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An der Weserfähre in Großenwieden ist wieder gewohnte Betriebsamkeit eingekehrt

Spuren des großen Trubels

GROSSENWIEDEN. Vom großen Trubel der vergangenen Wochen zeugen nur noch schwarze Fahrspuren auf grauen Pflastersteinen. An der Fähre in Großenwieden ist nach der Eröffnung der neuen Weserbrücke bei Fuhlen wieder weitgehend Normalität eingekehrt. Aber das ungewöhnlich hohe Verkehrsaufkommen auf der Fähre hat auch seine Spuren hinterlassen.

veröffentlicht am 17.08.2018 um 16:39 Uhr

Reifenspuren sind am Ufer noch deutlich zu sehen. Sie sind während des hohen Verkehrsaufkommens an der Weserfähre entstanden. Foto: ll
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Dafür, dass immer noch dicke, schwarze Streifen an den Zufahrten zur Weserfähre deutlich erkennbar sind, gibt es zwei Gründe. Fährmann Winfried Lammich erklärt das so: Einerseits sei das außergewöhnlich hohe Verkehrsaufkommen Schuld daran. „Täglich haben wir bis zu 1000 Fahrzeuge transportiert“, sagt Lammich. Daneben spielten die extrem hohen Temperaturen der letzten Wochen eine große Rolle: „Das ist der Abrieb der Reifen“, meint der Fährmann. Bei den Fahrten herunter von der Fähre, hinauf auf die Straßen hätten viele Fahrzeuge bei der Hitze eben reichlich „Gummi gelassen“.

Seit knapp zwei Wochen gelten wieder die gewöhnlichen Betriebszeiten für die Fähre und die Fährmänner Lammich und Thomas Henseleit. In der Zeit, während die Fuhlener Brücke noch im Bau und komplett gesperrt war, hatte der Landkreis als Eigner der Weserfähre die Überfahrten für kostenfrei erklärt. Dementsprechend hoch war der Durchgangsverkehr. Inzwischen ist das Geschichte.

Keine Normalsituation jedenfalls, wie Lammich erzählt. Klar, es gebe schon mal überdurchschnittlich viele Überfahrten, sagt er, aber dann meist zeitlich sehr begrenzt und nicht über mehrere Wochen. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn es auf der Rintelner Ortsumgehung mal wieder gekracht hat und die Straße gesperrt werden müsse.

Die Fähre, mit der Winfried Lammich Landwirte, Autofahrer und Radler von einem Ufer zum anderen transportiert, wurde in den 1960er Jahren gebaut. Aus dieser Zeit dürfte auch die Registrierkasse stammen, mit der der Fährmann abrechnet. Foto: ll
  • Die Fähre, mit der Winfried Lammich Landwirte, Autofahrer und Radler von einem Ufer zum anderen transportiert, wurde in den 1960er Jahren gebaut. Aus dieser Zeit dürfte auch die Registrierkasse stammen, mit der der Fährmann abrechnet. Foto: ll

In den Wochen der Brückensperrung sei durchaus auch mal ziemlich eng geworden auf der Weserfähre. Vor allem, wenn größere Landmaschinen übergesetzt werden wollten. Allzu viel Platz habe es rechts und links der Fahrzeuge dann nicht mehr gegeben. Die Fähre ist in den 1960er Jahren gebaut worden. „Damals waren hier ja nur Pferdefuhrwerke unterwegs“, sagt Lammich.

Lammich wird an der Großenwiedener Fähre „der Neue“ genannt. Dabei bringt er auch schon seit 22 Jahren seine Passagiere von einem Ufer zum anderen. Der große Trubel ist zwar vorbei, aus Fährmannserfahrung hat er inzwischen aber mehr und mehr die Wetterlage im Blick. „Es müsste mal mehrere Tage lang anhaltend und flächendeckend regnen“, meint der Fährmann mit Blick auf die Schiffbarkeit der Weser. Im Moment sei das kein großes Problem. Der Pegel bei Wehrbergen stehe bei über einem Meter. „Problematisch wird es unter 92 Zentimetern“, erklärt Lammich.

Dann könnten die beiden Fährmänner von Großenwieden nämlich ein Problem bekommen. Weil bei Niedrigwasser die Befestigungszacken nicht mehr an den Anlegestellen greifen, müsste dann ein Zweiter mit überholen – und für die Befestigung der Fähre am Ufer sorgen. Theoretisch.

Derzeit liegt der Pegel konstant bei knapp über einem Meter. Leichte Niederschläge sind für die kommenden Tage vorausgesagt.



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