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Ministerin Özkan beim Spatenstich für Beatmungs-Zentrum / Rollnik warnt vor Personalmangel

Startschuss für Zehn-Millionen-Projekt

Hessisch Oldendorf (doro). Die Entscheidung des Landes Niedersachsen, 7,6 Millionen Euro in die Erweiterung der Beatmungsintensivstation der BDH-Klinik zu investieren, ist nicht nur ein zukunftsweisender Schritt für die neurologische Klinik, sondern auch ein Bekenntnis zum Standort. Das Geld aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm wird in drei Tranchen ausgezahlt. Für 2011 wurden bereits 3 Millionen bewilligt, im Oktober wird über weitere 3,6 Millionen entschieden, über eine weitere Million 2013. „Das ist Formsache“, sagte Aygül Özkan, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen, Familie und Integration, gestern beim ersten Spatenstich an der Klinik. 2,4 Millionen Euro trägt die Klinik selbst bei.

veröffentlicht am 21.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:41 Uhr

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Das neurologische Krankenhaus habe sich im Laufe der Zeit einen hervorragenden Ruf erworben, betonte die Ministerin. Die Behandlungsqualität und die Spezialisierung der Klinik, die sich von anderen abhebe, hätten den Ausschlag bei der Entscheidung gegeben.

Nach Beendigung der Baumaßnahme wird die Zahl von derzeit 20 Intensivbetten mit sechs Beatmungsplätzen auf 25 Intensivbetten mit 20 Beatmungsplätzen steigen. Wegen häufiger Isolierungspflicht von Patienten entstehen zudem zehn Einzelbehandlungsplätze. Wie dringend notwendig dieser Schritt ist, betonte die BDH-Bundesvorsitzende Ilse Müller. Der Bedarf übersteige die vorhandenen Kapazitäten bei Weitem. Hauptzuweiser von neurologischen und neurochirurgischen Patienten im Bereich Frührehabilitation seien die großen Maximalversorger im norddeutschen Raum, allen voran die Medizinische Hochschule Hannover, mit der die BDH-Klinik eine immer enger werdende wissenschaftliche und klinische Kooperation hat. Weil Beatmungsplätze fehlen, werden die Patienten derzeit in benachbarte Bundesländer gebracht, was nicht nur hohe Transportkosten verursache, sondern auch für viele Angehörige mit Schwierigkeiten verbunden sei, so Müller. Das soll sich nun ändern. Einige strukturelle Verbesserungen bringt die Investition außerdem: Zusätzlich werde ein Kernspintomograf angeschafft und eine neue An- und Abfahrtszone für Rettungsfahrzeuge geschaffen.

Beim Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer bedankte sich Ilse Müller für das „Öffnen so mancher Tür“. Aus Deppmeyers Sicht entwickelt sich das Thema Gesundheit mehr und mehr zu einem Schwerpunkt für die Region. Neben der „guten Entwicklung für die Patienten“ verwies er auf die 40 neuen Arbeitsplätze, die zusätzlich zu den bestehenden 300 in der BDH-Klinik geschaffen werden sollen. Dass es für die Region ein großer Vorteil sei, „mit einer Spezialklinik aufs Dorf zu gehen“, betonte auch der stellvertretende Landrat Torsten Schulte, und Bürgermeister Harald Krüger sprach von einem Freudentag. „Ob wir die gewerblichen Arbeitsplätze behalten, ist unsicher, in den Bereich Gesundheit zu investieren ist hingegen zukunftsweisend“, sagte er.

Daran, neben den materiellen Voraussetzungen auch an die personellen zu denken, erinnerte der Ärztliche Direktor Prof. Jens Rollnik in seinem nachdenklichen Schlusswort. „Wir stehen vor einer riesigen Herausforderung“, mahnte er angesichts fehlender Ärzte und Fachkräfte in der Pflege. Auf dem Markt gebe es kaum Ärzte und Pflegekräfte mit intensivmedizinischer Erfahrung. Grund seien die Arbeitsbedingungen. „Ich wünsche mir, dass die Politik darauf eine Antwort findet, damit wir nicht in ein paar Jahren ratlos dastehen,“ sagte Rollnik.



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