma Mia“ und „Grease“ unterhielten die Hobbysängerinnen die 120 Besucher im ausverkauften Gasthaus in Großenwieden mit größeren Pausen für das dreigängige Menü rund drei Stunden lang vor allem mit ihren stimmlichen Qualitäten. Nicht nur im Quintett, sondern auch in Solostücken oder kleineren Gruppen überzeugten Doris Lange, Stefanie Tekampe, Lara Schmidt, Tanja Meier und Nadine Franz auch bei leisen Passagen, in denen die instrumentale Background-Untermalung vom Band Schnitzer kaum hätte überdecken können. Neben den nur sparsam angedeuteten Tanzeinlagen mithilfe schwingender Röcke, Koffern oder Spazierstöcken halfen vor allem die größtenteils selbst geschneiderten Kostüme, den Weg aus dem weiträumigen Festsaal des ländlichen Gasthauses in die feine, groß behütete englische Gesellschaft beim Pferderennen oder auf ein Kreuzfahrtschiff zu finden. „Jetzt gucken wir mal, was auf dem Schiff nach New York so passiert“, verkündete Kellner, der mit kleinen Geschichten und teils bemühten Witzen jedes neue Stück anmoderierte. Mit kecken Matrosenkäppchen auf dem Kopf hieß es alsbald „Ahoi“ und „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“, bevor mit „Alles, was gut tut“, ebenfalls aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“, die lang ersehnte Vorspeise angekündigt wurde. Beim Essen war allerdings viel Geduld gefragt: In einer langen Schlange galt es, im kalten Flur zu warten, um sich im Nebenraum am Buffet bedienen zu können. Gut, dass die zufällig auf ihrer Reise in Großenwieden gestrandeten Nonnen mit einem fetzigen Medley aus „Sister Act“ jedes Frösteln nach dem Essen schnell wieder vertrieben. Kein Zufall, habe man doch das Programm extra passend zum Dinner zusammengestellt, so Kellner.

Seit 2003 gibt es die Gruppe „Musical Moments“, die am Wochenende zum ersten Mal in Großenwieden auftrat, und mit größtenteils deutschen Texten die vornehmlich älteren Besucher zum rhythmischen Klatschen und begeistertem Applaus animierten, wenngleich der Aufforderung, bei „Dancing Queen“ auf den Tischen zu tanzen, keiner nachkommen wollte. Es galt wohl, die Energie für den letzten Gang, den Nachtisch, zu sparen. Ein süßer Abschluss für eine heitere Reise durch die appetitliche Welt der Musicals.

Die Sängerinnen des Mindener Ensembles Musical Moments als Nonnen mit einem Medley von „Sister Act“. Fotos: ch


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