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Zugvögel machen sich teilweise eher auf / Stare sammeln sich / Mauersegler und Kuckuck bereits weg

Startklar für den Flug in wärmere Gefilde

Hameln-Pyrmont (pj). Es war noch nicht Mitte August und die Zugvögel machten sich schon auf den Weg in wärmere Gefilde. Die Mauersegler sind bereits weg. Schwalben werden folgen, zunächst die Rauchschwalben, danach die Mehlschwalben. „Wann die Zugvögel starten, ist wetterabhängig“, sagt Hans Arend von der Nabu-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf-Hameln.

veröffentlicht am 22.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:21 Uhr

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Und noch etwas spiele eine große Rolle, das Nahrungsangebot. Ist es gut, dann zieht es die Vögel nicht so schnell weg. „Der Mauersegler gehört zu den Zugvögeln, die am wenigsten lang in unseren Breiten verbleiben. In wenigen Tagen wird auch der Kuckuck weggezogen sein“, sagen die Vogelkundler der Umweltstiftung Nature-Life-International. Der spätsommerliche Vogelzug ist nach Angaben der Nachhaltigkeitsstiftung Nature-Life ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Natur langsam auf den Herbst und den Winter einstellt.

Imposant sind in diesen Tagen die großen Schwärme von Staren anzusehen. Sie proben ihre Flugkünste, wenn man sie beobachtet, glaubt man, dass sie bei ihrem kreuz-und-quer-Fliegen, gleich zusammenstoßen. Doch weit gefehlt. Sicher steuern sie aneinander vorbei.

Hohe Bäume oder Stromleitungen werden von den Staren als Sammelplätze bevorzugt. Von dort starten sie in Trupps oder großen Schwärmen. Kleinere Trupps fliegen den Schlafplatz oft niedrig an. Sind die Schwärme groß, mit mehreren Hundert oder Tausend Vögeln, dann sieht es aus, als ob eine Wolke sich bewegt. Die Vögel fliegen meist schlauchförmig nach unten.

Mit großen Augen blicken diese beiden Rauchschwalben in den Pferdestall von Volker Diekmann in Pötzen. Ob sie noch den Anschluss für den Flug in den warmen Süden finden, ist fraglich. Foto: pj

Im August machen sich auch die alten Störche auf ins Winterquartier. Die jungen schwarz-weißen Vögel aus der Familie der Störche starten später. Ihnen folgen Haus- und Gartenrotschwanz. Erst Ende September hören wir im Weserbergland die Kraniche schreien, wenn sie übers Land ziehen. Hans Arend weiß, dass sich Kraniche auf dem Darß in Norden von Mecklenburg-Vorpommern sammeln, und von dort aus zum Flug in v-förmiger Keilformation in den warmen Süden abheben.

Die Ortsgruppe Hessisch Oldendorf-Hameln des Naturschutzbundes wird im Rahmen desEuropean Birdwatch zu Zugvogelbeobachtung einladen. Am 2. Oktober wird Hans Arend in Großenwieden, Treffpunkt 10 Uhr am Parkplatz Fähranleger und am gleichen Tag ab 16 Uhr in Fischbeck zu den Beobachtungspunkten führen.

Nature-Life-International hat angesichts des beginnenden Vogelzugs auf die Gefahren des Klimawandels für die Tierwelt hingewiesen. Schon jetzt seien Veränderungen im Zugverhalten mancher Vogelarten festzustellen. So würden manche Arten durch die milderen Winter weniger weit oder gar nicht mehr ziehen. Bei Kälteeinbrüchen seien deshalb ganze Populationen in Gefahr. Gleichzeitig würde die Ausdehnung des Trockengürtels durch den Klimawandel den Vogelzug erheblich erschweren. Wie sich der Klimawandel langfristig auf den Vogelzug auswirken wird, vermag nach Mitteilung von Nature-Life-International niemand mit Sicherheit zu sagen. Ein großes Problem, das gleichermaßen den Klimawandel als auch die Lebensbedingungen für Zugvögel verschärfe, sei die noch immer massive Zerstörung von Rast- und Überwinterungsplätzen entlang der großen Zugvogelrouten. „Noch immer werden irrsinnigerweise Sümpfe trockengelegt und es findet Landwirtschaft auf ehemaligen Mooren statt“, erklärt Nature-Life-Präsident Claus- Peter Hutter. Dadurch würden Unmengen von klimaschädlichen Emissionen freigesetzt und wertvolle Lebensräume zerstört. Gemeinsam mit der Lufthansa engagiert sich Nature-Life unter anderem in Südafrika für die Erhaltung von Vogelzug-Rast- und Überwinterungsplätzen. Konsequenter Schutz von intakten Seen, Mooren und anderen Feuchtgebieten sowie deren Renaturierung. Damit wird versucht, einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der biologischen Vielfalt zu leisten.



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