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Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung kippt Pläne der Stadt

Strand darf nicht am Wasser liegen

HESSISCH OLDENDORF. Den Plan, direkt am Weserufer einen Strand zu schaffen, muss die Stadt verwerfen – das Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Hannoversch Münden spielt nämlich nicht mit. Dafür wird es aber wohl weiter oberhalb eine Sandaufschüttung geben.

veröffentlicht am 09.03.2019 um 09:00 Uhr

Verwaltungsmitarbeiter Hermann Faust steht an der Stelle, an der die Stadt am liebsten den Sandstrand geschaffen hätte. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Es sind offenbar keine leichten Verhandlungen gewesen, die Vertreter der Stadt mit der Bundesbehörde führen, als es um die Neugestaltung des Weserufers im Bereich der Mündung des Hollenbachs geht. Es bestehe in diesem Bereich eine Prallhangsituation und es sei deshalb zu befürchten, dass das Ufer abgetragen wird, erklärt Heiko Wiebusch, der Leiter des städtischen Planungsamtes. Der neue Plan der Stadt sieht deshalb vor, dass der „Strand“ nicht direkt am Fluss, sondern weiter oben am Rastplatz geschaffen wird.

Hessisch Oldendorf ist Mitgliedskommune der Leader-Region Westliches Weserbergland. Im Rahmen des „Regionalen Entwicklungskonzepts“ konnten in den letzten Jahren mit finanzieller Förderung einige Projekte umgesetzt werden. Dazu gehören der Einbau einer Küche im Jugendzentrum HO13 am Barksener Weg sowie die Schaffung des Generationenparks vor dem Münchhausen-Schloss. Im Dorfgemeinschaftshaus in Bensen ist die WC-Anlage saniert worden. Noch in diesem Jahr wird in Fuhlen mit Mitteln von Leader der Friedhofsweg ausgebaut, wie Hermann Faust, der im Rathaus für Leader-Projekte verantwortlich zeichnet, in der öffentlichen Sitzung des Planungsausschusses ausführt. Das Projekt „Weserlandschaftspark Hessisch Oldendorf“ muss auch als regionale Wirtschaftsförderung gesehen werden. Deshalb hat der Planungsausschuss vor geraumer Zeit entschieden, für den Bereich der Einmündung des Hollenbachs in die Weser ein Konzept für eine bessere touristische Nutzung zu entwickeln.

Gemeinsam mit einem Ingenieurbüro für Wasserbau in Minden hat die Stadtverwaltung Varianten entwickelt, wie direkt am Weserufer ein Strand geschaffen werden könnte. Doch „ohne Zustimmung aus Hannoversch Münden geht nichts“, sagt Wiebusch. Warum es anderswo möglich sei, will Ratsherr Günter Kuhnert (Grüne) wissen. Dort liegen die geschaffenen Strände an geraden Flussstrecken“, erklärt Wiebusch. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung Hannoversch Münden gehe davon aus, dass es in der Biegung des Flusses vor der ehemaligen Verladerampe zu Abspülungen des Ufers kommen kann.

Zwischen der Schutzhütte, dem Radweg und der Weser sollen der Sand- und der Spielbereich entstehen. Foto: pj

Nach den dem Fachausschuss vorgelegten Plänen bleibt die Uferzone weitestgehend unberührt. Der Zugang zur Weser wird durch eine Erweiterung der bereits vorhandenen Treppe und Sitzpodesten verbessert, sagt Faust. Der „Strand“, der dann nicht mehr als eine Sandaufschüttung sein wird, entsteht ebenso wie ein Spielbereich weiter oben in unmittelbarer Nähe zum Rastplatz und der Schutzhütte. Einstimmig entschieden die Mitglieder des Fachausschusses beim Amt für regionale Landentwicklung in Hildesheim einen Förderantrag auf Zuwendung aus dem Leader-Topf zu stellen. Das Projekt wird mit 150 000 Euro veranschlagt.

Dass das Projekt, das von Sven Sattler (SPD) ausdrücklich begrüßt wird, da „es eine Aufwertung bedeutet“, für die Stadt zu Unterhaltungskosten führt, verheimlicht Wiebusch nicht. „Wir müssen dort mit Überschwemmungen rechnen. Wir werden Teile regelmäßig abbauen müssen“, so der Amtsleiter, und fügt an: „Wenn man das eine will, muss man das andere in Kauf nehmen.“ Einen Wohnmobilstellplatz wird es in den nächsten Jahren im Bereich Hollenbach und Weser nicht geben. Es sei zu teuer, dorthin notwendige Leitungen für Ver- und Entsorgung zu verlegen, antwortet Wiebusch auf die Frage von Cord Möller (CDU). Auch bleibe es bei einem Durchfahrtsverbot in diesem Bereich.

Sattlers Wunsch ist es, dass „man die Innenstadt einbeziehen sollte und man sehen muss, dass eine Anbindung geschaffen wird“. Diesbezügliche Pläne gibt es übrigens bereits, wie Hermann Faust erklärt. Zunächst entlang des Hollenbachs und dann über eine Brücke als Bachquerung ist ein Weg in Richtung Bessmann und Münchhausen Straße vorgesehen.

„Wir gehen Schritt für Schritt weiter. Die Anbindung an die Kernstadt müssen wir unbedingt im Auge behalten“, betont der Vorsitzende des Planungsausschuss, Jost Beckmann (SPD) ausdrücklich mit Blick auf die weiteren Projekte.



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