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Rot-Weiß Hessisch Oldendorf hält dagegen / Training für 111 Kinder und Jugendliche organisiert

Sport-AG bei Oberschülern weniger gefragt

Hessisch Oldendorf (ah). „Die Schule muss ganz oben stehen, aber ansonsten: Geht lieber raus Fußball spielen, statt euch an den PC zu setzen.“ Diesen Rat gibt Dennis Spiegel Teilnehmern eines entwicklungsgerechten Kinder- und Jugendtrainings für Schüler der Grundschule am Rosenbusch und der Oberschule mit auf den Weg.

veröffentlicht am 01.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:21 Uhr

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Rausgehen und Fußball spielen oder überhaupt Sport treiben, wie sieht es eigentlich damit bei Kindern und Jugendlichen aus? Im Gegensatz zur Grundschule am Rosenbusch, wo die Fußball-AGs für Mädchen und Jungen nach wie vor heiß begehrt sind, hat an der Oberschule die Begeisterung für Sport-AGs nachgelassen. Nur noch Fußball, Trampolin und Kegeln werde nachmittags angeboten, berichtet der stellvertretende Leiter der Oberschule, Jochen Bach. Das habe nicht nur mit mangelnder Nachfrage, sondern auch damit zu tun, dass Lehrer nicht mehr das Stundenkontingent für AGs haben, fügt Kollegin Petra Quick hinzu.

Gemeinsam mit Georgi Tuturdjiev ist der Sozialpädagoge und Trainer beim Niedersächsischen Fußball-Verband, Dennis Spiegel, auf Einladung des Fußballvereins Rot-Weiß mit dem DFB-Mobil zu einem Demotraining nach Hessisch Oldendorf gekommen. Diese für Vereine kostenlose Aktion bietet der DFB seit drei Jahren in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden an. Georgi Tuturdjiev, von Dennis Spiegel liebevoll als „General“ vorgestellt, arbeitet seit 20 Jahren beim NFV, ist in verschiedene Projekte als Fußballlehrer oder Teamer eingebunden. „Wenn man mit entsprechender Fachkompetenz den Kindern und Jugendlichen etwas bietet, dann läuft es auch“, erklärt er.

Kein Schüler ist verpflichtet mitzumachen. Die Teilnahme ist kostenfrei, jeder erhält eine Urkunde, die Trainer sind Profis. Das zieht. 111 Acht- bis 15-Jährige aus der Grundschule am Rosenbusch sowie der Oberschule stürmen die Kreissporthalle in der Henningstraße. Da die Teamer wissen, dass es mit der Koordination längst nicht mehr so klappt wie früher, beginnen sie nach dem Aufwärmen mit entsprechenden Übungen und betonen: „Wir wollen euch allen etwas beibringen.“

Zwei Trainer, drei Gymnastikbänke als Trainingsgeräte und 111 Schüler, kann das funktionieren? Georgi Tuturdjiev macht klare Ansagen, verbannt nach kurzer Zeit zwei Schüler für zehn Minuten auf die Tribüne. Danach verlaufen die Koordinationsübungen im großen Parcours sehr diszipliniert, jeder kommt an die Reihe. „Ich versuche durch Fußball, Respekt beizubringen“, sagt der gebürtige Bulgare. Danach trainieren die Kinder und Jugendlichen mit Bällen, bekommen Tricks gezeigt, üben Torschüsse. Und was bei der Masse Schüler kaum möglich erscheint: Zum Abschluss wird sogar richtig Fußball gespielt.

Zwischen 30 Zuschauern auf der Tribüne beobachtet Manfred Mischke das Training, an dem auch sein Enkel Leon teilnimmt. „Toll, so viele Kinder unter einen Hut zu bringen, toll auch, dass die Schüler das so diszipliniert durchhalten“, meint er. „Ich möchte mal sportübergreifend schauen, was die Fußballer hier so machen“, sagt Hartwig Fink, Trainer der Handballspielgemeinschaft Fuhlen-Hessisch Oldendorf. Er staunt über die große Anzahl an Teilnehmern. Anja Kampers, Lehrerin an der Grundschule am Rosenbusch, lobt: „Auspowern und Disziplin, das kriegen die Schüler hier mit.“

„Als Fußballfan kann ich nur begeistert sein von solch einer Aktion: Hier wird Fußball in die Jugend getragen und zugleich Integration gelebt“, erklärt der Leiter der Oberschule, Ottmar Framke. „So viele junge Menschen, die gemeinsam unter professioneller Leitung Sport machen, das ist eine sehr gute Idee von Gürsel Sümer“, so Bürgermeister Harald Krüger. „Vielleicht lassen sich die Schüler dadurch auch an Vereine heranführen“, meint er und erklärt: „Diese hervorragende Aktion schreit nach Wiederholung.“

Gerne denken Gürsel Sümer, Vorsitzender des SV Rot-Weiß, und Imam Al-Bardawil, Trainer der A-Jugend, an ihre aktive Zeit in der Fußball-AG der Schule zurück. „Heute möchten wir die Jugend fördern, dieses Training war erst der Auftakt. Wir planen eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort, die Teilnahme an den AGs wird durch dieses Projekt anders werden“, sagt Sümer. Der Vorsitzende der Rot-Weißen gesteht, dass er mehr als positiv beeindruckt sei von der Resonanz beim Demotraining und von der guten Zusammenarbeit zwischen Schulen und Verein. Imam Al-Bardawil, angehender Sport- und Mathematiklehrer, wird nun im Sommerhalbjahr an der Oberschule Fußball-AGs anbieten.

„Ich fand es schön, dass die Trainer für uns Kinder nach Hessisch Oldendorf gekommen sind“, „das war cool“, „hat Spaß gemacht“, „am besten fand ich das Rückwärts-Dribbling“, lauten nach dem Training Kommentare einiger Grundschüler. Der 15-jährige Daniel, der im Verein Fußball spielt, betont, er habe viel Neues dazugelernt. „Am besten war das Turnier am Schluss“, sagt die 14-jährige Albana, die mit ihrem erstklassigen Fußballspiel den Teamern vom Niedersächsischen Fußballverband ebenso auffiel wie die beiden talentierten Brüder Alban (11) und Arber (10).

Am Ende applaudieren Dennis Spiegel und Georgi Tuturdjiev, loben vor allem den sportlichen Einsatz der Mädchen und verteilen Geschenke des DFB. Gürsel Sümer plant mit seinem SV Rot-Weiß für den Sommer bereits weitere Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, außerdem laufen erste Gespräche mit der Fußballschule von Hannover 96 für Alban und Arber ...

Das Interesse am besonderen Training, zu dem Rot-Weiß Hessisch Oldendorf und der Niedersächsische Fußballverband eingeladen haben, war groß.

Foto: ah



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