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850 Kinder, Jugendliche und Erwachsene leihen Lesestoff aus / Politik muss über möglichen Umzug entscheiden

„Stadtbücherei ist eindeutig ein Erfolgsunternehmen“

Hessisch Oldendorf (bj). „Es ist ein eindeutig ein Erfolgsunternehmen“, sagt Klaus-Dieter Leupold. Der Amtsleiter aus dem Hessisch Oldendorfer Rathaus meint damit die Stadtbücherei in der Langen Straße 44-46. „Das ist allein das Verdienst der drei Mitarbeiterinnen, die die Bücherei zu dem gemacht haben, was sie heute ist“, lobt der Vorgesetzte die engagierte Arbeit von Brigitte Paech, Rita Sprick und Angelika Scheel.

veröffentlicht am 08.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 23:21 Uhr

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„Bei der Bibliothekszentrale in Hildesheim ist man immer ganz begeistert von unseren Zahlen“, sagt Rita Sprick. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie im Jahr 2011 Bücher an 850 Leser ausgeliehen. Im Jahr 2010 waren es insgesamt 830 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich mit Lektüre in der Stadtbücherei eindeckten. „2010 haben diese Leser die Bücherei 5800-mal besucht. Im vergangenen Jahr waren es 5500 Besuche“, sagt Klaus-Dieter Leupold.

Die Mitarbeiterinnen wissen von vielen ihrer Besucher nicht nur, ob sie lieber zum Krimi, dem Sachbuch oder einem Schmöker greifen. Sie wissen auch, zu welchen Öffnungszeiten die Leser kommen. „Da gibt es diejenigen, die einen Besuch in der Bücherei mit dem Einkauf auf dem Wochenmarkt verbinden. Andere kommen am späten Nachmittag nach der Arbeit“, weiß Leupold von den Mitarbeiterinnen. „Die Öffnungszeiten an zwei Nachmittagen und am Freitagvormittag haben wir bedarfsorientiert gestaltet“, sagt er und sie hätten sich im Laufe der Jahre bewährt.

Der Amtsleiter bedauert, dass man die Attraktivität der Stadtbücherei nicht durch die Einrichtung eines Lesecafés noch steigern konnte. „Es scheitert nicht an Ideen und Plänen, sondern an den Brandschutzauflagen, die wir in der oberen Etage des Hauses zu erfüllen haben. Daher ist an diesem Standort keine Verwirklichung eines solchen Angebots möglich“, bedauert Leupold.

Der Standort in der Langen Straße 44-46 ist der dritte Ort der Stadtbücherei, den er während seiner Amtszeit erlebt. „Zuerst waren die Bücherei am Kirchplatz, dann sind wir in das Göhmannsche Haus in der Langen Straße gezogen“, erinnert er sich. Im Zuge der Sanierung und Erweiterung des Rathauses sei dann geplant gewesen, die Bücherei dort im neuen gläsernen Anbau unterzubringen. „Parallel dazu war der Mietvertrag von Göhmanns wegen Eigenbedarfs gekündigt worden. Wir sind dann aus der Not heraus mit der Bücherei in das Haus Lange Straße 44-46 gezogen“, führt der Amtsleiter aus. Eigentlich sei das als Übergang bis zur Fertigstellung des gläsernen Neubaus gedacht gewesen, dementsprechend sei auch der Mietvertrag abgeschlossen. Während der Bauzeit kam es zum Wechsel an der Verwaltungsspitze im Hessisch Oldendorfer Rathaus. Harald Krüger, der neue Bürgermeister, warf gemeinsam mit den Politikern das Ruder herum. Nicht die Bücherei habe dann im Glasanbau Einzug gehalten, sondern Tourismus und Kultur, so Leupold.

Aktuell stellen sich die Mitglieder der Verwaltung und des Rates die Frage, ob das Gebäude, das ursprünglich als Bücherei geplant war, künftig auch als solche genutzt werden sollte. „Wir bereiten momentan das Thema auf, damit die Politiker in den Ausschüssen Entscheidungshilfen haben“, erklärt Klaus-Dieter Leupold. Es gehe darum, zu klären, ob im Haushalt der Stadt rund 10 000 Euro eingespart werden könnten, wenn die Stadtbücherei in das Gebäude am Rathaus zieht. „Eine schwierige Entscheidung, bei der viele Aspekte gegeneinander abgewogen werden müssen“, sagen auch Politiker. Nicht, wenn sie Ingrid Hanf fragen, die sich seit mehr als zehn Jahren regelmäßig Bücher ausleiht. „Die Bücherei soll bleiben, wo sie jetzt ist. Sie liegt zentral, man kommt daran vorbei und denkt sich: Geh doch mal rein.“

Ebenso sehen es Vorstandsmitglieder des Werberings, denn sie befürchten, dass die Umsiedlung der Bücherei ins Kultourismusforum vor allem freitags weniger Menschen in die Lange Straße bringt. Wer den Wochenmarkt besucht und zur Bücherei will, muss an einigen Geschäften vorbei. „Da entscheidet man sich doch rasch, das eine oder andere noch eben schnell einzukaufen“, sagen Geschäftsleute.

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