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Initiative ist nun ein Verein

Süntel-Retter machen Weg für Klage frei

LANGENFELD. Ans Aufgeben denken die Naturschützer von „Rettet den Süntel“ noch lange nicht: Um wirksam gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs Segelhorst vorgehen zu können, hat die Initiative sich nun zu einem Verein umgegründet, der Teil des Naturschutzverbandes Niedersachsen werden soll. Der Grund: Als Verein unter dem Dach des NVN könnten sie vor Gericht gegen die Erweiterungspläne klagen.

veröffentlicht am 19.10.2017 um 12:13 Uhr

Der Steinbruch Segelhorst soll erweitert werden. Der neu gegründete Verein „Rettet den Süntel“ will dagegen vorgehen. Foto: Dana
Jens Spickermann

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Die Zeit werde knapp, sagt Brigitte Klein, Vorsitzende des neu gegründeten Vereins, deshalb wolle sie sich mit weiteren Schritten beeilen. Aus der Verfahrensakte gehe hervor, dass der Steinbruchbetreiber, die Norddeutsche Naturstein GmbH, bereits Druck auf die Genehmigungsbehörde mache, dem Erweiterungsantrag endlich stattzugeben. „Man muss davon ausgehen, dass es in den nächsten Tagen eine Genehmigung geben wird“, so die frischgebackene Vorsitzende, die von der Versammlung einstimmig gewählt wurde. Doch die Naturschützer wollen das fragliche Gebiet auf dem Süntel nicht preisgeben. Nach einigen Detailveränderungen stand in der Gründungsversammlung am Dienstagabend die Satzung des neuen Vereins „Rettet den Süntel e. V.“ fest. Die Ziele der Naturschützer: Die geplante Steinbrucherweiterung soll verhindert werden und der Süntel soll zum Nationalen Naturmonument erklärt werden – um auch potenziellen künftigen Erweiterungen entgegenzuwirken, selbst wenn dabei kein FFH-Gebiet betroffen sein sollte, wie es beim vorliegenden Antrag der Fall sei.

„Ich bin ganz sicher, dass der NNG noch einen weiteren Antrag auf Vergrößerung stellen wird“, sagt Klein. Das wolle sie verhindern.

Man muss davon ausgehen, dass es in den nächsten Tagen eine Genehmigung geben wird.

Brigitte Klein, „Rettet den Süntel“-Vorsitzende

Besonders die Tatsache, dass 1,4 Hektar eines von der EU geschützten Flora-und-Fauna-Habitats dem Steinbruch weichen soll, könnte den Naturschützern als Hebel dienen, gegen die Erweiterungspläne vorzugehen. Zwar liege bereits ein Vorentwurf für eine Neufassung der Verordnung über das Naturschutzgebiet Hohenstein vor, in dem das FFH-Gebiet nicht mehr als solches gekennzeichnet sei – ohne die Zustimmung seitens der EU sei das aber eigentlich nicht möglich, meint Klein. Das Gewerbeaufsichtsamt hatte in einem Brief außerdem mitgeteilt, dass es nicht nötig sei, an die Europäische Union einen Antrag auf eine Aufhebung des Gebietes zu stellen, um dort Eingriffe vorzunehmen. Die Naturschützer sehen das anders. Aus diesem Grund hat Mitglied Christian Pardey bereits Kontakt mit der EU aufgenommen – mit vielversprechendem Resultat, meint er. Denn nach nur 10 Tagen habe der Vorgang ein eigenes Aktenzeichen erhalten, für eine EU-Institution sei das sehr schnell und ein Indiz dafür, dass man die Sache dort ernst nehme, so Pardey.

Der Vorstand des neu gegründeten Vereins (v.li.): Rainer Sagawe, Brigitte Klein (Vorsitzende), Maike Klein (Kassiererin) und Kai Kunze (2. Vorsitzender). Foto: jsp
  • Der Vorstand des neu gegründeten Vereins (v.li.): Rainer Sagawe, Brigitte Klein (Vorsitzende), Maike Klein (Kassiererin) und Kai Kunze (2. Vorsitzender). Foto: jsp

Ein nächster Schritt des Vereins soll nun ein geschlossenes Auftreten im nächsten Umweltausschuss des Kreises sein, bei dem das Thema wohl behandelt werde. Dabei wollen sie ihre Positionen unmissverständlich hervorbringen.

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