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Tierkadaver im Osterholzer Bach

Umweltkrimi auf der Spur

HEMERINGEN/HESSISCH OLDENDORF. Bei einer Exkursion am Osterholzer Bach hat eine Gruppe um Umweltaktivistin Sonja Wissel bereits nach den ersten Schritten jede Menge Unrat und Tierkadaver entdeckt. Nun wird der Verursacher gesucht.

veröffentlicht am 12.06.2017 um 12:38 Uhr

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Autor

Stefan Bohrer Reporter
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HEMERINGEN/HESSISCH OLDENDORF. „Was ich nicht kenne, kann ich nicht schützen“, sagt Marvin Sonntag. Der junge Hemeringer wollte sich eigentlich nur gemeinsam mit anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Osterholzer Bach ansehen. Und wer kennt sich da besser aus als Umweltaktivistin Sonja Wissel vom Hessisch Oldendorfer Naturschutzbund, die sich seit Jahren für eine intakte und vorsichtig renaturierte Flora und Fauna ehrenamtlich engagiert.

Doch dieser Besuch entpuppt sich innerhalb kürzester Zeit zum Umweltkrimi. Mit Bollerwagen geht es los – verschiedene Pflanzen anschauen und bestimmen sowie nach den verschiedensten Lebewesen im Bach Ausschau halten.

Doch es kommt anders: Bereits nach den ersten Schritten entdeckt die Gruppe jede Menge Unrat und einige Tierkadaver. „Das Entsetzen kann man sich wohl vorstellen. Zumal der Bach ein ausgewiesenes Laichgewässer für Amphibien ist“, erklärt Sonja Wissel erbost. Bleibt natürlich die Frage, wer den Unrat dort abgeladen hat und wie er zu beseitigen ist. Nach kurzer Diskussion innerhalb der Generationen-Gruppe ist klar, hier muss sofort tatkräftig angepackt werden. „Und wieder zeigte sich, nur gemeinsam ist man stark“, betont Marvin Sonntag. Aus dem Ausflug wird eine Aufräumaktion. „Die übrigens trotz des Ekels alle mit Begeisterung übernommen haben“, freut sich Sonja Wissel. Und als der Unrat endlich beseitigt ist, ist trotzdem noch genügend Zeit für Tier- und Pflanzenbestimmung. „Und ein Bach ist ein wertvolles Gut“, weiß Sonja Wissel. Man könne sich dem beruhigenden Plätschern ebenso hingeben wie den

gruppendynamische Aktionen beim Entdecken und Bestimmen der Artenvielfalt. „Perfekt ist, dass hier mehrere Generationen unterwegs sind“, sagt Wissel, „somit kann jeder sein Wissen einbringen“.

Hinnehmen will die Umweltverschmutzung rund um den Osterholzer Bach jedoch niemand. Am folgenden Tag wird die Stadtverwaltung informiert. „Wir wollen den oder die Verursacher ausfindig machen, doch dazu muss zunächst geklärt werden, wem die Fläche überhaupt gehört“, so Sonja Wissel. Von Verwaltungsseite aus heißt es, dass der Landkreis dafür zuständig sei. Der wird umgehend informiert, denn „solche Gebiete sind schützenswerte Gebiete, das kann man nicht einfach so hinnehmen“, erklärt Marvin Sonntag. Vom Freizeitpotenzial mal ganz abgesehen, ergänzt Sonja Wissel.

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