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Stillstand beim Dialog der Kulturen

Hessisch Oldendorf (ah). Ayse Demirkaya ist Dialogbeauftragte. Seit einem Jahr bietet sie in Hessisch Oldendorf ihre Hilfe an und stieß anfangs damit auf rege Resonanz. Doch seitdem ist es still geworden im Dialog der Kulturen. Im Rathaus heißt es sogar, dass man von einer Dialogbeauftragten keine Kenntnis habe.

veröffentlicht am 28.09.2012 um 18:20 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:21 Uhr

Die Verwaltungsfachangestellte aus Hessisch Oldendorf nickt zustimmend, als sie vorgestern in der Dewezet liest: „Integration funktioniert nur über persönliche Kontakte.“
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Ein Jahr ist es her, dass Ayse Demirkaya beim Tag der offenen Moschee in Hessisch Oldendorf erstmals als Dialogbeauftragte in Erscheinung trat. Sie führte Gruppen durch die Räumlichkeiten und stellte sich auch unangenehmen Bemerkungen wie: „Der Dialog kommt viel zu spät.“ „Mag sein, dennoch passiert jetzt etwas“, antwortete sie seinerzeit und ging auf Fragen ein wie: „Wie wird man Moslem? Warum beten Männer und Frauen getrennt? Dürfen Türkinnen Christen heiraten?“ Die Besucher waren beeindruckt. Wenige Wochen darauf organisiert der Seniorenbeirat einen Vortragsabend zum Thema „Pflegefall – was nun?“ in der Türkisch Islamischen Gemeinde. Erneut ist Ayse Demirkaya mit von der Partie, übersetzt für die, die nicht alles verstehen und freut sich über positive Rückmeldungen.

Doch seither herrscht Stillstand, der erhoffte Dialog findet nicht mehr statt. „Ich habe etwas zu bieten, aber die Nachfrage kommt einfach nicht – und das ist schade“, sagt die 26-jährige Hessisch Oldendorferin. Dabei ist es ihr einfach wichtig, sich sozial zu engagieren. Oft hilft die von der Stadt an den Landkreis abgeordnete Verwaltungsfachangestellte in ihrer Freizeit älteren Herren aus dem Deutsch-Türkischen Freundschaftsverein beim Ausfüllen von Unterlagen für Behörden oder Versicherungen.

Im Frühsommer erklärten Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Leupold und auch Schulleiterin Monika Rehberger gegenüber der Dewezet, keine Kenntnis von Dialogbeauftragten zu haben. An Institutionen weitervermittelt werden könne nur, wer sich schriftlich mit seinem Angebot vorstelle, aber auch dann müsse so ein Thema vorab erst einmal „von Grund auf aufbereitet werden“, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Warum der Posten von Ayse Demirkaya in der Verwaltung nicht bekannt war und welche Hilfe sie anbietet und was den Job einer Dialogbeauftragten ausmacht, erfahren Sie in der Dewezet.



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