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Ratsherr übt herbe Kritik an Verwaltung: Schlechte Werbung für eine Stadt, die auf Tourismus setzt

Ungepflegt und zugewuchert – schön ist anders

Hessisch Oldendorf (pj). Wer von der Weserstraße aus durch den Park in Richtung Münchhausenring geht, der kann sich an der historischen Fassade des Münchhausen-Schlosses erfreuen. Überhaupt nicht sehenswert ist hingegen der gegenüberliegende Bereich. Vor allem nicht der Blick auf den Brunnen, der in vergangenen Jahrhunderten einmal den Marktplatz geziert hat. „Man muss sich nur einmal den Brunnen ansehen, der ist zugewachsen“, schimpft Ratsherr Cord Möller. „Die aus dem Rathaus gehen doch mit geschlossenen Augen durch die Stadt“, wettert er.

veröffentlicht am 17.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:21 Uhr

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In der Tat: Im früheren Ziehbrunnen sprießen Brennnesseln, Eschen, Brombeerranken und noch anderes Grün. Die Tafel, die etwas über die Geschichte des Sandsteinfundstückes erzählt, ist kaum zu lesen, denn sie wird verdeckt. Es war 1993 eine große Aktion des damaligen Stadtdirektors Dirk Hattendorff und des verstorbenen Vorsitzenden des Heimatbundes, Helmut Otto, als sie den letzten der 15 öffentlichen Ziehbrunnen, die es um 1233 in Hessisch Oldendorf gab, im Münchhausen-Park aufstellen ließen. Der Brunnen hatte einst auf dem Marktplatz gestanden und war beim Neubau der Stadtsparkasse in der Erde entdeckt worden. Ebenso wie der dicke Balken eines früheren Brücken-Pfahlbaus, der beim Kanalbau am alten Stadttor zutage gefördert wurde und der ebenfalls vor dem Schloss steht, sollte der Brunnen ein Hingucker im Park sein. „Die reden im Rathaus von Tourismus, wenn man sich hier umschaut, ist das wohl ein Witz“, macht Christdemokrat Cord Möller seinem Ärger Luft.

Damit nicht genug, der Park vor dem Münchhausenschloss, der gern auch von Besuchern der Stadt aufgesucht wird, ist eigentlich ein Idyll, wäre der Bachlauf nicht von Springkraut überwuchert, und wenn man über die Holzbrücke geht, der Blick auf die blühende Seerose im Teich unmöglich. „So hoch kann man den Hals nicht recken, um über das Kraut zu schauen“, stellt ein Ehepaar fest, das mit dem Wohnmobil in die Stadt gekommen ist und am Morgen durch den Park geht, um „etwas Luft zu schnappen“. Ihr Wohnmobil steht auf dem Reisemobil-Stellplatz unweit des Parks. Häufig kritisiert werde der Zustand des Wohnmobilstellplatzes am Südwall, weiß Cord Möllers Tochter Imke. „Auf Face-book wird unter jungen Leuten immer wieder auf den ungepflegten Zustand hingewiesen“, erklärt sie. Auf dem Stellplatz wuchere das Kraut und auch die Versorgungsstation soll in keinem guten Zustand sein.

Auch am anderen Ende Hessisch Oldendorfs in Richtung Barksen gebe es einen Bereich, „mit dem man keine Werbung für die Stadt machen kann“, erklärt Cord Möller. Nicht mehr oder nur noch mit Selbstkasteiung sei der Pilgerweg zu begehen. Möllers Tochter Imke erzählt, dass sie mit ihrem Freund vom Waldstadion aus den Weg im Oldendorfer Knick langgehen wollte, dies aber kaum möglich ist, da sie sich durch Brennnesseln schlängeln mussten.

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  • Cord Möller hat eine Lücke entdeckt. Die Seerose im Teich wird ansonsten vom Springkraut am Ufer verdeckt.
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  • Der Pilgerweg ist kaum mehr zu passieren.
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  • Keineswegs attraktiv: der Platz für Wohnmobile.

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