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Hamelner mit Hubschrauber in Klinik

Strömung zieht zwei Kanuten unter Kiesschiff

Großenwieden. Sie sollte allen Teilnehmern in schöner Erinnerung bleiben, aber die Bootstour auf der Weser endete gestern mit einem dramatischen Zwischenfall. Ein mit zwei Personen besetztes Kanu wurde um 13.10 Uhr von einer kräftigen Windböe gegen einen Schubverband, der an einem etwa 80 Meter langen Eimerkettenbaggerschiff festgemacht hatte, gedrückt und von der Strömung unter den Kiesfrachter gezogen. Bei den Verunglückten handelt es sich um eine Frau (42) aus Hildesheim und einen Mann (38) aus Hameln – beide befanden sich Augenzeugen zufolge minutenlang unter dem Schiffsrumpf. Erst nach etwa 100 Metern seien die Unfallopfer wieder aufgetaucht. Der Hamelner soll der Frau noch geholfen haben, ans Ufer zu kommen. Dann brach er erschöpft zusammen. Notärzte des Kreiskrankenhauses Hameln und des Rettungshubschraubers „Christoph 13“ aus Bielefeld sowie DRK-Rettungsassistenten der Wache Hessisch Oldendorf verabreichten dem Schiffbrüchigen wenig später Sauerstoff und kümmerten sich um ihn. Mit dem Helikopter wurde der apathisch wirkende Mann zum Klinikum Minden geflogen. Es bestehe der Verdacht auf eine Rückenverletzung, hieß es. Die Hildesheimerin stand unter Schock. Ihr soll es aber den Umständen entsprechend gutgehen. Sie wurde ins Krankenhaus Rinteln eingeliefert.

veröffentlicht am 26.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 11:21 Uhr

DRK-Rettungsassistenten und Feuerwehrleute behandeln den verletz

Autor:

Ulrich Behmann
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Es ist 10 Uhr, als die achtköpfige Kanu-Gruppe in Hameln mit vier Booten startet. Der Verleiher sagt, er habe die zwei Sozialpädagogen und die vier Besucher der Ambulanten Hilfe Hameln zuvor intensiv eingewiesen. Die Paddeltour beginnt bei Kilometer 134,5. Drei Stunden später erreichen die Ausflügler eine Baggerbaustelle. Schilder warnen vor der Gefahr: „Achtung! Baggerarbeiten.“

Am rechten Ufer liegt ein Kettenbagger der Firma Eggersmann. Mächtige Anker sichern das Ungetüm. „An dieser Stelle soll eine Kiesgrubenzufahrt entstehen“, erklärt Wasserschutzpolizist Wolfgang Reinking – und fügt hinzu: „Die Baustelle ist der Schifffahrt bekannt gegeben worden. Alles hat seine Ordnung.“ Neben Bagger „Rhodos“ liegt Schubboot „Radial“, das mit einer Frachtschute verbunden ist. Die Besatzung soll die Kanuten noch mit Handzeichen und Rufen davor gewarnt haben, zu dicht an die Schiffe heranzufahren, heißt es. Ein Kanu passiert die Pötte ohne Probleme, aber das zweite ist zu nah dran. Es wird von einer Sturmböe gegen die Bordwand gedrückt.

Großeinsatz zu Lande, zu Wasser und aus der Luft

Ein Autofahrer sieht die Havarie und meldet der Leitstelle „Weserbergland“: „Hier bei Großenwieden ist gerade ein Boot gekentert. Zwei Leute treiben im Wasser – sie rufen um Hilfe.“ Disponent Bernhard Mandla alarmiert sofort Notärzte aus Hameln und Rinteln, Rettungswagen aus Hessisch Oldendorf und Rinteln sowie die Feuerwehren Hessisch Oldendorf, Großenwieden und Rumbeck.

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Die Kanuten gehen unter. Sie treiben unter Wasser vom Bug bis zum Heck. Weitere Notrufe gehen bei der Leitstelle ein. Als Mandla erfährt, dass die Personen nicht mehr zu sehen sind, fordert er einen Rettungshubschrauber an und löst Alarm für alle Bootsführer und die Taucher der Feuerwehr Hameln aus.

Die Verunglückten kommen etwa 100 Meter unterhalb der Unglücksstelle wieder an die Wasseroberfläche, kriechen auf eine Wiese. Retter finden sie dort und kümmern sich um sie.

Das rote Kanu prallte gegen die Bordwand des Kiesfrachters (rechts), der an dem Baggerschiff festgemacht hat. Eine Frau und ein Mann wurden von der Strömung unter den Rumpf des Schubverbandes gezogen.

Fotos: ube

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