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Dynamik der Figuren soll Patienten motivieren / Neurologische Klinik setzt Konzept um

Therapeuten nutzen die Wirkung von Farben

Hessisch Oldendorf (bj). „Farben können beruhigen, können Menschen aktivieren und helfen, sich zu orientieren. Es kommt ganz darauf an, für welche Farbtöne der Farbskala ich mich entscheide“, sagt Britta Samsen-Huch. Die Hessisch Oldendorfer Künstlerin unterstützt seit einigen Jahren die BDH-Klinik bei den fortlaufenden Baumaßnahmen zur Renovierung und Erweiterung. Das Farbkonzept spielt dabei eine wichtige und mehrschichtige Rolle.

veröffentlicht am 07.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

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„Wir wollen zum einen erreichen, dass die Mehrteiligkeit unserer Gebäude durch einheitliche Farbgebung harmonisch erscheint und zum anderen eine bessere Orientierung für Patienten und Besucher ermöglicht wird“, erklärt Uwe Janosch, Verwaltungsdirektor der Klinik. Als aus den Reihen betroffener Angehöriger die Anregung kam, mit etwas mehr Farbe in den Räumen der Reha Klinik zu arbeiten, stieß dieses im Qualitätszirkel „Infrastruktur“ auf offene Ohren. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, Ärzte, Therapeuten und Pfleger, waren bereits dabei, im Rahmen einer Zertifizierung Konzepte zu erarbeiten, die nun bereits seit 2004 in der Klinik umgesetzt werden.

Betritt man die Reha-Klinik in der Greitstraße durch den Haupteingang, fällt sofort die große Übersichtstafel in den Ampelfarben Rot, Gelb, Grün ergänzt durch Blau, auf. Die Etagen der Gebäude mit den Stationen und den Therapiebereichen sind den Ampelfarben zugeordnet. „Dieses Ampelsystem wird konsequent durch alle Gebäude und Ebenen verfolgt, es ist eine wesentliche Orientierungshilfe sowohl für unsere Patienten als auch für die Besucher“, erklärt die Qualitätsmanagerin der BDH-Klinik, Steffi Tümpel. Es sei ein Ergebnis des Qualitätszirkels „Infrastruktur“ und werde ständig optimiert. Ein Beispiel dafür sei eine Blume im gleichen Farbton wie das Zimmerschild, die dem Patienten signalisiere, dass er sich im Ruhebereich und nicht im Therapiebereich befinde.

„Wir fragen uns immer wieder, wie können wir unsere Patienten unterstützen. Wo und wie wollen wir ihnen entweder Entspannung und Ruhe vermitteln oder sie aktivieren“, sagt Steffi Tümpel. So werden in den Aufenthaltsräumen und Gängen durchweg Farben wie Gelb, Hellorange oder Zartgrün eingesetzt, die wohltuend auf die Menschen wirken, die sich in ihnen bewegen. Lange Flure werden durch Farbspiele, großformatige Fototapeten und Farbtafeln optisch verkürzt. „Durch diese gezielt eingesetzten Mittel verlieren lange Strecken auch für Rollstuhlfahrer ihren Schrecken und erzeugen bei allen Benutzern eine positive Stimmung“, ist sich Britta Samsen-Huch sicher.

In den Zimmern des Intensivbereichs, in denen Patienten lange liegen müssen, sind die Decken gestaltet.
  • In den Zimmern des Intensivbereichs, in denen Patienten lange liegen müssen, sind die Decken gestaltet.
Steffi Tümpel zeigt die Gestaltung eines langen Flurs mit Farbtafeln und Fototapeten.
  • Steffi Tümpel zeigt die Gestaltung eines langen Flurs mit Farbtafeln und Fototapeten.

Einen anderen Ansatz haben die Mitglieder des Qualitätszirkels in Absprache mit der Klinikleitung und der Künstlerin in den Therapiebereichen gewählt. Für den Trainingsbereich wurde ein kräftiges Blau und ein leuchtendes Orange gewählt, diese Farben aktivieren nicht nur, sie haben auch Signalwirkung. Das machten sich die Therapeuten zunutze, wenn sie beispielsweise einem Patienten sagen: „Gehen oder fahren Sie zur blauen Säule“, erklärt Steffi Tümpel. „Die Orientierung ist erleichtert und die Selbstständigkeit des Patienten wird unterstützt.“

Im Intensivkrankengymnastikbereich erhofft man sich die mobilisierende Wirkung von Farben. „Die Therapeuten haben sich für kraftvolle Farben, wie Apfelgrün, Lila oder Rot entschieden, damit habe ich die an Keith Haring angelehnten Figuren gestaltet“, erklärt Britta Samsen-Huch. Hier gehe es auch um die Dynamik der Figuren, die die Patienten motivieren sollen, fährt sie fort. Wie intensiv sich der Qualitätszirkel mit der Gestaltung und dem Wohl der Patienten auseinandersetzt, zeigt sich an der Bildauswahl in den Zimmern ebenso wie an den Blumenelementen, die unter der Decke angebracht sind. „Menschen, die über lange Zeit nur auf dem Rücken liegen dürfen oder können, bekommen so eine gewisse basale Stimulation“, erklärt die Beauftragte fürs Qualitätsmanagement. Man spüre, dass es allen Beschäftigten in der BDH-Klinik ein Anliegen sei, „Patienten in jeder Phase ihrer Rehabilitation positiv zu unterstützen und den Angehörigen eine Atmosphäre des Wohlfühlens zu vermitteln.“ Positive Rückmeldungen durch Patienten und Angehörige bestätigen die Arbeit des Qualitätszirkels „Infrastruktur“, und so werden die Konzepte auch in den anstehenden Baumaßnahmen weitergeführt.

Saskia Schmidt mit den an den Künstler Keith Haring angelehnten Figuren, die Britta Samsen-Huch im Intensivkrankengymnastikbereich geschaffen hat. Fotos: bj



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