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Homburg-Bühne begeistert mit subtilen Loriot-Sketchen

Von menschlichen Absurditäten

Der Sketch mit Herrn

veröffentlicht am 02.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 02:21 Uhr

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Kloebner und Herrn Müller-Lüdenscheid in der Badewanne ist einfach Kult.

Hessisch Oldendorf (boh). Wenn die holde Gattin endlich das mühsam erworbene Jodeldiplom in der Tasche hat und sich nicht mehr über ihren Mann ärgern muss, nur weil sie zufällig ein vermeintlich weich gekochtes Ei hart werden ließ, wenn Geigen als Trompeten zweckentfremdet werden, dann liegt der feinsinnige Humor eines Altmeisters in der Luft: Beim Loriot-Abend in der voll besetzten Mehrzweckhalle der Grundschule am Rosenbusch zog die Homburg-Bühne des Musik- und Kulturvereins Stadtoldendorf gesellschaftlich relevante Themen nach Loriot-Manier durch den Kakao und entlarvte gekonnt zwischenmenschliche Kommunikationsstörungen und Absurditäten.

Präsentiert vom Hessisch Oldendorfer Tanzverein, bot das Ensemble mit seiner Hommage an Loriot alias Victor von Bülow ein kurzweiliges Programm, das die Zuschauer begeisterte.

Jede Geste, jede verbale Spitzfindigkeit und vor allem perfektes schauspielerisches Timing zeigten, dass das Ensemble unter der Leitung von Susanne Ullrich „seinen“ Loriot akribisch studiert hatte. Keiner der insgesamt 15 dramatischen Sketche geriet zum groben Schenkelklopfer. Stattdessen schafften Darsteller den bemerkenswerten Spagat zwischen gespielter Situation und zur Schau getragener Würde. Die Mitglieder der Homburg-Bühne verstanden es, Loriots subtilen und eigensinnigen Humor gekonnt auf die Bühnenbretter zu übertragen. Manchmal vielleicht zu perfekt, denn die Bühne lässt im allgemeinen Raum für behutsame interpretatorische Ansätze. Die allerdings blitzen bei den Mitgliedern der Homburg-Bühne nur vereinzelt auf.

Besonders hervorzuheben sind Christine Zeh, wie sie herrlich vor dem kaputten Fernseher berlinerte, begleitet von Timo Illig als fleischgewordener Al-Bundy-Verschnitt im Jogginganzug, aber auch Nadja Janz, die als verzweifelte Fernsehansagerin eine Zusammenfassung der ersten acht Folgen der englischen Fernsehserie „Die zwei Cousinen“ geben musste. Herausragend ebenfalls Kai Hellmann mit seiner Bundestagsrede, in der mit viel Worten nichts gesagt wird. Unterm Strich verstanden es allerdings alle Schauspieler, Loriots Humor gekonnt umzusetzen, was am Ende lautstark mit Applaus bedacht wurde. Freuen kann sich abschließend übrigens auch die Malschule – vom Erlös des Abends wird der Tanzverein dem Hessisch Oldendorfer Kinder- und Jugendtreff eine neue Bestuhlung spendieren.

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