weather-image
11°

Aber: Land und Kreis kürzen Zuschüsse / Bürgermeister spricht von Investition in die Zukunft

Stadt plant mehr Geld für Familienbüro ein

Hessisch Oldendorf (bj). Sieben auf einen Streich – diesen Satz aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ der Gebrüder Grimm kennen nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene. Allerdings dürfte er bei den Mitarbeitern des Familien- und Kinderservicebüros nicht so freudig klingen wie beim Schneiderlein. Denn statt bisher sechs werden sie zukünftig sieben Aufgaben wahrnehmen müssen und das unter geänderten Vorzeichen.

veröffentlicht am 25.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:41 Uhr

270_008_5171067_lkho101_2501_1_.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zum einen hat das Land Niedersachsen in der aktuellen Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von familienunterstützenden Maßnahmen und frühen Hilfen eine neue inhaltliche Ausrichtung vorgegeben. Zum anderen sieht die neue Finanzierung erstmalig auch eine Beteiligung der Kommunen vor. In den vergangenen vier Jahren finanzierten das Land Niedersachsen und der Landkreis Hameln-Pyrmont den Aufbau und die laufende Arbeit der Familien- und Kinderservicebüros mit jeweils 50 Prozent. Von den insgesamt 1 666 600 Euro erhielt die Stadt Hessisch Oldendorf in diesem Zeitraum 156 259,76 Euro für ihr Familien- und Kinderservicebüro – im Schnitt bedeutete das rund 39 060 Euro jährlich.

Im April des vergangenen Jahres fassten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses den Grundsatzbeschluss, dass das Familien- und Kinderservicebüro die Arbeit fortsetzen soll, obwohl sich die Finanzierung landkreisweit um 196 650 Euro verringert hat. Für die Stadt Hessisch Oldendorf bedeutet das zukünftig nur noch jährliche Zuschüsse in Höhe von 32 206 Euro – 8562 vom Land und 23 640 vom Landkreis. Für 2012 sind für die Finanzierung des Familien- und Kinderservicebüros 26 247 Euro eingestellt, die aus städtischen Haushaltsmitteln aufgebracht werden müssen. Davon sind allerdings 12 500 Euro mit einem Sperrvermerk versehen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Soziales und Sport möchten den Aufgabenkatalog des Seniorenservicebüros konkretisiert wissen, um ihre Zustimmung geben zu können. Bürgermeister Harald Krüger führt aus, dass diese neue Aufgabe für das Servicebüro zum einen dem wiederholt geäußerten politischen Willen entspreche und zum anderen eine zentrale Forderung des Seniorenbeirates sei. Fraktionsübergreifend stimmen die Ausschussmitglieder Karlheinz Gottschalk (CDU) zu, als dieser ausführt, dass die Senioren nicht im Stich gelassen werden sollen, die Aufgaben aber genauer definiert werden müssen.

Unstrittig ist für die Politiker, dass die Suche nach Tagesmüttern, deren Qualifizierung und Vermittlung fortgesetzt werden soll. Aktuell werden im Stadtgebiet durch Vermittlung der Stadtverwaltung 24 Kinder von Tagesmüttern betreut. Neu ist die erfolgsabhängige Finanzierung durch Land und Landkreis. „Je mehr Kinder vermittelt werden, je höher die finanzielle Förderung“, erklärt Margareta Seibert, Mitarbeiterin im zuständigen Fachbereich.

Auch wenn es eine freiwillige Leistung der Stadt ist, sei sie zwingend notwendig, erklärt Harald Krüger, als es um die ergänzenden Maßnahmen zur Sprachförderung geht. „Mit dem Geld investieren wir in unsere eigene Zukunft. Wir haben nur noch wenige Kinder, und die müssen unseren Lebensstandard finanzieren“, so der Bürgermeister. Hessisch Oldendorf hat nach Hameln den höchsten Ausländeranteil im Landkreis. Das zeigt sich auch deutlich am Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in den Kindertagesstätten, der weit über dem Landesdurchschnitt von 12,5 Prozent liegt. Im Kindergarten in der Henningstraße sind es mit 52 Kindern 57 Prozent, in der Tagesstätte Mühlenbachstraße 44 Prozent, das bedeutet, 22 Mädchen und Jungen haben Migrationshintergrund. Margareta Seibert macht deutlich, dass nicht jedes dieser Kinder Sprachförderbedarf habe. Durch gezielte Sprachförderung müssten aber auch die zunehmenden Sprachdefizite deutscher Kinder ausgeglichen werden, so die Gleichstellungsbeauftragte. Für den städtischen Haushalt schlagen die Ausschussmitglieder das Einsetzen von 4 663 Euro für Projekte im Rahmen der Sprachförderung vor. Die gleiche Summe gibt das Land Niedersachsen dazu.

Ein erfolgreiches Projekt, das sich großem Zuspruch erfreut, ist die verlässliche Ferienbetreuung. 152 Grundschüler haben im vergangenen Jahr daran teilgenommen, wie Margareta Seibert ausführt. Die Ferienbetreuung soll fortgeführt werden. Doch die Eltern müssen, da die Zuschüsse geringer werden, selbst mehr zuzahlen. 30 Euro pro Woche sollen die Erziehungsberechtigten künftig zahlen. „Wir gehen davon aus, dass das Angebot trotz der Erhöhung gut angenommen wird, denn es ist ein wesentlicher Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Seibert.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt