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Grabsteine auf rund 8000 Ruhestätten werden in jedem Jahr überprüft

Standsicherheit hat zugenommen

Hessisch Oldendorf (ah). „Vorsicht, Unfallgefahr!“, steht auf dem gelben Aufkleber der Friedhofsverwaltung. An der gepflegten Grabstätte auf dem Friedhof eines Hohensteindorfes sitzt das Fundament mit dem Grabstein nicht mehr fest, hat Ralf Gronemann herausgefunden. Aus Sicherheitsgründen hat der Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes den leuchtfarbenen Aufkleber angebracht.

veröffentlicht am 11.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:41 Uhr

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Alljährlich überprüft er jedes einzelne Grabmal der rund 8000 Gräber auf den 18 kommunalen Friedhöfen im Stadtgebiet auf seine Standsicherheit, indem er je nach Steingröße zwischen 30 und 50 Kilogramm Druck ausübt. 30 Kilogramm seien es gewesen, die er auf jenen gekennzeichneten, laut Steinmetz Christian Meier etwa 225 Kilogramm schweren Grabstein ausgeübt habe, berichtet Gronemann. Im Idealfall dürfe sich dabei nichts bewegen – doch das Fundament mit Stein schwankt ein wenig. Die Angehörigen haben das vielleicht noch nicht einmal bemerkt. „Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn sich jemand nach dem Bepflanzen an dem Stein hochziehen würde“, meint Gronemann. Er weiß, wovon er spricht: Ihm selbst kippte ein Mal bei der Überprüfung der Standsicherheit ein Stein um. Um dies zu verhindern, werden in solch „wackeligen“ Fällen die Nutzungsberechtigten der Grabstätte per Aufkleber aufgefordert, das Grabmal „unverzüglich fachgerecht befestigen zu lassen.“ Wird ihre Adresse ermittelt, werden sie auch schriftlich benachrichtigt.

Auch wenn Alter und Witterung den Grabsteinen zusetzen: „Seit Beginn der Überprüfungen hat die Standsicherheit deutlich zugenommen“, sagt Annette Apfeld, die die Maßnahme seit über zehn Jahren zusammen mit Ralf Gronemann durchführt. Insgesamt zehn Grabmale sind es in diesem Jahr, bei denen die Standsicherheit nicht gewährleistet ist. Die beiden Mitarbeiter der Stadt kontrollieren auch den Pflegezustand der Grabstätten. Dabei versehen sie 90 Gräber auf den Friedhöfen in den Stadtteilen und 159 in Hessisch Oldendorf mit grünen Aufklebern. „Grabstätte ist ungepflegt! Grabpflege erforderlich!“, ist darauf angekreuzt. Weitere Vergabekriterien: „abgelaufenes Nutzungs- oder Ruherecht“ oder „Grabstätte ist abzuräumen“. Im Vorjahr betrug die Zahl der Beanstandungen 56 (Stadtteile) und 127 (Kernstadt).

Auf den Friedhofsplänen zeichnet Annette Apfeld ein, was nicht in Ordnung ist oder ob Einebnungen vorgenommen wurden, von denen die Friedhofsverwaltung nichts weiß. Passiert auf einem markierten Grab nichts und kann ein Angehöriger nicht ausfindig gemacht werden, könne die Friedhofsverwaltung nach öffentlicher Bekanntmachung mit angemessener Fristsetzung solch eine Grabstätte einebnen lassen.

Dieser Grabstein steht felsenfest, hält dem Druck, den Ralf Gronemann ausübt, Stand. Foto: ah



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