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Nach dem Bruch des Staudamms 1966 wurde die Jugendwehr gegründet

Unwetter war der Auslöser

FISCHBECK. Gerade erst hat sich die Hochwassersituation im Landkreis entspannt, bei der Feuerwehren Keller ausgepumpt und Straßen von umgestürzten Bäumen oder Schlammmassen befreit haben. Einer über 50 Jahre zurückliegenden Naturkatastrophe, dem Unwetter vom 19. Juli 1966, in dessen Folge der Staudamm oberhalb von Fischbeck brach, ist es zu verdanken, dass die Freiwillige Feuerwehr im Stiftsdorf heute in Sachen Nachwuchs richtig gut aufgestellt ist.

veröffentlicht am 03.08.2017 um 19:38 Uhr

Mitglieder der aktuellen Jugendfeuerwehr in Fischbeck, die sich zum Großteil aus der Kinderfeuerwehr rekrutieren. Foto: pr
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Autor

Annette Hensel Reporterin
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Weil die Aktiven bei den Rettungs-, Bergungs- und Aufräumarbeiten seinerzeit an ihre Grenzen stießen, wurde die Gründung einer Jugendfeuerwehr angeschoben. 16 Schüler traten am 10. Mai 1967 der Fischbecker Jugendwehr unter Leitung von Manfred Jozefiak bei.

Wie vor 50 Jahren stehen heute für die 14 Mädchen und Jungen zwischen 10 und 16 Jahren Technik und Fahrzeugkunde auf dem Dienstplan, wobei sich der Fuhrpark deutlich modernisiert präsentiert. Sie nehmen auch am jährlichen Kreis- oder Stadtzeltlager teil, am vagabundierenden Lager und sportlichen Wettbewerben. Auf Zeit trainieren die Jugendlichen Löschangriffe sowie Hindernisläufe und können seit 15 Jahren als Ausbildungsnachweis die „Jugendflamme“ erwerben. „Wir unterstützen die Aktiven bei der Hydranten-Überprüfung und beim Umwelttag, sammeln Weihnachtsbäume im Dorf ein und führen den Fackelumzug zum Osterfeuer an“, berichtet Jugendwartin Stefanie Kostosz und ergänzt: „Außerdem besuchen wir auch mal andere Wachen wie die Feuerwache in Hameln. Besonders gut gefallen hat den Jugendlichen ein Nachmittag bei der Flughafenfeuerwehr Hannover – mit den riesigen Fahrzeugen ist das noch mal ein ganz anderes Kaliber.“

Jeden zweiten Freitag trifft sich die Jugendwehr von 17 Uhr bis 18.30 Uhr im Gerätehaus der Ortswehr. „In der Ausbildung verwenden wir Powerpoint Präsentationen und Übungen, mit deren Hilfe das neu Erlernte direkt umgesetzt werden kann“, so die Jugendwartin.

War es bei der Gründung 1967 vor allem der Unterstützung des Fischbecker Schulleiters zu verdanken, dass die Jugendwehr so großen Zulauf hatte, profitiert sie heute vor allem von Mund-zu-Mund-Propaganda. Schließlich stehen neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung Teamarbeit, Spiel und Spaß im Mittelpunkt – und das kommt an.

Die Abnahme der „Jugendflamme“ bereitet die Jugendlichen auf eine Zukunft bei den Aktiven der Ortswehr vor. Zur nachhaltigen Nachwuchssicherung wurde vor fünf Jahren eine Kinderfeuerwehr gegründet. 14 Kinder waren dabei, als die „Löschdrachen“ offiziell aus der Taufe gehoben wurden – altersbedingt sind sie mittlerweile in die Jugendfeuerwehr gewechselt. Mittwochs von 16.30 Uhr bis 18 Uhr werden die aktuell sieben Sechs- bis Zehnjährigen vierzehntägig im Gerätehaus spielerisch an alles rund um die Feuerwehr herangeführt. „Dabei stehen Spaß und Zusammenhalt im Vordergrund“, erklärt Kinderfeuerwehrwartin Alicia Bradley und erzählt, dass das Highlight für die Kleinen der letzte Dienst vor den Sommerferien sei: der Löschangriff vor Eltern und Großeltern. „Sobald der Feuermelder geht, rennen sie in ihren orangefarbenen Löschdrachen-Shirts ins Gerätehaus, ziehen sich Helme und Handschuhe der Jugendwehr an, springen ins Feuerwehrauto und fahren darin durchs Dorf. Danach wird vor den Augen der Angehörigen stolz der Löschangriff durchgeführt und gekuppelt – dafür üben sie wochenlang.“

Bei Fahrten oder Weihnachtsfeiern schließen sich Kinder- und Jugendwehr regelmäßig zusammen. „Insgesamt ist der Zusammenhalt bei den jungen Mitgliedern durch die Kinderfeuerwehr noch stärker geworden“, betont Stefanie Kostosz und sagt: „Ohne den Nachwuchs aus der Kinderfeuerwehr hätte es die Jugendfeuerwehr in Fischbeck heute schwer.“



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