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Horst Wollenbergs Ausstellung sorgt für Gesprächsstoff / Auch der Gegenentwurf zum Schlote-Plakat ist zu sehen

Von den ersten Zeichnungen bezahlte er die Miete

Hessisch Oldendorf (ah). „Reiseerinnerungen eines älteren Herren“ schmücken die Wände im Erdgeschoss des Eberhard Poppelbaum Senioren- und Pflegezentrums. Es sind Seherlebnisse in Feder – Bleistift – Aquarell – Öl des Coppenbrüggers Horst Wollenberg, Mitglied der Gruppe bildende Kunst im BSW Hannover und der FISAIC.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:21 Uhr

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Vor einem Aquarell der Kreidefelsen erzählt der 95-Jährige Hermann Witte, dass er von 1945 bis 1955 auf Rügen gewohnt und das Panorama der Felsen noch vor Augen habe. Wollenbergs Kunstausstellung sorgt für Gesprächsstoff, weckt Erinnerungen – und sie verbindet. „Mit meinen Bildern biete ich eben Bezugspunkte“, erläutert der 76-Jährige.

Horst Wollenberg war fünf, als er mit dem Zeichnen anfing. 1955 flüchtete der gelernte Elektroinstallateur von Ost-Berlin nach Hannover, verdiente unterwegs mit Porträtzeichnungen Geld und bezahlte davon seine erste Miete. „Papier und Bleistift waren für mich immer ein tolles Geschenk“, betont Wollenberg und fügt hinzu: „Meine Kunst ist das Allerwichtigste, der einzige Punkt, an dem ich nach wie vor zur Ruhe komme.“ Die Bilder, die er in Hessisch Oldendorf ausstellt, sprechen für seine Vielfältigkeit und seine Liebe zum Detail. Er ist viel herumgekommen, Reisen ist laut Wollenberg „nicht nur mein Hobby, sondern meine Leidenschaft“. Mit Bleistift und Pinsel hat er neben Porträts Sehenswürdigkeiten von Hawaii über Kuala Lumpur bis Australien festgehalten. Die Genauigkeit der Darstellung wird im Ölbild der Moskauer Dreifaltigkeitskirche sichtbar. Aquarelle des Garda- und des Dieksees, eine englische Küstenlandschaft, Paris-Montmartre oder ein Pope beim Spaziergang auf Korfu – in seinen Gemälden spiegelt Wollenberg den einzigartigen Charakter der bereisten Gegenden wider.

Auch die Coppenbrügger Landschaft, in der er seit 45 Jahren zu Hause ist, hat er gemalt, ebenso die Stadt Hameln mit dem wolkenähnlich in den Himmel eingearbeiteten Rattenfänger. Erst kürzlich ist Wollenbergs Hameln-Plakat entstanden. „Mich hat geärgert, dass auf dem Schlote-Plakat so wenig von Hamelns Kunst und Kultur zu sehen ist; deshalb habe ich einen Gegenentwurf gezeichnet, drucken lassen und an meine Ärzte verschenkt“, verrät er.

In den letzten Jahren hat sich Wollenberg verstärkt der Acrylmalerei und religiösen Themen zugewandt. „Man kann Gott nur durch sich selbst erkennen“, interpretiert er sein Gemälde „Das Auge“, in dessen Pupille er einen Miniaturspiegel angebracht hat.

Horst Wollenbergs Kunstausstellung ist noch bis zum 28. Mai in der Schulstraße 24 zu sehen.

In letzter Zeit beschäftigt sich Wollenberg verstärkt mit religiösen Themen: „Man kann Gott nur durch sich selbst erkennen“, interpretiert er sein Gemälde „Das Auge“.

Foto: ah



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