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Viele zieht es nach Fischbeck, doch Bauplätze fehlen

FISCHBECK. Das Stiftsdorf ist als Wohnort sehr beliebt. Immer mehr Menschen wollen dort hinziehen, sich ein Haus bauen. Bauplätze gibt es derzeit aber nicht genügend, um die Nachfrage abzudecken. Deshalb soll mit der Erweiterung im Bültewinkel, an der westlichen Peripherie zwischen der alten Bundesstraße 83 und der verlängerten Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, ein neues Baugebiet ausgewiesen werden.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 17:18 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 18:50 Uhr

Am Ortsausgang mit Blick auf den Süntel liegt der Bereich, der als Baugebiet ausgewiesen werden soll. Foto: PJ

Autor:

PETER JAHN
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Einen ersten Entwurf gibt es, der am Donnerstagabend dem Ortsrat vorgestellt werden konnte.

Fischbeck ist nach der Hessisch Oldendorfer Kernstadt der größte Ort im Stadtgebiet. Das Stiftsdorf hat eine gute Infrastruktur mit einem Einkaufsmarkt, Fleischereien, Bäcker, Bankfilialen, Ärzten, Apotheke, Grundschule, Kindergärten und Sportverein. Mit dem öffentlichen Personennahverkehr sind die Städte Hameln und Hessisch Oldendorf zu erreichen, über die B 83 ist das Stiftsdorf auch gut an die A 2 angebunden. Fischbeck punktet natürlich auch durch sein kulturhistorisch bedeutendes Stift und die Lage zwischen Weser und dem Süntel.

Wie Martina Kexel vom städtischen Bauamt erklärt, sind alle im Flächennutzungsplan möglichen Wohnbauflächen betrachtet worden. Der Innenbereich sei weniger gefragt, führt sie aus. Was die Randlagen betrifft, fielen im Norden die Flächen in der Nähe des Drosselwegs aus eigentumsrechtlichen Gründen heraus, der Bereich im Süden am Sommerweg sei wenig attraktiv, wegen des Lärms, der von der Umgehungsstraße ausgehe. So kamen die Planer im Rathaus auf eine Erweiterung des bereits vorhandenen Baugebiets am Bültewinkel. Zwar ist hier eine Fläche mit der Zweckbindung Turnhalle ausgewiesen, doch dies dürfte kein großes Problem darstellen.

Mitte des letzten Jahrzehnts sollte eine größere Geldsumme aus einer Erbschaft für den Bau einer Dreifelder-Turnhalle fließen. Es kam dann aber anders und die Halle konnte nicht gebaut werden, der Sportbetrieb wurde in der kleinen Halle an der Schule fortgesetzt. Sollte noch eine Turnhalle gebaut werden, so geht man derzeit davon aus, dass eine Einfeld-Halle ausreiche. Platz dafür wäre noch im Gebiet „Erweiterung Bültewinkel“ vorhanden, wie Martina Kexel ausführt. Außerdem gäbe es sicher Ausweichflächen, vom Schulleiter der Grundschule werde ohnehin der Standort an der Schule bevorzugt. Fischbecker, die in der Nähe des neuen Baugebietes wohnen, weisen auf Probleme hin, die mit der Umsetzung des Plans entstehen könnten.

Zunächst wird auf die Entwässerung hingewiesen, da das auf dem Plan dargestellte Rückhaltebecken topografisch so hoch liegt, dass sich dort kein Wasser sammeln wird. Friedrich-Wilhelm Bredemeier, früheres Ortsratsmitglied und Eigentümer von Gut Stau, erklärt außerdem, dass eine Entwässerung in den Weseraltarm unterhalb von Weibeck und weiter Richtung Steinbrinksweg in Hessisch Oldendorf keine gute Idee sei. Martina Kexel und Amtsleiter Heiko Wiebusch verweisen darauf, dass der derzeitige Plan noch konkretisiert werden muss. Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises laufen. „Wir werden alle Anforderungen bei der Entwässerung einhalten und eine Lösung finden“, versichert Wiebusch.

Auch die Nähe zum Sportplatz wird von Fischbeckern als problematisch gesehen. Nur ungern erinnert man sich daran, als vor Jahren neben dem Platz ein Haus gebaut worden war und kurz darauf der Streit um Nutzungszeiten entbrannte. „Eine schalltechnische Untersuchung ist beauftragt, wir müssen das Ergebnis abwarten“, sagt Wiebusch. Sollte es notwendig sein, „werden selbstverständlich Schallschutzmaßnahmen durchgeführt“.

Noch ist alles am Anfang, bisher nur der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Im weiteren Planungsverlauf werden Behörden und Träger öffentlicher Belange befragt und zu einer Bürgerversammlung eingeladen. „Es ist noch viel im Fluss“, beschreibt Planerin Kexel den derzeitigen Planungsstand.

Von „Zukunftsmusik“ spricht Ortsbürgermeisterin Rosemarie Kreiensen. Doch so dürften es die Verantwortlichen des Erschließungsträgers, der Sparkasse Hameln-Weserbergland, wohl kaum sehen, die in zwei Bauabschnitten Grundstücke für 19 beziehungsweise elf Häuser vermarkten möchten.

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