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Umstellung des kommunalen Haushalts / Auch der Zustand wird ermittelt: Frost hat viele Schäden verursacht

Stadt erfasst in Datenbanken den Wert ihrer Straßen

Hessisch Oldendorf (hmf). In Niedersachsen hat die Landesregierung die Umstellung der kommunalen Haushalte von der bislang zahlungsorientierten auf eine ressourcenorientierte Darstellung beschlossen. Damit einher geht unter anderem die vollständige Bilanzierung des kommunalen Vermögens. Die Einführung des kaufmännischen Rechnungswesens macht es für die Stadt Hessisch Oldendorf jetzt erforderlich, dass im Verlaufe des Jahres der gesamte Straßenbestand bis zum 1. Januar 2010 aufgenommen und bewertet sein muss.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:21 Uhr

Viele Straßen im Ortskern zeigen Frostschäden.  Foto: hmf
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Straßen vielfach in schlechtem Zustand

„Es sind allein 471 namentlich benannte Anliegerstraßen in den Ortsteilen und unzählige Kilometer Wirtschaftswege, die erstmalig per EDV in Datenbanken erfasst und dessen Vermögenswert ermittelt werden“, so Christian Mork, in dessen Händen die Bilanzierung des Straßenbestandes liegt. „Hinzu kommen noch sämtliche Bäche und Gräben, die sich in unserem Stadtgebiet von mehr als 120 Qua-dratkilometern, dessen größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung rund 18 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 11 Kilometer beträgt, erstrecken.“

Trotz dieser großen Menge an Daten, die zu erfassen sind, hat die Stadt darauf verzichtet, diese Arbeit an ein externes Ingenieurbüro zu vergeben. Zur Kosteneinsparung wird auf die Kenntnisse der Mitarbeiter der AG Straßenwesen und Gewässer zurückgegriffen, die die Bestandserfassung jetzt neben der täglichen Arbeit zu erledigen haben.

Im Zuge der Bestandserfassung wird auch der Zustand der Straßen deutlich, berichtet Mork. „Jetzt zeigt sich nach Ende dieses Winters, was die lange Frostperiode mit Temperaturen unter minus 15 Grad am Bestand der städtische Straßen angerichtet hat.“ Vielfach seien im Straßennetz Frostaufbrüche festzustellen. Das Niederschlagswasser konnte dort durch Risse in der Straßenoberfläche in den Straßenkörper eindringen, ist dort gefroren, hat sich dabei ausgedehnt und den Straßenkörper zerstört. „Sobald die Straße wieder auftaut, zeigen sich nach kurzer Zeit die für Frostschäden typischen Netzrisse in den Asphaltbetondecken“, so Christian Mork, der befürchtet, dass nun durch den Kraftfahrzeugverkehr die ersten Brocken aus der Straßenoberfläche gelöst und Schlaglöcher entstehen werden. Um die Verkehrssicherheit der Straße kurzfristig wieder herzustellen, sieht die Stadt vor, diese Schlaglöcher zunächst provisorisch aufzufüllen und dann mit bituminöser Reparaturmasse auszubessern.

Um die Zerstörung der Straßen durch die winterliche Frosteinwirkung möglichst gering zu halten, würden seit Jahren nach und nach alle älteren Straßen durch eine maschinelle Absplittung vor eindringendem Niederschlagswasser geschützt, versichert Mork. Dabei werde eine Bitumenemulsion auf die poröse Asphaltbetondecke aufgebracht, die mit gewaschenem Splitt dünn abgestreut wird. Die Stadt weiß: Dies vermag eine Grunderneuerung der Straße zwar nicht zu ersetzen, aber die Lebensdauer der Straße würde sich dadurch um einige Jahre verlängern.

Anlieger an Kosten für Straßenbau beteiligt

Jedes Jahr stellt die Stadt Hessisch Oldendorf fest, dass einige Straßen im Stadtgebiet soweit zerstört sind, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind. „Dann hilft nur noch eine Grunderneuerung“, so Mork. Der Rat der Stadt hat bereits vor einigen Jahren eine Straßenausbaubeitragssatzung erlassen. Danach werden bei einer erforderlichen Grunderneuerung der Straßen innerhalb bebauter Gebiete die Anlieger mit Beitragssätzen von 40 bis 60 Prozent an den Ausbaukosten beteiligt. Die Erneuerung von Wirtschaftswege erfolg allerdings in der Regel mit finanzieller Beteiligung des Landes Niedersachsen.

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