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Viel Sonne im Tank

Hessisch Oldendorf. Niedersachsenweit steht das erste Haus, das sich komplett per Sonnenenergie beheizen lässt, nun im Rotkäppchenweg. Das Herzstück des „Sonnenhauses“ – ein rund 2,7 Tonnen schwerer Tank – wurde gestern Vormittag in den Rohbau der Familie Seher eingesetzt. Dafür musste schweres Gerät anrücken: Ein Autokran hob den 8,80 Meter hohen und 2 Meter breiten Tank über die Mauern hinweg und in das Haus hinein.

veröffentlicht am 15.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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„Ich hatte mal in einer Zeitschrift von dieser Art Häuser gelesen und fand es faszinierend, so einen großen Tank im Haus zu haben und damit unabhängig zu sein“, erklärt Bauherrin Katharina Seher. Zusammen mit ihrem Mann Christian und den beiden Kindern plant sie den Umzug von Hameln nach Hessisch Oldendorf für Mai. Noch stehen jedoch erst die Grundmauern ihres Hauses – zusammen mit dem riesigen roten Speichertank.

Das Prinzip des autarken „Sonnenhauses“ der Sehers ist recht einfach: Über die auf dem Dach und der Hauswand angebrachten Solarkollektoren erwärmt die Sonne im Sommer das Wasser innerhalb des Tanks. Die gespeicherte Energie soll, so die Aussage des Herstellers, bis in die kalte Jahreszeit hineinreichen. Heizung und auch die Warmwasserversorgung werden durch diese Energie gespeist, die Bewohner sind damit unabhängig von Öl oder Gas. Sollte in besonders sonnenarmen Zeiten die Energie nicht ausreichen, kann ein Pellet-Ofen hinzugeschaltet werden. „Der beheizt dann auch wiederum das Wasser im Tank“, weiß Seher. Andere Anschlüsse für eine externe Energieversorgung hat das Haus nicht. „Kein Anschluss für Gas oder Öl, da wird nichts weiteres eingebaut“, so Seher.

Wichtig ist an dieser Stelle die Unterscheidung zwischen Photovoltaik und Solarthermie. Denn nur Solarthermieanlagen, wie sie bei Sehers eingebaut wurden, erwärmen mithilfe der Sonnenenergie ein flüssiges Medium – in diesem Fall Wasser. Kurz: Solarthermie ist die Gewinnung von Wärme, Photovoltaik ist die Gewinnung von elektrischem Strom aus der Sonnenstrahlung.

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Der rote Tank bei Sehers fasst rund 23 000 Liter und wird – senkrecht in einer Ecke des 140-Quadratmeter-Hauses verbaut – die Heizung und die gesamte Warmwasserversorgung bedienen. „Dadurch, dass er mitten im Haus steht, wärmt er durch seine Wärmeabstrahlung ja auch nochmal“, erklärt Seher. Manche Räume, die an den Tank angrenzen, werden eine leichte Rundung aufweisen.

Für Niedersachsen sind die Sehers mit ihrem Neubau Pioniere: „In Süddeutschland stehen einige dieser Häuser, in Berlin glaube ich auch. Aber in Niedersachsen ist unser Haus das erste dieser Art“, sagen die Sehers. Zuvor musste die Familie jedoch einige Dinge abklären, die Planung für ihr „Sonnenhaus“ läuft mittlerweile seit gut zwei Jahren. „Wir haben auch mit dem Solarinstitut in Ohr gesprochen, ob das alles wirklich so funktioniert“, erklärt Christian Seher. Zudem habe aber auch die zuständige Firma (Fasa AG aus Chemnitz) eine Solar-Analyse ausgeführt. Denn nicht jedes Grundstück kam für Sehers klimaschonendes Traumhaus infrage: „Das Grundstück muss eine Südausrichtung aufweisen, zudem muss ausgeschlossen werden, dass nachträglich irgendwie Schatten entsteht. Zum Beispiel durch Bewuchs oder andere Gebäude.“

Ein Video vom Einbau des Tanks gibt es auf dewezet.de

Den Tank korrekt zu positionieren, ist eine Sache von Millimetern. Keine leichte Aufgabe bei einem Leergewicht von 2,7 Tonnen.



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