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In der Innenstadt dürfen Pkw nur mit Parkscheibe abgestellt werden – Hinweise gibt es aber nicht überall

Verwirrung um Parkplätze

HESSISCH OLDENDORF. Viele Besucher in Hessisch Oldendorf ärgern sich über vermeintlich ungerechtfertigte Knöllchen. Denn einen Hinweis darauf, dass in der Innenstadt nur mit Parkscheibe geparkt werden darf, findet sich nur an den Einfahrten zur Innenstadt, nicht an den Parkplätzen selbst. Das ist allerdings rechtmäßig.

veröffentlicht am 27.11.2017 um 15:54 Uhr
aktualisiert am 27.11.2017 um 21:15 Uhr

Hinweisschilder am Beginn der verkehrsberuhigten Zone weisen auf die Parkbedingungen hin. Foto: dana
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Das Problem mit der leidigen Parkplatzsuche kennt wohl jeder. Es ist stressig, hektisch, und wer endlich einen Platz gefunden hat, ist erleichtert, wenn kein Parkscheinautomat in der Nähe steht oder ein Schild auf das Parken mit Parkscheibe hinweist. Denn dann, so die Überlegung vieler Autofahrer, ist das Parken dort schließlich unbegrenzt und kostenfrei möglich. Doch das ist nicht immer der Fall. Auch in der Hessisch Oldendorfer Innenstadt finden Autofahrer immer wieder Strafzettel an ihren Wagen vor, die für sie unverständlich sind – denn ein Schild, das das Parken nur mit Parkscheibe gestattet, hatten sie nirgends gesehen.

„Ständig“ beschwerten sich Kunden, dass sie ein „Knöllchen“ bekommen hätten, ist von vielen Geschäften in der Innenstadt zu hören. Denn in den gepflasterten Bereichen zwischen Ostertorkreisel, dem Kreisel an der Mühlenbachstraße, dem Parkplatz Südwall und der Paulstraße gilt die Regelung: Parken ist in den gekennzeichneten Flächen für eine Stunde mit Parkscheibe erlaubt. Das Problem: Diese Hinweisschilder stehen lediglich an den Einfahrten zum verkehrsberuhigten Bereich, an den einzelnen Parkplätzen sucht man sie vergeblich.

„Die Kunden schimpfen oft, wenn sie ein Knöllchen bekommen“, sagt Rita Hennecke-Struckmeier von „Blumen Hennecke“. Es sei schön, dass in Hessisch Oldendorf viele kostenfreie Parkplätze, beispielsweise am Südwall, angeboten würden, doch die zeitlich begrenzten Parkplätze müsste die Stadt besser ausschildern. „Es könnte auffälliger sein“, findet auch Kathrin Thönicke von der „Brillen Bühne“. „Am Anfang der Straße achten die Kunden nicht auf das Schild.“ Dieses Problem hätten vor allem externe Besucher der Stadt, sagt Dr. Andreas Beißner von der „Löwen-Apotheke“. Ortsansässige würden die Regelung meistens kennen, schließlich sei sie auch „konsequent ausgeschildert“. Besucher von außerhalb kämen hingegen häufig in die Apotheke am Marktplatz, um sich nach den Parkbedingungen zu erkundigen.

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Von direkten Problemen mit Strafzetteln hat Swetlana Bantschukow von der „Sonnen-Apotheke“ hingegen noch nichts mitbekommen, „aber unsere Kunden sind natürlich auch Kurzzeitparker“. Doch gerade deshalb ergäben sich Probleme: Wegen vieler Langzeitparker fänden ihre Kunden oft keinen Parkplatz. Auch Bantschukow ist deshalb der Meinung: „Mehr Schilder mit ausführlicheren Informationen wären besser.“

Die Geschäftsleute in der Innenstadt sind sich einig: Mehr Hinweisschilder auf das zeitlich begrenzte Parken in den verkehrsberuhigten Zonen würden helfen. „Zum Beispiel am Marktplatz, wo es keine eindeutige Pflasterung gibt“, meint Beißner.

Dabei ist die Ausschilderung der Stadt rechtmäßig. „Laut Straßenverkehrsordnung gilt ein Verkehrszeichen am Anfang einer Zone, bis es am Ende einer Zone wieder aufgehoben wird“, erklärt Thomas Breitkopf, zuständig für Straßenrecht im Rathaus. Dies sei überall in Deutschland der Fall. So verhalte es sich beispielsweise auch mit Tempo-30-Schildern, die ebenfalls gelten, bis die Zone beendet sei. Damit solle unter anderem verhindert werden, dass in den Städten zu viele Schilder stehen.

Dass Autos in der Hessisch Oldendorfer Innenstadt nur eine Stunde parken dürfen, begründet die Verwaltung folgendermaßen: „Durch die zeitliche Begrenzung ermöglichen wir Kunden, dort zu parken, wo sonst Anwohner und Angestellte parken würden“, so Breitkopf. Über den Tag verteilt könnten so insgesamt mehr Kunden dort parken. Der Zeitraum sei zudem mit einer halben und anderthalb Stunden ausprobiert worden, in Absprache mit Geschäften habe man sich aber auf die Parkzeit von einer Stunde geeignet. Dass es keine gekennzeichneten Parkflächen am Marktplatz gibt, erklärt Breitkopf damit, dass dieser ursprünglich als verkehrsfrei geplant war. Als der Marktplatz für Autos freigegeben wurde, wurde das Pflaster nicht mehr geändert, sondern nur Schilder auf die Parkflächen hinweisen.

An einigen Stellen sind das Parken und auch das Halten in der Innenstadt übrigens ganz verboten, etwa vor dem „Istanbul Döner“. „Wenn hier ein Auto steht, können die Linienbusse, die auf den Marktplatz einbiegen, nicht mehr richtig ausholen und kollidieren dann mit dem Baxmann-Brunnen. Das führt zu Schäden an den Bussen und am Brunnen“, sagt Breitkopf.

Mein Standpunkt
Johanna Lindermann
Von Johanna LindermannDWZ

Auch wenn diese Regelung in der Theorie rechtmäßig ist, die Praxis beweist doch, dass sie bei vielen Autofahrern nicht mehr präsent ist. Über ein oder zwei zusätzliche Hinweisschilder würden sie sich deshalb bestimmt freuen. Und so würde gleichzeitig den Dauerparkern entgegengewirkt.

Information

Laut Bußgeldkatalog kostet das Parken ohne Parkscheibe für 30 Minuten 10 Euro Strafe, für bis zu eine Stunde 15 Euro, für mehr als drei Stunden können 30 Euro fällig werden. So stellt man die kleine blaue Scheibe richtig ein:

Beim Parken muss die Scheibe nicht auf die Ankunftszeit, sondern auf die nächste halbe oder volle Stunde aufgerundet werden.

Der Zeiger sollte immer direkt auf die Striche zeigen, nicht auf die Zwischenräume.

Es ist nicht erlaubt, die Parkscheibe nach Ablauf der Parkzeit nachzustellen. Fällt es einem Kontrolleur auf, kann es ebenfalls zu einem Bußgeld führen.

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