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Mittelstraße voraussichtlich noch diese Woche wieder frei

Vier Monate nach Brand: Absperrung wird weggeräumt

HESSISCH OLDENDORF. Der ständige Druck, den Bürgermeister Harald Krüger und sein Amtsleiter Heiko Wiebusch machten und nicht zuletzt die Androhung des Landkreises mit behördlichem Einschreiten scheinen Wirkung gezeigt zu haben. Seit Montag steht ein Gerüst am Haus in der Mittelstraße, in dem es am 16. September vergangenen Jahres gebrannt hat.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 18:00 Uhr

Vier Monate nach dem Brand rückten an der Langen Straße gestern Handwerker an, damit die Sperrung bald aufgehoben werden kann. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn und Jens Spickermann
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Christian Grundmann, Chef des Dachdeckerunternehmens Junker, erklärt, dass am heutigen Dienstag, „wenn das Wetter es zulässt“, die Arbeiten zur Absicherung des Daches beginnen. „Ob wir es an einem Tag schaffen, kann ich noch nicht genau sagen.“ Er hofft, dass bis Ende der Woche die Mittelstraße wieder für den Verkehr frei sein wird.

Ein Blick zurück: In dem Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt von Hessisch Oldendorf, an der Ecke Lange Straße 69 und Mittelstraße, hat ein Brandstifter ein Feuer gelegt. Der Brand konnte gelöscht werden. Doch seitdem droht Gefahr, dass vom Dach Ziegel oder andere Bauteile auf die Straße herabstürzen. Die Mittelstraße musste für den Verkehr gesperrt werden, allein Fußgänger und Radfahrer können auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Bereich passieren.

Die Verärgerung in der Stadt wächst von Tag zu Tag. Geschäftsleute und Einwohner in der Innenstadt sind gleichermaßen erbost, dass der Besitzer des Hauses, eine Immobiliengesellschaft in Berlin, nichts unternimmt, um den untragbaren Zustand zu ändern. Bürgermeister und Stadtverwaltung versprechen Hilfe, selbst tätig werden können sie nicht, da die Zuständigkeit beim Landkreis Hameln-Pyrmont liegt. „Wir haben mehrfach mit den Zuständigen beim Landkreis gesprochen und auf die Dringlichkeit hingewiesen, dass die Sicherung kurzfristig durchgeführt wird“, betont Krüger.

Gestern konnte der Bürgermeister erfreut feststellen, dass Erfolg zu verzeichnen ist: „Ich bin froh, wenn die Arbeiten jetzt durchgeführt werden und es zu keinem langwierigen Rechtsverfahren kommt, sonst hätte sich das Ganze noch lange hinziehen können.“

Viele Weserstädter atmen auf, hat die Sperrung der Mittelstraße für motorisierte Verkehrsteilnehmer Umwege bedeutet. Mit der Absicherung des Daches kann die Absperreinrichtung abgebaut und die Durchfahrt zwischen lange Straße und Paulstraße wieder freigegeben werden – nach dann fast viereinhalb Monaten.

Doch nicht nur für Verkehrsteilnehmer bedeutet der Beginn der Reparaturarbeiten eine Erleichterung. Dass nach mehreren Monaten Bewegung in die Sache kommt, darüber ist auch Lutz-Arnim Simon erfreut. Er ist nämlich Besitzer des direkt angrenzenden Nachbarhauses, das laut seiner Aussage durch die indirekten Folgen des Brandes ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Durch das offene Dach des ausgebrannten Hauses sei während der vergangenen Monate regelmäßig das Regenwasser zunächst in das Erdreich und dann auch in den Heizungskeller seiner Immobilie eingedrungen, berichtet Simon. Zuvor habe schon das Löschwasser der Feuerwehr dort Schaden angerichtet. Die Folge: Die Heizungsanlage sei außer Betrieb und die Mieterin der Obergeschosse sitze mit ihren drei Kindern im Kühlen – könne sich lediglich mit einem Elektroheizer behelfen.

Weil durch die Hitze des Feuers an der Hinterseite seines Hauses der Putz abgebröckelt und Feuchtigkeit eingedrungen sei, habe sich im Innenraum an mehreren Wänden Schimmel ausgebreitet. Die Fassade nachzubessern sei aber bisher nicht möglich gewesen, denn noch immer würden vom beschädigten Nachbarhaus Teile herabfallen, so dass Ausbesserungsarbeiten bisher zu gefährlich gewesen seien. „Und trotzdem hat diese Holding-Gesellschaft bis heute nichts gemacht“, klagt Simon. Seine Versuche mit der Gesellschaft Kontakt aufzunehmen, der das ausgebrannte Haus gehört, seien wenig erfolgreich verlaufen. Ausbaden müssten das seine Mieter. Das Sanitätshaus, das bisher das Untergeschoss belegt habe, sei deswegen schon ausgezogen. „Das ist ganz schlimm, schon seit vier Monaten“, klagt Mieterin Violetta Strietzke. Ständig habe sie bei Regen im Keller das Wasser abschöpfen müssen. Die Feuchtigkeit und der Schimmel in ihrer Wohnung seien eine starke Belastung. Mieterin und Vermieter hoffen nun, dass die Handwerkerarbeiten schnell Wirkung zeigen.



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