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Unternehmer reicht Klage gegen Landkreis ein

Hessisch Oldendorf (ube). Der Rechtsanwalt des Hessisch Oldendorfer Unternehmers Otto L. (Name geändert) hat beim Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen den Landkreis Hameln-Pyrmont eingereicht. Grund: Die Kreiswaffenbehörde hatte den am 1. April abgelaufenen Jagdschein des Geschäftsmannes nicht verlängert, weil sie den 60-Jährigen als „unzuverlässig“ einstuft (wir berichteten). Gegen die Tochter (27) des Mannes ermittelt derweil die Staatsanwaltschaft Bielefeld.

veröffentlicht am 03.04.2009 um 17:14 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 15:21 Uhr

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Hessisch Oldendorf (ube). Der Rechtsanwalt des Hessisch Oldendorfer Unternehmers Otto L. (Name geändert) hat beim Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen den Landkreis Hameln-Pyrmont eingereicht. Grund: Die Kreiswaffenbehörde hatte den am 1. April abgelaufenen Jagdschein des Geschäftsmannes nicht verlängert, weil sie den 60-Jährigen als „unzuverlässig“ einstuft (wir berichteten). Gegen die Tochter (27) des Mannes ermittelt derweil die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Anna L. (Name geändert) soll ihrem Vater nach dem Leben getrachtet haben und Auftragskiller angeheuert haben. Für Otto L. steht zudem fest, dass es Anna war, die ihm seine Waffen gestohlen hat. „Sie hat sich – während ich in der Badewanne saß – in meine Wohnung geschlichen und einen Schlüsselbund aus meiner Hosentasche gezogen“, sagt der Geschäftsmann. Aus Sicht des Landkreises hat Otto L. nicht sorgfältig genug auf seinen Schlüssel aufgepasst. „Und das in einer Zeit, als er glaubte, er solle getötet werden“, sagt Gerhard von Zobeltitz, Leiter des Dezernates „Ordnung und Sicherheit“. Diese Begründung können Otto L. und sein Rechtsanwalt Karl-Josef Müller V nicht nachvollziehen.
Staatsanwalt erhebt
Anklage gegen Ehefrau

 „Mein Mandant hat erst am 17. Juli 2008, also acht Tage nach dem Diebstahl der Waffen, von der Polizei erfahren, dass auf ihn zwei gedungene Mörder angesetzt waren“, sagt Müller V – und ergänzt: „Niemand kann von Otto L. verlangen, dass er hellseherische Fähigkeiten hat.“ Außerdem, so der Anwalt, sei Anna L. zum Zeitpunkt des Waffendiebstahls selbst Jägerin und damit nach dem Gesetz eine zuverlässige Person gewesen. „Vor ihr hätte mein Mandant nicht einmal seinen Schlüssel verstecken müssen. Er konnte nicht ahnen, dass er von seiner eigenen Tochter in seinen eigenen vier Wänden bestohlen wird.“
 Was Anwalt Müller V nicht verstehen kann: „Der Landkreis hat viele Monate darüber nachgedacht, ob Otto L. aus waffenrechtlicher Sicht zuverlässig ist oder nicht. Aber noch während die Behörde das tat, stellte sie Otto L. eine neue Waffenbesitzkarte für eine Repetierbüchse und eine Bockdoppelflinte aus. Ich frage mich: Wie passt das zusammen?“ Dezernatsleiter Gerhard von Zobeltitz erklärt das so: „Die Prüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit ist noch nicht abgeschlossen, da das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren noch abgewartet werden muss. Dass inzwischen eine neue Waffenbesitzkarte ausgestellt wurde, ist mir nicht bekannt. Ich lasse das prüfen.“
 Auch Noch-Ehefrau Anneliese L. (Name geändert) soll Otto L. übel mitgespielt haben. Gegen die 53-Jährige hat die Staatsanwaltschaft Hannover unter anderem Anklage wegen zweifacher Urkundenunterdrückung erhoben. Die Frau soll sich ohne Wissen ihres Mannes die Fahrzeugbriefe seiner beiden Autos angeeignet und diese bei der Zulassungsstelle des Landkreises zunächst auf ihren Namen um- und wenig später abgemeldet haben. Ein Fahrzeugbrief, so die Behörde, weise nun einmal denjenigen als Verfügungsberechtigten aus, der ihn vorlege. Die Nummernschilder wurden von Anneliese L. nicht zur Entstempelung vorgelegt. „Sie hat gesagt, sie sei dazu nicht in der Lage, weil die Autos unterschlagen worden seien. Die Behauptung belegte sie mit einer von ihr bei der Polizei gemachten Anzeige“, sagt Gerhard von Zobeltitz.
 Otto L. ist zwar immer noch Eigentümer der Wagen, er kann damit aber nicht fahren, denn dafür müsste er die Autos erst einmal wieder anmelden können. Die Briefe aber hat seine von ihm getrennt lebende Ehefrau.

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