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Netzwerk Großenwieden engagiert sich auf vielen Ebenen für die Bürger

Und jetzt gibt es auch einen Tagestreff

Großenwieden. Was läuft aktuell beim Netzwerk für gegenseitige Hilfe der Kirchengemeinde St. Matthaei Großenwieden? Als Erstes fällt der behindertengerechte Zugang zum Pfarrhaus auf. Von drinnen sind Gelächter und angeregte Unterhaltungen zu vernehmen: In gemütlicher Runde sitzen acht Seniorinnen und ein Senior beisammen, mittendrin zwei Betreuerinnen. Eine der beiden, Andrea Engelhardt-Stephan, erklärt: „Das ist der Tagestreff, der im August als neues Projekt des Netzwerkes eingerichtet wurde und jeden Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr stattfindet.“

veröffentlicht am 21.01.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Die Senioren lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich rundum wohlfühlen: „Bei einer Tasse Kaffee plaudern, diskutieren, spielen und singen wir, machen Sitzgymnastik, im Sommer waren wir auch im Garten, im Advent haben wir gebastelt und Plätzchen gebacken“, berichten sie und ergänzen: „Das Schönste ist die Gemeinschaft und der Spaß, den wir miteinander haben – den Tagestreff möchten wir nicht mehr missen.“ „Vor ein paar Tagen haben wir eine Fahrt in die Hufeland-Therme gemacht, das wollen wir in den Wintermonaten alle vier Wochen in Angriff nehmen“, so Andrea Stephan-Engelhardt.

Zeitgleich mit dem Tagestreff fiel auch der Startschuss für den Spielekreis für Jung und Alt, der jeden Mittwochnachmittag im Gemeindehaus zusammenkommt. Dort gibt es als weitere Projekte des unabhängig von Alter, Konfession und Nationalität für alle Menschen offenen Netzwerkes die Bücherei, die Lesespaß ohne Leihgebühr ermöglicht sowie den Mittagstisch. 20 Senioren nehmen seit 2010 jeden Dienstag von 12 bis 13 Uhr gemeinsam das vom Senioren- und Pflegezentrum Eberhard Poppelbaum angelieferte Essen ein. Einkaufen, kochen oder alleine am Tisch sitzen bleibt ihnen an jenem Tag erspart. Mehrere Senioren kommen direkt vom Tagestreff zum Mittagstisch, so auch eine Dame aus Kohlenstädt. Sie erzählt: „Den Dienstag genieße ich sehr. Ich werde vom Fahrdienst abgeholt und heimgebracht, verbringe schöne Stunden beim Tagestreff, esse hier und bin dann zu Hause mit allem fertig.“

Ehrenamtliche sprechen ein Tischgebet und teilen das Essen aus, als Pastor Klaus Haarmann, der das Netzwerk leitet, vorbeikommt und allen einen guten Appetit wünscht – wie in einer großen Familie. Später berichtet er, dass das Team des Projektes „Technische Hilfen“ vielfach im Einsatz war: „Sie harkten stundenlang Laub, entsorgten es und machten Gärten winterfest bei Menschen, die es nicht mehr selber können. Sollte es schneien, werden sie auch beim Schneeräumen behilflich sein.“ Nach wie vor bestehen Patenschaften im Stile eines offenen Besuchsdienstes, seit Oktober 2011 arbeitet mit Margret Luhmann eine examinierte Krankenschwester als Gemeindeschwester auf 450-Euro-Basis für das Netzwerk. Sie gehe in Kürze in Ruhestand und werde von Stephanie Handschuhmacher abgelöst, so Haarmann. Im siebten Jahr bietet zudem der Marktexpress jeden Freitag eine Mitfahrgelegenheit nach Hessisch Oldendorf zum Einkaufen.

Fühlen sich sichtlich wohl: die Senioren beim Tagestreff im Pfarrhaus. ah

Mit all diesen Projekten stellt das Netzwerk im infrastrukturschwachen Weserdorf ein auf die Bewohner zugeschnittenes, vielfältiges Sozial- und Freizeitangebot auf die Beine – doch wie wird das finanziert? Mit einem Plus von rund 2000 Euro schloss der Weihnachtsmarkt ab, den das Netzwerk im Dezember veranstaltete. Weitere 500 Euro brachte der Verkauf eines Foto-Kalenders ein. Im Tagestreff steht eine Spendenbox für einen freiwilligen Obolus, das Essen beim Mittagstisch bezahlen die Senioren selbst.

„Das Netzwerk will vor Ort eine Kultur gegenseitiger Hilfe fördern, in der Sache geht es uns nicht ums Geld, sondern dass sich das Miteinander einer kleinen Gemeinde entwickelt. Dass unsere Arbeit realisiert werden kann, ist allerdings nur dank vieler Spenden – gerade auch in Form von Zeit, möglich“, betont Haarmann und hebt hervor: „Mittlerweile engagieren sich in unseren verschiedenen Projekten 65 ehrenamtlich in der Kirchengemeinde.“



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