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Der Rohdener Reinhard Kauer steht nach dem Unfall seines Katers Felix vor einem Rätsel

Tote Katze entführt?

ROHDEN. Es ist wohl der Albtraum eines jedes Tierbesitzers: Der geliebte Wegbegleiter wird von einem Auto überfahren. Als einzigen Trost bleibt dem Besitzer dann nur, das Tier zu bestatten. Doch was, wenn das nicht geht, weil das Tier verschwunden ist?

veröffentlicht am 30.11.2017 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 30.11.2017 um 15:30 Uhr

13 Jahre lang war Felix der Wegbegleiter des Rohdeners Reinhard Kauer. Nun ist der Kater tot – doch was wurde danach aus ihm? Foto: pr
Johanna Lindermann

Autor

Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Die Geschichte von Reinhard Kauer aus Rohden liest sich wie ein Krimi. Am Samstag, 18. November, lässt seinen Kater Felix wie immer vor die Tür. Als die Freigängerkatze, die im Winter nie über Nacht wegbleibt, am Abend nicht wieder zu Hause ist, hat Kauer ein mulmiges Gefühl. Am nächsten Morgen beginnt er seine Katze zu suchen – ohne Erfolg. Schließlich fragt er sich bei seinen Nachbarn durch. Die Antworten, die er erhält, sind besorgniserregend: Ein Nachbar erzählt ihm, er habe gesehen, dass die Katze tot an der Straße gelegen habe. Ein weiterer Nachbar berichtet, er hätte beobachtet, dass zwei ihm unbekannte Frauen mit einem weißen Wagen gekommen wären, die tote Katze eingeladen hätten und seien mit ihr weggefahren.

Erst vermutet der Besitzer, die Frauen hätten Felix vielleicht zum Tierarzt oder ins Tierheim gefahren, doch dort ist der Kater nicht aufgetaucht. Wäre er zu einem Tierarzt gebracht worden, hätte das Tierheim davon erfahren, denn landkreisweit meldeten dort Tierärzte verletzte Tiere ohne bekannten Halter, sagt Dr. Christiane Höll von der Kleintierklinik Steinbiß in Hameln. Am besten sollte ein Autofahrer, der eine Katze überfahren hat, die Polizei rufen. Hat das Tier einen Chip oder eine Tätowierung, kann dann der Halter ermittelt werden. Auch Felix war tätowiert – ein Tierarzt hätte ihn so identifizieren können. Wenn die Katze allerdings nach dem Unfall noch lebe und sich beispielsweise in ein Gebüsch retten konnte, sollte man versuchen, das verletzte Tier festzusetzen, etwa mit einer Decke, und die Feuerwehr verständigen, die die Katze sicher einfangen könne, erklärt Höll.

Tatsächlich würden überfahrene Katzen aber häufig am Straßenrand liegengelassen, sagt Claudia Gebhardt, Leiterin des Tierheims Hameln. Doch es gebe auch immer wieder Autofahrer, die das tote Tier mitnehmen, um es zu beerdigen. „Das ist nicht schön für den Besitzer, der dann sein Tier vergeblich sucht.“

So geht es auch Reinhard Kauer. Erst Anfang des Jahres war die Schwester von Felix verstorben. Beide hatten ihn 13 Jahre lang begleitet. Und nun kann er seinen Kater nicht einmal beerdigen. Zudem beschäftigen ihn die Fragen, was mit seiner Katze passiert war: Wollte jemand seine Spuren verwischen oder die Katze beerdigen? Oder hat sich der Nachbar bei seiner Beobachtung geirrt?

Auch ein Anruf bei der Polizei bringt Kauer nicht weiter. „Aufgrund der wenigen Anhaltspunkte – es gab nicht einmal ein Autokennzeichen –, hatten wir leider keinen Ansatz, um Ermittlungen einzuleiten“, erklärt ein Sprecher der Polizeistation in Hessisch Oldendorf.

Reinhard Kauer wird wohl nicht mehr erfahren, was mit seinem Felix passiert ist. Er ist im „Katzenhimmel“, da ist er sich sicher. Nur beerdigt hätte er ihn doch gerne selbst.


Wer Angaben zum Verbleib von Felix machen kann, kann sich bei Reinhard Kauer unter 05152/51517 melden.

Information

Chippen – ein einfacher Weg, verschwundene Haustiere wiederzufinden

Einige Katzen, die in Tierheimen sitzen, haben eigentlich ein Zuhause, doch ihre Besitzer können nicht gefunden werden. Tierärzte und -heime raten daher zum Chippen.

Dem Tier wird dabei ein wenige Millimeter kleiner Chip unter die Haut eingesetzt
Der Chip enthält eine Nummer, die kostenfrei beim Tierregister Tasso registriert werden kann

Der Tierarzt liest die Nummer von aufgefundenen Tieren aus und kann den Besitzer informieren

Im Gegensatz zum früher üblichen Tätowieren ist zum Einsetzen des Chips keine Vollnarkose nötig. Er wird ähnlich wie eine Spritze unter die Haut gesetzt

Der Chip kann beim Tierarzt eingesetzt werden, die Kosten betragen einmalig ungefähr zwischen 20 und 35 Euro

Für Hunde sind Chips seit 2011 in Niedersachsen Pflicht, bei Freigängerkatzen wird ausdrücklich dazu geraten

Auch reine Stubentiger sollten gechippt sein, für den Fall, dass sie etwa durch ein offenes Fenster klettern

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