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Waldbauern klagen über zunehmende Verbissschäden / Schwarzkittel kommen bis in die Gärten

Verlängerung der Jagdzeit auf Rehe abgelehnt

Weserbergland (bj). Kreisjägermeister Jürgen Ziegler bedauert, dass es im Rahmen der Wald-Wild-Diskussion im Landkreis Hameln-Pyrmont nicht zu einer Vorverlegung der Jagdzeit für Rehwild in den Monat April gekommen ist. „Alle Beteiligten sind sich einig, dass Wald und Wild untrennbar zusammengehören, der Wildbestand dabei aber im Einklang mit den land- und forstwirtschaftlichen Belangen stehen muss“, erklärt Ziegler. Die Waldbesitzer klagen schon seit Jahren über hohe Schäden, die Rehe verursachen, da sie die Triebe junger Bäume abfressen. Um die Verbiss- und Schälschäden in den Wäldern durch das Rehwild zu reduzieren, gebe es die Möglichkeit, die Jagdzeiten flexibler zu handhaben, erklärt der Kreisjägermeister.

veröffentlicht am 02.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Er hätte es gern gesehen, wenn die Jagdzeit für die Rehböcke nicht erst im Mai beginnt. Eine Vorverlegung habe den Vorteil der besseren Bejagbarkeit, da die Vegetation im April noch nicht so weit entwickelt sei, und verringere den Jagddruck im Juni und Juli, so der Kreisjägermeister. „Insbesondere aber verhindert eine rechtzeitige Bejagung eine erhebliche Anzahl von Verkehrsunfällen, die durch die Rangordnungskämpfe im Mai verursacht werden“, sagt Ziegler.

Die Hegeringleiter waren im vergangenen Jahr aufgefordert worden, die Revierinhaber zu einer Vorverlegung der Jagdzeit zu befragen und darüber abzustimmen. Die ablehnende Haltung der Mehrheit der Revierinhaber führte dazu, dass im Jahr 2011 kein Antrag an den Kreistag eingereicht werden konnte. Die Erweiterung der Jagdzeit bedarf der Zustimmung der Politiker. „Die Bejagung ist darauf gerichtet, die Zuwächse der einzelnen Wildarten zu nutzen und bei einer Bestandserhöhung regelnd einzugreifen“, erklärt der oberste Jäger. Deshalb empfiehlt er den Waidgesellen auch die Bejagung von Waschbär, Fuchs und Dachs, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden: „Die steigenden Steckenzahlen zeigen, dass der Bestand dieser Tiere wächst.“

Die Hegeschau der Jägerschaft Hameln-Pyrmont vermittelt einen Eindruck von einigen der Wildarten, die von den 1100 Mitgliedern der Jägerschaft Hameln-Pyrmont bejagt werden. Sowohl mit anerkennenden als auch mit kritischen Blicken begutachten die Jägerinnen und Jäger im Baxmann-Zentrum die Geweihe, Gehörne und das Gewaff (Eckzähne des Wildschweines) der männlichen Tiere, die im Jagdjahr 2011/2012 erlegt wurden. „Was Hirsch und Bock auf dem Kopf tragen, gibt Auskunft über die Entwicklung und den Gesundheitsstand des Wildes in unseren Revieren“, erklärt einer der Jäger.

„Früher hieß sie Trophäenschau, heute sprechen wir von Hegeschau“, sagt Freiherr Dietrich von Hake, als er die Abschussstatistik vorlegt. „Die erlegten 56 Stück Rotwild belegen, dass das Rotwild in den Revieren gut gepflegt wird“, führt er aus. Der Abschuss von 351 Stück Damwild sei das höchste Niveau, das jemals bei dieser Wildart erreicht wurde, betont er.

Dagegen sei der Rückgang der Abschusszahlen auf 1338 Tiere beim Schwarzwild, im Vergleich zum Vorjahr um 500 Tiere, zu erwarten gewesen. „Etliche Würfe haben den strengen Winter 2010/2011 nicht überlebt, und die Sauen haben sich dank der starken Mast im vergangenen Herbst überwiegend im Wald aufgehalten“, führt Dietrich von Hake aus. Er spricht die Empfehlung aus: „Wir sollten in diesem Jahr alle jagdlichen Kräfte bündeln und das Schwarzwild intensiv bejagen.“

Die Bestände hätten sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt und nicht nur Schäden auf den Feldern verursacht. Die Schwarzkittel seien auch zunehmend die Ursache von Verkehrsunfällen und kämen bei der Nahrungssuche in den Dörfern und selbst in der Stadt schon bis in die Vorgärten.



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