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Verein gibt sich nicht geschlagen

„Süntel-Retter“ wollen sich wappnen

LANGENFELD. Ende 2016 war endgültig klar: Die Norddeutsche Naturstein GmbH will den Steinbruch Segelhorst erweitern. Was dann folgte, war der Protest zahlreicher Anwohner. Eine Online-Petition und eine Bürgerinitiative mündeten schließlich in der Gründung des Vereins „Rettet den Süntel e.V.“.

veröffentlicht am 28.12.2017 um 16:09 Uhr
aktualisiert am 28.12.2017 um 17:50 Uhr

Der Steinbruch in Segelhorst darf erweitert werden – der Verein „Rettet den Süntel“ denkt dennoch nicht ans Aufgeben. Foto: Dana
Jens Spickermann

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Durchsetzen konnten sich die Naturschützer gegen die Erweiterungspläne bisher nicht: Das Areal wurde gerodet und kürzlich hat das Gewerbeaufsichtsamt Hannover die Pläne des Unternehmens genehmigt.

Was hat der Verein also im vergangenen Jahr erreicht und was sind die Pläne für das kommende Jahr? Was bleibt von den Aktivitäten der protestierenden Bürger?

„Ich bin sehr froh darüber, wie viele Leute sich melden“, sagt die Vereinsvorsitzende Brigitte Klein. Sie finde es positiv, dass es nun den Verein „Rettet den Süntel“ und einen guten Kontakt zum Naturschutzverband Niedersachsen (NVN) gibt. Mittlerweile hätten über 9000 Menschen die Online-Petition gegen das Erweiterungs-Vorhaben unterstützt, so Klein. Dabei hatte der Bürgerprotest klein angefangen: mit 108 Unterschriften unter einem Positionspapier. Das zeige immerhin, dass das Thema die Bürger bewegt und sei ein erster Erfolg für den Verein.

Auch nach der Erweiterungs-Genehmigung denkt Klein noch lange nicht ans Aufgeben: „Als verloren sehe ich noch gar nichts“, sagt die Vereinsvorsitzende. Sobald der Genehmigungsbescheid Anfang 2018 veröffentlich ist, werde sie ihn gründlich durchgehen und zusammen mit dem Naturschutzverband Niedersachsen überprüfen, inwieweit man juristisch dagegen vorgehen könne. Bislang sei noch gar nicht klar, ob oder inwieweit die Genehmigungsbehörde die Einwände des Vereins berücksichtigt hat.

Was bleibt, sind auch Erfahrungen: Durch die Aktivitäten im vergangenen Jahr haben die Naturschützer besonders in rechtlichen Angelegenheiten Kenntnisse sammeln können. Als sich der Protest gegen den Kahlschlag auf dem Süntel formierte, sei man noch etwas blauäugig an die Sache herangegangen, sagt Klein. „Mir war am Anfang nicht klar, mit welch harten Bandagen hier gekämpft wird.“ Auch habe sie anfangs gar nicht gewusst, wie der Erörterungstermin zu dem Vorhaben ablaufen würde. „Darauf haben wir uns nicht genügend vorbereitet“, sagt Klein. Dennoch habe sie nichts gemacht, was sie nun bereuen würde: „Man hätte vieles nur eher machen müssen.“

Da der Verein in jedem Fall nicht aufgelöst werden, sondern seine Aktivitäten auch in andere Belange des Naturschutzes auf dem Süntel ausdehnen soll, könnten diese Erfahrungen der künftigen Arbeit wohl zugutekommen. „Rettet den Süntel“ wolle sich beispielsweise für Schutzmaßnahmen im Naturpark Weserbergland stark machen. „Ich sehe nicht, dass da viel Energie reingesteckt wird, die Umwelt zu schonen“, so Klein. Auch auf eventuelle weitere Erweiterungsanträge des Steinbruchbetreibers NNG will der Verein vorbereitet sein. „Ich möchte gewappnet sein und eine Organisationsstruktur haben.“

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